Ahu Ature Huki - Der aufgerichtete Moai von Thor Heyerdahl

Ahu Ature Huki - Der aufgerichtete Moai von Thor Heyerdahl


Ahu Ature Huki


Anakena SandstrandAhu Ature Huki Jeder der etwas länger auf der Osterinsel verweilt, wird sicherlich die Nordküste und den dortigen Sandstrand in der Anakena Bucht aufsuchen. Ist dieser Sandstrand doch (neben dem kleinen Ovahe-Strand) der einzige Sandstrand auf der ganzen Osterinsel. Außerdem gibt es hier den einzigen Palmenhain auf der Insel und natürlich eine Ahu-Anlage.

In dieser Bucht hat Thor Heyerdahl 1955/56 sein Lager aufgebaut, von hier aus hat er seine Archäologischen Forschungsarbeiten geleitet und sicherlich seine ersten Aufzeichnungen zu seinem berühmten Buch "aku-aku - Das Geheimnis der Osterinsel" verfasst. In dieser Bucht hat die Schulklasse verweilt die mit Thor Heyerdahls Schiff eine Ausflugsfahrt gemacht haben und in dieser Bucht sind zwei Kinder und der Lehrer dieser Schulklasse bei der Wiedereinschiffung ertrunken.

In Sichtweite des Sandstrandes steht die Ahu-Anlage "Nau Nau" mit sieben Moai´s, davon vier mit einem Pukao (einem Hut oder Haarschopf, da ist sich die Wissenschaft nicht ganz einig). An dieser Anlage hat der bekannte Rapa Nui Archäologe "Sergio A. Rapu" bei Ausgrabungen im Jahre 1978 die Fragmente eines Moai-Auges gefunden und damit die gesamte Fachwissenschaft überrascht. Hatte man bis dahin doch keinerlei Ahnung von der Existenz derartiger Augen, die den mächtigen Moai´s eine so beeindruckende Aura verleihen.

Ahu Ature HukiAhu Ature HukiEtwas abseits der Ahu-Anlage Nau Nau blickt ein weiterer Moai auf die siebenköpfige Gruppe, den man sich durchaus etwas näher anschauen sollte. Diese Anlage nennt sich "Ahu Ature Huki" und hat seit Thor Heyerdahls Aufenthalt in dieser Bucht eine ganz besondere Bedeutung erfahren: Dieser Moai wurde nämlich von 12 Rapa Nui innerhalb von nur 18 Tagen aufgestellt, und das nur mit drei längeren Holzhebel, kleinen Felssteinen und einigen Tauen. TOP

Thor Heyerdahl hat diesen Versuch sehr ausführlich in seinem Buch "aku-aku" beschrieben. Heyerdahl schreibt über Pedro Atan, der sich ihm als Bürgermeister vorgestellt hat und angeblich in direkter Linie noch von den Langohren (der geistigen Elite) abstammt. Pedro Atan spielt im Buch die Hauptrolle und wird dargestellt als jemand, der gerne Geschichten erzählt und dabei nicht immer bei der Wahrheit bleibt.

So zeigt sich Heyerdahl dann doch überrascht, als Pedro Atan sein Angebot wahr macht und mithilfe von nur 12 Helfern einen drei Meter hohen und 25 Tonnen schweren Steinkoloss (den Moai Ature Huki) wieder aufrichtet. Heyerdahl beschreibt eine Zeremonie mit einem rhythmischen Gesang, die das Aufstellen des Moai´s voranzugehen hat und dann das eigentliche Aufstellen mit einfachsten Mitteln. In seinem Buch heißt es: TOP

Ahu Aturi Huki beim Aufstellen im Jahre 1956"Die Figur bohrte ihr Gesicht tief in die Erde, aber es gelang doch, die Spitzen der (Holz)Stangen darunter zuschieben. Drei oder vier Mann hängten sich an das Ende jedes Hebels und zerrten aus Leibeskräften. Der Bürgermeister lag indessen flach auf dem Bauch und schob kleine Steine unter den Kopf. Schließlich sahen wir eine schwache Bewegung, ein Zittern lief durch den Riesen, wenn sich die elf Burschen am äußersten Ende ihrer Hebebäume mächtig ins Zeug legten. Sonst geschah nichts, abgesehen davon, dass der Bürgermeister auf den Bauch lag und Steine hin- und herschob. Aber die Stunden vergingen, und die Steine, die er auswechselte, wurden größer und größer. Als der Abend kam, erhob sich das Haupt des Riesen gut ein Meter über den Boden. Der Spalt auf der Unterseite der Figur war dicht mit Geröll ausgestopft. Am nächsten Tag wurde der eine Balken als überflüssig weggelegt, fünf Mann arbeiteten nun an jedem der beiden übrigen. Der Bürgermeister betraute seinen jüngeren Bruder mit der Aufgabe, die Steine unter die Statue zu schieben, er selbst stellt sich auf die Tempelmauer. Wie ein Kapellmeister ruderte er mit den Händen durch die Luft und dirigierte seine Mannschaft mit knappen Befehlen und rhythmischen Rufen:
Etahi, erua, etoru! Eins-zwei-drei! Eins-zwei-drei! Festhalten! Drunter schieben! und noch einmal: Eins-zwei-drei! Eins-zwei-drei!
Am Ende des zweiten Tages hatten sie die Spitzen beider Balken unter die rechte Längsseite des Riesen geschoben, der sich ganz unmerklich zur Seite neigte. Aber das Unmerkliche wurde zu Millimetern, die Millimeter zu Zentimetern und die Zentimeter schließlich zu einem halben Meter."

In dieser Form beschreibt Heyerdahl das Geschehen weiter und nach 18 Tagen hatten die Männer es geschafft; nach mehr als 100 Jahren stand wieder ein Moai auf der Osterinsel.

An der Ahu-Anlage wurde eine Gedenktafel angebracht, auf dem unter anderem sinngemäß geschrieben steht: "Dieser Moai wurde 1956 unter Nutzung überlieferter Rapa Nui Methoden und unter Aufsicht von Pedro Atan und Lazaro Hotu aufgerichtet. Letztgenannter ist ein Nachkomme der früheren herrscherklasse mit dem Namen Hanau Eepe". Wieso Thor Heyerdahl die Zugehörigkeit des Pedro Atan in seinem Buch aku-aku nicht aufklärt, bleibt dabei unklar. TOP

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