Plaza Policarpo Toro - Gedenkstätte
zur Übereignung der Osterinsel an Chile
Plaza Policarpo Toro
Wer sich für die jüngere Geschichte der Osterinsel
interessiert, der sollte die Gedenkstätte am "Plaza Policarpo
Toro" nicht verpassen. Dieser Platz befindet sich an der Kreuzung
"Atamu Tekena" und "Te Pito te Henua" und ist
nach "Policarpo Toro" benannt, dem Mann, der die Osterinsel
1888 an Chile vermittelt hat. Am Plaza Policarpo Toro werden dann
auch die die Büsten Policarpo Toros sowie dem Rapanui Häuptling
Atamu Tekena gezeigt, die für die Übertragung der Osterinsel
an Chile verantwortlich waren.
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Policarpo Toro kam 1875 erstmalig auf die Osterinsel, und zwar
als Seekadett auf dem chilenischen Schiff "O`Higgins".
Im Jahre 1883 besuchte er die Osterinsel ein zweites Mal und erarbeitete
in dieser Zeit ein Dokument, in dem er die strategischen und wirtschaftlichen
Vorteile Chiles an der Osterinsel hervorhob. Im Auftrag der chilenischen
Regierung besuchte Toro die Osterinsel im Jahre 1887 erneut, um
mit Alexander
Salomon jr. sowie den Rapanui über eine Übereignung
der Insel an Chile zu verhandeln. Salomon verkaufte am 2. Januar
1888 seine Schaffarm sowie seine Ländereien für 6.500
Gold-Pfund an die chilenische Regierung und trat damit sämtliche
Rechte an Chile ab.
Am 09.September 1888 kommt es dann auf dem Kriegsschiff Angamos
zur Unterzeichnung des bis heute umstrittenen Übereignungsvertrages.
Der Grund für den Vertragsabschluss aus Sicht der Rapanui
war die Erwartung, sich mit Hilfe der chilenischen Regierung besser
gegen Übergriffe Fremder wehren zu können.
Während
Befürworter heute meinen, die Osterinsel wäre ohne die
Wirtschaftskraft Chiles nicht überlebensfähig, meinen
Gegner, Chile hätte keinen Rechtsanspruch an der Insel und
fordern eine Autarke Inselregierung. Die Gegner meinen, dass der
1888 in Spanisch sowie Rapa Nui verfasste Übereignungsvertrag
von den Formulierungen nicht identisch sei. Während die Spanische
Version von einer unumkehrbaren Übereignung der Insel an
Chile spricht, soll es in der Rapanui-Version nur um ein Nutzungsrecht
gehen. Außerdem soll der Inselkönig Atamu Tekena dem
chilenischen Marinekommandanten Policarpo Toro zum Zeichen der
Nutzungsrechte nur ein Büschel Gras überreicht haben
und keine Erde.
Die linke Büste zeigt den Vertreter der Rapa Nui "Atamu
Tekena", die rechte Büste den damaligen Marine-Kommandanten
und Vertreter Chiles "Policarpo Toro".
Der überwiegende Teil der Rapanu ist heute allerdings der
Meinung, ohne Chile könne die Osterinsel tatsächlich
nicht überleben, denn Chiles Staatshaushalt weist für
die Osterinsel jährliche Belastungen in Millionenhöhe
aus. Da sämtliche Wirtschaftsgüter auf die Insel eingeflogen
werden müssen, hat Chile 1997 jeder Rapanui-Familie 5 Hektar
Land zur Eigenbewirtschaftung übertragen. Dieses Land wurde
vom Nationalpark abgetrennt. Seit einigen Jahren ist der 9. September
auf der Osterinsel ein Feiertag. An diesem Tag werden auf dem
Plaza Policarpo Toro Feierlichkeiten ausgetragen, an denen u.a.
Vertreter der Behörden, Schulen und auch der Kirche teilnehmen.
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