Robinson Crusoe gehört auch mit zur Geschichte der Osterinsel

Robinson Crusoe - die bekannte Geschichte aus dem Pazifik


Robinson Crusoe


Karte Robinson-Insel und die Lage der Osterinsel Wer sich etwas intensiver mit der Osterinsel beschäftigt, wird unweigerlich auch mit Robinson Crusoe konfrontiert werden. Die Robinson-Insel liegt wie die Osterinsel auch im Pazifischen Ozean und gehört, wie die Osterinsel auch, zu Chile. Allerdings liegt die Robinson-Insel "nur" 601 Kilometer vor der chilenischen Küste.

Die Robinson-Insel wurde am 22. November 1574 von dem portugiesischen Kapitän im spanischen Diensten, Juan Fernández entdeckt. Konkret entdeckte er drei Inseln, denen er die Namen "Más a tierra" (Näher zum Land), "Más fuera" (Weiter Draußen) und "Santa Clara" verlieh und heute unter dem Begriff "Juan-Fernández-Inseln" bekannt sind. Die Inquisition von Lima beschuldigte Fernández, sich bei der Navigation des Teufels bedient zu haben, war er doch zwischen dem chilenischen Hafen Penco und Callao nur 30 Tage unterwegs gewesen, während andere drei Monate benötigten. Dabei hatte Fernández lediglich einen Seekurs weiter auf dem Pazifik gewählt während andere Schiffe vor der chilenischen Küste umständlich kreuzen mussten. Fernández wurde allerdings freigesprochen, er konnte nämlich sein Logbuch vorlegen.

Die beiden Inseln "Más a tierra" (Näher zum Land), "Más fuera" (Weiter Draußen) tragen seit 1966 die Namen des berühmten Bewohner, "Robinson Crusoe" alias "Alejandro Selkirk". Nur "Santa Clara" behielt ihren ursprünglichen Namen. Die Robinson-Insel hat eine Größe von 96,4 Quadratkilometer und liegt wie gesagt 601 Kilometer vor der chilenischen Küste, die Insel Alejandro Selkirk ist 44,6 Quadratkilometer groß und liegt 747 Kilometer vor der chilenischen Küste. Santa Clara ist wesentlich kleiner, nämlich nur 2,2 Quadratkilometer groß.

Daniel Defoe - BriefmarkeBriefmarke - Romanfigur Robinson CrusoeRobinson Crusoe ist nämlich nur eine Romanfigur des Schriftstellers Daniel Defoe. Auf der besagten Insel lebte der schottische Sturkopf Alexander Selkirk, und zwar ab 1704 für die Zeit von vier Jahren und vier Monaten, bis er am 2. Februar 1709 gerettet wurde. Nachdem Selkirks Schicksal in Großbritannien bekannt wurde, verfasste Richard Steele diese Geschichte und veröffentlichte sie 1713 in seiner Zeitschrift "The Englishman". Der Schriftsteller Daniel Defoe ließ sich durch diesen Artikel inspirieren und schuf 1719 eine gesellschaftskritische Abhandlung in zwei Teilen, wobei der erste Teil die Geschichte von Robinson Crusoe erzählt und dieser innerhalb kürzester Zeit zu einem gefragten Abenteuerroman reduziert wurde.

Robinson CrusoeDie von Daniel Defoe so dramatisch geschilderte Strandung des Robinson Crusoe fiel bei Alexander Selkirk etwas unspektakulärer aus, allerdings gibt es hiervon mehrere Versionen. Eine Version besagt, Selkirk sei 1704 mit seinem Kapitän Thomas Stradling an Bord des Handelsschiffes "Cinque Ports" derart in Streit geraten, dass er sich freiwillig auf der Insel Más a tierra absetzen ließ. Bei dem Streit ging es um die schlechte Ernährung der Mannschaft sowie um den schlechten Zustand des Schiffes. Bei der Ausschiffung bat Selkirk um eine Axt, eine Bibel, Tabak, einem Gewehr mit Schießpulver sowie ein paar nautische Bücher.

