Maunga Orito - Der Obsidian-Steinbruch auf der Osterinsel

Maunga Orito - Der Obsidian-Steinbruch auf der Osterinsel


Maunga Orito - Der Obsidian-Steinbruch auf der Osterinsel


Maunga Orito auf der OsterinselLage Maunga OritoSüdöstlich von Hanga Roa (mehr oder weniger am Ende der Landebahn) befindet sich der 220 Meter hohe "Maunga Orito" auf dessen Kuppe sich eine meteorologische Station befindet. Der Maunga Orito ist ein Hügel mit einer Neigung von bis zu 30 Grad ohne kulturelle Bauten der Rapanui und deshalb für die meisten Touristen der Osterinsel nicht besonders attraktiv. Außerdem führt der Weg zur Spitze entlang der örtlichen Mülldeponie. Dennoch lohnt es sich, dem Orito einmal seine Aufmerksamkeit zu schenken, denn am Orito lagern größere Vorkommen an Obsidian Vulkan-Glas.

Meteorolgische Station auf dem Orito - OsterinselDie Osterinsulaner konnten aufgrund ihrer isolierten Lage auf keinerlei Erze zur Gewinnung von Metallen zurückgreifen und so lebten sie selbst bei der Entdeckung durch die Europäer im Jahre 1722 noch mit Steinwerkzeugen. Die meisten Schneid- und Stichwerkzeuge wurden daher aus Obsidian-Glas gefertigt, das hier am Orito rund 100 Meter unterhalb des Gipfels, abgebaut wurde. Eine weitere Obsidian-Quelle (von insgesamt 4) findet sich übrigens auf dem kleinen Motu Iti an der Südwestspitze der Osterinsel.

Ohne große Mühe ließ sich das Obsidian aus dem Berg schlagen und ohne Mühe ließen sich aus den Bruchstücken scharfe Messer, Sichel oder auch Waffen anfertigen. Die früheren Abbaustellen am Orito sind heute zum größten Teil überwuchert, doch finden sich dort, selbst heute noch, hunderte von so genannten "mata" Spitzen, also die Spitzen der früheren Wurfspeere. Die Form dieser Spitzen sieht aus wie das Symbol des "Pik-As"; die Spitzen sind so groß wie eine durchschnittliche menschliche Faust. TOP

Obsidianspitzen vom Orito - Osterinsel

Alfred Métraux hat in seinem Buch einmal erklärt, wie diese Spitzen hergestellt wurden: Von dem Obsidian-Klumpen, den der Handwerker aus dem Steinbruch geschlagen hatte, wurde mit einem einzigen Schlag ein großer Splitter abgeschlagen. Dieses Objekt erhielt dann seine endgültige Form in dem mit einem Knochen- oder Holz-Werkzeug nach und nach kleine Splitter einfach abgedrückt wurden.

Moai Papa mit Augen aus Obsidian-Glas Eindrucksvolle Augen - die Pupillen aus ObsidianObsidian wurde aber nicht nur für die Herstellung von Schneidwerkzeugen oder Speerspitzen benutzt, sondern auch für die Verzierung von geschnitzten Kultobjekten, allerdings hier nur als Pupillen der Augen. Augen scheinen den Ureinwohnern sehr wichtig gewesen zu sein. Die Augäpfel bestanden immer aus Knochenscheiben, die Pupillen immer aus Obsidian-Glas. Derartige Augen sind zu finden an den Schutz- und Kultfiguren Moai Kavakava, Moai Tangata, Moai Papa, Moai Tangata Manu, dem Moko oder dem Tahonga, aber auch an Rangabzeichen dem Rei Miro oder den Symbolen der Macht, den Ao-Paddeln und den Ua-Stäben. Derartige Augen finden sich aber auch bei anderen Holzfiguren die keinen kultischen Charakter hatten wie beispielsweise Meerestiere (Fische oder Schildkröten). Schmuck (im Sinne von Ketten usw.) wurde von den Insulanern nicht gefertigt.

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