Ahu Hanga Te'e-  Vaihu - Die gebogene Ahu Ruine

Ahu Hanga Te'e- Vaihu - Die gebogene Ahu Ruine


Ahu Hanga Te'e - Vaihu - Ruine mit 8 großen Moai´s als Touristenattraktion


Ahu Hanga Te'e - VaihuStandort Ahu Hanga Te'e in VaihuAn der Südküste der Osterinsel, rd. 10 Kilometer von Hanga Roa entfernt, befindet sich die Ahu-Anlage "Hanga Te'e" in der Region Vaihu. Bei dieser Anlage handelt es sich um eine Ahu-Ruine mit insgesamt acht großen Moai´s und ebenso vielen Pukao´s, die bisher nicht restauriert wurde. Dennoch wird diese beeindruckende Ruine von sehr vielen Touristen besucht, weil sie im Reiseprogramm vieler Reiseveranstalter die erste Station auf einer Besichtigungstour entlang der Südküste ist. Zumeist heißt es in den Broschüren:

"Zu Beginn dieses Tages besichtigen Sie die Maoi-Plattform Ahu Vaihu und Ahu Akahanga an der Südküste der Insel. Beide wurden nicht restauriert, ihre Moai liegen noch so am Boden, wie sie bei der mysteriösen Zerstörung der Kultstätten gefallen sind und über die Ahus, die eigentlichen Altarplattformen, auf denen die Moai aufgestellt wurden, ist mit der Zeit Gras gewachsen."

Die Reisegruppen werden in dieser Tagestour danach dann zumeist zum Rano Raraku geführt, dem Moai-Steinbruch der Osterinsel, dann zur ersten restaurierten Ahu-Anlage Tongariki und später zur Ahu-Ruine "Te Pito Kura" einschließlich der von Esotherikern erst gemachten "Sehenswürdigkeit" >>>Te Pito Te Henua<<<. Dieser 80 Zentimeter große Stein wird dem Touristen als "Mitbringsel" des Gründerkönigs "Hotu Matua" verkauft. Den krönenden Abschluss einer solchen Tour bildet der Besuch des einzigen Sandstrandes der Insel, die Anakena-Bucht.


An der Schautafel der Ahu-Anlage Vaihu erfährt der Besucher, dass diese Ahu-Ruine einen sehr guten Eindruck vermittelt, wie die Zeremonie-Anlagen während der kriegerischen Auseinandersetzungen (die Geschichtsschreibung nennt dabei die Zeit um 1680) zerstört wurden. Die Moai wurden vornüber umgestoßen, damit sie in ihrer Mana-Kraft geschwächt werden; die lose auf dem Moai´s sitzenden Pukao´s rollten teilweise bis ins Wasser der linksseitig gelegenen Bucht, sie wurden 1986 geborgen. Die an der Ahu-Anlage Hanga Te'e - Vaihu angrenzende Bucht war in früheren Jahrhunderten ein wichtiger Ausgangspunkt für den Fischfang und wird bis zum heutigen Tage noch als solcher genutzt.

Vor der Ahu-Anlage Hanga Te'e - Vaihu befindet sich ein so genannter "Paina", ein Kreis aus Steinen. Dieser Steinkreis hatte für die Rapanui und ihre Hohepriester eine besondere Bedeutung. Es heißt, in diesem Kreis wurden bestimmte Gedenk-Rituale abgehalten.

Die Anlage Hanga Te'e in Vaihu hat noch eine Besonderheit aufzuweisen: Die seeseitige Stützmauer der Ahu-Anlage ist, im Gegensatz zu den Stützmauern anderer Anlagen, nicht gerade, sondern halbrund.

Ahu Hange Te'e - die seeseitige Stützmauer der Ahu-Anlage ist halbrund

gekrümmter Ahu Hanga Te'e in VaihuOb die Ahu-Anlage Hanga Te'e - Vaihu tatsächlich während der Auseinandersetzungen zwischen den Langohren und Kurzohren (um 1680) zerstört wurde oder vielleicht später, ist historisch nicht belegt. Die Geschichtsschreibung geht davon aus, dass es den Konflikt zwischen den Kurz- und Langohren tatsächlich gegeben hat, jedoch wurden dabei nicht alle Ahu-Anlagen zerstört. Die ersten Entdecker im 18. Jahrhundert berichteten, dass es noch intakte Anlagen gegeben habe.

Die Berichte der ersten europäischen Entdecker deuten aber daraufhin, dass es nach dem großen Krieg zwischen den Langohren und Kurzohren zu einem kulturellen Zusammenbruch kam. Admiral Jacob Roggeveen berichtet 1722 beispielsweise über ziemlich große und starke Männer mit bräunlicher Körperfarbe und angenehmen Gesichtszügen, allerdings mit Kanus die nicht seetüchtig gewesen seien. Auch der 1722 noch junge Korporal, zuständig für die Roggeveens Seesoldaten, der Rostocker Carl Friedrich Behrens, berichtet, die Oster-Insulaner hätten ein sanftes, angenehmes, sittsames und untertäniges Wesen gezeigt. James Cook dagegen vermittelt in seinem Reisebericht von 1774 den Eindruck, auf der Osterinsel gäbe es nur notleidende Menschen, die kein Fischfang betrieb und augenscheinlich nur Rattenfleisch zur Verfügung hätten. Der Franzose Jean Francois Galoup La Pérouse berichtete 1786, dass die Oster-Insulaner scheinbar ihre schlimmste Not überstanden hätten.

Mündliche Überlieferungen späterer Nachkommen berichten von immer wieder aufkeimenden Konflikten zwischen einzelnen Stämmen bis hin zur totalen Vernichtung der unterlegenden Parteien. Schon aus Nichtigkeiten konnten tödliche Provokationen mit Kriegsfolgen der Stämme kommen. Während dieser Auseinandersetzungen wurden dann auch die zum jeweiligen Stamm gehörenden Ahu-Anlagen zerstört und die als Grenzmarkierung dienenden Inland-Moais umgeworfen. Überlebende der unterlegenden Partei wurden gefangen genommen und während der späteren Feierlichkeiten von den Siegern getötet und verspeist.

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