In einer anderen Version heißt es, Alexander Selkirk heuerte 1703 auf dem englischen Kaperschiff "St. George" unter dem Kapitän William Dampier an um der britischen Gerichtsbarkeit zu entgehen. Als die königlichen Beutezüge Beutezüge erfolglos blieben, geriet Selkirk mit Kapitän Dampier in einen heftigen Streit und wechselte 1704 auf das kleinere Begleitschiff "Cinque Ports" unter Kapitän Stradling. Als man vor Más a tierra ankerte um Vorräte und Süßwasser aufzunehmen stellten die Seemänner fest, dass der Schiffsrumpf des Cinque Ports durch Bohrmuscheln stark beschädigt war. Selkirk weigerte sich wieder an Bord zu gehen und versuchte zudem weitere Kameraden zum Bleiben zu bewegen. Als Alexander Selkirk feststellen musste, dass er mit seiner Meinung alleine war wollte er wieder mit auf´s Schiff, doch der Kapitän Stradling lehnte ab und ließ ihn auf der Insel zurück. Die Ironie der Geschichte: Die Cinque Ports zerbrach wenig später auf hoher See und der Großteil der gesamten Mannschaft kam dabei ums Leben.

Die Geschichte von Robinson Crusoe aus dem Roman von Daniel Defoe mit seinem späteren Freund und Gefährten "Freitag" dürfte jeder kennen. Nicht so bekannt sind die "Abenteuer" des Alexander Selkirk. Daher hier die Geschichte die auf Wikipedia zu lesen ist:

Gedenkstein auf der Robinson Insel für Alexander SelkirkAlexander Selkirk soll bereits vor Ablegen des Cinque Ports sein Bleiben auf Insel bereut haben und litt aufgrund seiner Entscheidung und der Einsamkeit unter schweren Selbstvorwürfen und Depressionen. Die Insel bot Selkirk aber ausreichend Trinkwasser, Früchte und auch Fleisch, um sein Überleben zu sichern. Zunächst hielt er sich vorwiegend in Strandnähe auf weil er wilde und gefährliche Tiere auf der Insel vermutete, orientierte sich dann aber ins Innere der Insel. Hier hatte er eine große Auswahl an genießbaren Nahrungsmitteln, unter anderem Milch und Fleisch von Ziegen oder auch Gemüse wie Kohl und unkultivierte Rüben. Als ihm sein Schießpulver ausging musste er zu Fuß und ohne Waffen jagen, stürzte dabei versehentlich von einer Klippe, blieb zunächst bewusstlos, aber letztlich von Knochenbrüchen verschont.

Briefmarke Romanfigur Robinson CrusoeIm Jahre 1707 sichtete er zum ersten Mal ein Schiff vor der Küste, flüchtete dann aber ins Landesinnere, weil es sich um ein spanisches Schiff handelte und er die Konsequenzen als Brite und Kaperfahrer fürchtete. Die langersehnte Rettung kam am 2. Februar 1709 mit dem britischen Segler "Duke", ein Kaperschiff unter Kapitän Woodes Rogers. Mit an Bord: der ehemalige Kapitän des Kaperschiffes St. George, "William Dampier", auf der "Duke" allerdings nur in der Eigenschaft als Schiffsnavigator.

Ruhiger wurde Alexander Selkirk allerdings auch nach seiner Rettung nicht. In seiner Heimat führte er zunächst seinen unstetigen Lebenswandel fort, fuhr wieder zur See, floh 1717 mit einem 16 jährigen Milchmädchen nach London um sie dort zu heiraten, fuhr wieder zur See, heiratete eine verwitwete Gastwirtin, entzog sich der Gerichtsbarkeit wieder durch das Anheuern auf ein Schiff und starb schließlich 1721 als Leutnant an Bord des königlichen Segelschiffes Weymouth vor der afrikanischen Westküste (angeblich) an Gelbfieber.

Anmerkung: Wer die Robinson Crusoe Insel bzw. die Osterinsel im Rahmen einer Südamerika Reise besucht und möglicherweise noch etwas Zeit hat sollte nicht vergessen, dass Argentinien an Chile grenzt und sehr interessante Urlaubsmöglichkeiten bietet.

Karten:
- Sehenswürdigkeiten
- Übersicht Hanga Roa
- Lageplan Rano Raraku

Pazifik:
- Robinson Crusoe
- Meuterei auf der Bounty

Navigation:
- Home

- Inselbeschreibung
- Geschichte
- Personen
- Kultstätten
- Moai´s
- Kunst
- Vulkane und Nebenkrater
- Höhlen
- RongoRongo Schrift
- Rapanui Sprache

- Impressum

- Reisen zur Osterinsel
- Reiseinformationen
- Hotels + Pensionen
- Tourismus + Umwelt


Bookmark and Share

www.osterinsel.de | © Robinson Crusoe - die bekannte Geschichte aus dem Pazifik