Der Ahu "Tahai"-Komplex - Die restaurierte Zeremonie-Anlage bei Hanga Roa

Der Ahu "Tahai"-Komplex - Die restaurierte Zeremonie-Anlage bei Hanga Roa


Der Ahu "Tahai"-Komplex


Ahu Tahai Komplex bei Hanga RoaAhu TahaiDie sicherlich am häufigsten fotografierte Zeremonie-Anlage auf der Osterinsel ist ganz sicher der Ahu Komplex "Tahai" in Hanga Roa. Dies liegt einfach nur an der Tatsache, dass der Komplex für die Touristen sehr leicht erreichbar ist (etwa 15 Minuten Fußweg vom Stadt-Zentrum Hanga Roa) und wegen der abendlichen Kulisse am westlichen Horizont. Es gibt wohl kaum ein Tourist auf der Osterinsel, der nicht ein derartiges Fotomotiv mit nach Hause nimmt.

Ahu Vai UriAhu TahaiDer Ahu Komplex "Tahai" besteht aus drei verschiedenen Ahu-Anlagen, und zwar aus der 34 Meter langen und vier Meter breiten Ahu Anlage "Vai Uri" mit insgesamt fünf Moai´s, die leider sehr stark beschädigt sind, dem eigentlichen Ahu Tahai mit einem fünf Meter hohen Moai (leider auch stark verwittert) sowie dem Ahu "Ko Te Riku" mit dem wohl bekanntesten Moai, denn diesem Moai wurden als einzigem Moai wieder Augen eingesetzt und dadurch erhält er eine ganz besondere Aura. Ahu Ko Te Riku - der sehende MoaiAußerdem trägt dieser Moai einen der beeindruckenden Pukao´s (einem Hut oder Haarschopf aus rotem Lavagestein).

Bootsanlegestelle am Ahu TahaiEtwas abseits des Gesamtkomplexes befinden sich mehrere vollständig restaurierte Paenga-Häuser, die früheren Unterkünfte der Arikis (Häuptlinge) bzw. der Priester; dazu finden sich weitere freigelegte Steinfundamente dieser Häuser, Steinkreise und Reste von "Umu"-Öfen, also Erdöfen in denen die Ureinwohner ihre Nahrung zubereitet haben. Zwischen der Ahu-Anlage Vai Uri und dem Ahu Tahai wurde außerdem noch eine ehemalige Bootsanlegestelle komplett restauriert. In dem Hügel der zum Sebastian Englert Museum hinaufführt befinden sich Höhlen. Die Höhleneingänge sehen ähnlich aus wie die Eingänge der Steinhäuser am Orongo.

Höhleneingänge an der Ahu-Anlage TahaiDie gesamte Anlage wurde in der Zeit von 1968 bis 1970 unter Leitung des US-amerikanischen Archäologen William Mulloy restauriert. William Mulloy war als einer der verantwortlichen Archäologen für die Thor Heyerdahl Expedition in den Jahren 1955 / 56 verpflichtet worden und ist dann mehr oder weniger bis zu seinem Tod im Jahre 1978 der Osterinsel treu geblieben. Seine Urne wurde 1978 in der Nähe des Ahu Vai Uri beigesetzt und mit einer kleinen Gedenktafel versehen.

Ahu Anlage bei SonnenuntergangSämtliche Moai´s am Tahai-Komplex gehören der mittleren Schaffensperiode (etwa 11. / 12. Jahrhundert n.Chr.) an obwohl Teile der Anlagen um das Jahr 500 n.Chr. und damit neben der Anlage Vinapu als die ältesten erhaltenen Bauwerke eingestuft werden. Eines der ältesten >>>Moai´s<<< findet sich am Ranu Raraku (Tukuturi), ist 3,70 Meter groß und kniet auf seinen Beinen. Die am Tahai stehenden Moai´s wurden ohne Beine dargestellt, aber zum Tragen von Pukao´s modelliert. Außerdem zeigen die Augenhöhlen, dass zu mindestens einigen früher Augen aus weißem Korallenkalk eingesetzt waren. Die Moai´s der letzten Schaffensperiode stehen ebenfalls am Ranu Raraku; diese Moai´s sind schlanker, man hatte für sie keine Pukao´s vorgesehen und auch keine Augen zum Einsetzen.

Briefmarke zum Thema Sonnenfinsternis auf der Osterinsel - Motiv Ahu Ko Te RikuDie Tatsache dass Ureinwohner den Moai´s früher Augen eingesetzt haben, wurde erst 1978 bekannt, denn als die ersten Europäer 1722 die Osterinsel betraten, fanden sie zwar noch intakte Ahu-Anlagen mit aufrecht stehenden Moai´s, keiner der Moai´s hatte jedoch diese markanten Augen. Nach mündlichen Überlieferungen der Ureinwohner soll es um 1680 einen Bürgerkrieg unter zwei verfeindeten Volksgruppen gegeben haben und infolge dieser Auseinandersetzungen wurden viele Moai´s umgeworfen aber alle Moai-Augen entfernt. 1978 hat der bekannte Rapa Nui Archäologe Sergio A. Rapu bei Ausgrabungen an der Ahu-Anlage Nau Nau Fragmente aus weißem Korallenkalk gefunden und sie als Moai-Auge identifizieren können. Thor Heyerdahl hatte bei seinen Ausgrabungen 1955/56 ähnliche Fragmente am Ahu Vinapu gefunden, sie aber als Art Opferschale eingestuft.

Die Bilder von der Osterinsel mit der Kennung ©#2# wurden uns freundlicherweise von Hans-Peter Grumpe zur Verfügung gestellt.

Karten:
- Sehenswürdigkeiten
- Übersicht Hanga Roa
- Lageplan Rano Raraku

Pazifik:
- Robinson Crusoe
- Meuterei auf der Bounty

Navigation:
- Home

- Inselbeschreibung
- Geschichte
- Personen
- Kultstätten
... Ahu Zeremonie-Plattform
... Ahu Akahanga
... Ahu Atanga - Ufo-Rampe
... Ahu Akivi
... Ahu Ature-Huki
... Ahu Hanga-Poukura
... Ahu Hanga Te'e -Vaihu
... Ahu Huri A Urenga
... Ahu Mahatua
... Ahu Nau Nau (Anakena)
... Ahu One Makihi
... Ahu Ra ai
... Ahu Riata
... Ahu Tahai
... Ahu Tepeu
... Ahu Te Pito Kura
... Ahu Tongariki
... Ahu Vai Mata
... Ahu Vinapu

... Orongo
... Insel-Motu-Nui

- Moai´s
- Kunst
- Vulkane und Nebenkrater
- Höhlen
- RongoRongo Schrift
- Rapanui Sprache

- Impressum

- Reisen zur Osterinsel
- Reiseinformationen
- Hotels + Pensionen
- Tourismus + Umwelt


Bookmark and Share

www.osterinsel.de | © Der Ahu "Tahai"-Komplex - Die restaurierte Zeremonie-Anlage bei Hanga Roa