Ahu Tongariki - Die größte Zeremonie-Anlage auf der Osterinsel

Ahu Tongariki - Die größte Zeremonie-Anlage auf der Osterinsel


Ahu Tongariki


Ahu Anlage TongarikiAhu TongarikiDie größte, jemals auf der Osterinsel, angelegte Zeremonie-Anlage befindet sich in der Hotu-iti-Bucht an der südlichen Küstenlinie der beginnenden Poike-Halbinsel. Diese Anlage nennt sich "Ahu Tongariki" und soll ursprünglich 215 Meter breit und vier Meter hoch gewesen sein. Die Ahu-Anlage "Tongariki" ist nicht nur die größte religiöse Anlage auf der Osterinsel, sondern auch die größte in ganz Polynesien. Auf keiner der vielen polynesischen Inseln findet sich eine vergleichbare Anlage.

Diese mächtige Zeremonie-Anlage soll im Laufe von 900 Jahren immer wieder verändert und erweitert worden sein. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass in dieser Bucht möglicherweise bis zu 33 Moai´s auf verschiedenen Ahu-Plattformen gestanden haben. Im 17. Jahrhundert hat hier die zuvor beschriebene Anlage mit 15 Moai´s gestanden. Sie wurden etwa um 1680 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen den "Langohren" und den "Kurzohren" umgeworfen. Ein Tsunami am 23. Mai 1960 riß die Anlage dann komplett auseinander und spülte die bis zu 90 Tonnen schweren Moai´s, aber auch die gesamte Plattform, ins Landesinnere.

Ahu Tongariki nach der Restaurierung

Der chilenische Archäologe "Gonzalo Figueroa" war an diesem Tag auf der Osterinsel und berichtete später: "Die ganze Bucht war nicht mehr wiederzuerkennen. Alle Felsen und Steine hatten plötzlich nicht mehr ihre grauschwarze Farbe, sondern waren gelblich, denn die Wellen hatten die Steine umgedreht. Wo der so mächtige Ahui noch vor wenigen Stunden gestanden war, konnte man nur mehr erahnen. Alles war voll von grünem Seetang, das inzwischen zu trocknen begonnen hatte, dazwischen lagen menschliches Gebein aus den Grabkammern, tote und sterbende Fische und Hummer. Es war eine sehr apokalyptische Szenerie." TOP

Briefmarke zum Thema Sonnenfinsternis auf der Osterinsel - Motiv Ahu TongarikiBriefmarke zum Thema Ahu TongarikiIm Jahre 1969 wurde die Anlage von der UNESCO in die Liste der weltweit restaurierungswürdigen Kulturdenkmäler mit aufgenommen, die notwenigen Gelder für eine Rekonstruktion konnten aber nicht bereitgestellt werden. Im Jahre 1979 erarbeiteten dann Claudio Cristino und Patricia Vargas von der Universität Chile einen ersten Plan zur Rekonstruktion der Anlage.

Briefmarke zum Thema Sonnenfinsternis auf der Osterinsel - Motiv ein Moai von der Ahu-Anlage TongarikiGeld zum Aufbau der Ahu Anlage Tongariki kam dann allerdings aus einer unerwarteten Quelle, nämlich von dem japanischen Unternehmen für Schwerlastkräne "Tadano" aus Tokio. Im Jahre 1988 wurde in Japan ein Filmbeitrag über die Osterinseln ausgestrahlt und darin wurde der ehemalige Museumsdirektor und Gouverneur "Sergio A. Rapu" vor der zerstörten Tongariki-Anlage interviewt. Sergio A. Rapu, ein Insulaner, der in den USA und Tahiti Archäologie studiert hatte, sollte ursprünglich nur einige Worte über die Insel verlauten lassen, ging dann aber direkt auf die Anlage Tongariki ein und meinte, wenn er Geld hätte, würde er gerne diese Anlage wieder aufrichten.

Zwei Tage nach Ausstrahlung dieser Sendung erklärte sich die japanische Firma Tadano bereit, nicht nur einen Schwerlastkran, sondern zusätzlich noch einmal 600.000 US-Dollar für die Rekonstruktion und den Aufbau der Anlage Tongariki zu stiften. Ja, Tadano inszenierte sich sogar im japanischen Fernsehen mit einem TV-Werbespot "Wir retten die Osterinsel". TOP

Ahu Anlage Tongariki auf einem Foto von 1914

1992 wurde von Archäologen ein Fünf-Phasen-Plan für den Aufbau der Anlage aufgestellt. Hierbei sollten die besten Spezialisten der Welt helfen, die Anlage zu rekonstruieren. Zunächst wurde die Altar-Plattform anhand von Grabungen und alter Fotos wieder hergestellt. Dabei ergaben die Ausgrabungen, dass die Anlage ursprünglich wesentlich größer gewesen sein muss als zunächst angenommen. Im Sommer 1993 erreichte der Schwerlastkran die Insel; im Spätsommer 1993 begann man, die Moai´s wieder aufzustellen. Aufstellen der Moai´s mittels Tadano-KranAutokran von Tadano beim Aufstellen der Moai´s am Ahu TongarikiDann kam das Aufstellen aller Moai´s zunächst ins Stocken, weil die zur Verfügung gestellten Geldmittel zu Ende gingen und einige Moai´s zunächst komplett restauriert werden mussten. Alle Moai´s wurden zwar 1994/95 aufgestellt, doch seither steht das geplante Großprojekt mehr oder weniger still.

In dem Fünf-Phasen-Plan war vorgesehen, nicht nur die eigentliche Anlage und die 15 Moai´s wieder aufzustellen, sondern dazu ein komplettes historisches Dorf mit einem Zeremonien-Platz aufzubauen. Es sollte mehr oder weniger ein einzigartiges Freilichtmuseum entstehen, in dem auch gefundene Artefakte gezeigt werden sollten. Das ganze wollte man einzäunen und von den Touristen Eintrittsgelder verlangen. Doch fehlende Gelder und Kompetenzstreitigkeiten ließen das Großprojekt auf die chilenische Alleinzuständigkeit zurückschrumpfen. Alleine japanische Archäologen fühlen sich für die Anlage noch verantwortlich und schicken regelmäßige Delegationen, die den Zustand der Anlage überprüfen und kontrollieren. Aufgrund der Unstimmigkeiten und des enormen Geldbedarfs des Projektes stellte dann auch Tadano die Förderung ein. Einzig was Tadano blieb ist ein kurzer Verweis auf seiner Website. 92 Petroglyphen weisen am Tongariki auch auf den Vogelmann-Kult hin

Tongariki - Der jährliche Vogelmann hat hier residiertAn der Stelle, wo bei Tongariki die Straße eine Kurve macht, befinden sich Bodenfelsen mit insgesamt 82 Petroglyphen, darunter die Abbildungen vom Schöpfergott Make Make, Vogelmänner, Meerestiere und auch Rongorongo Schriftzeichen. Von hier soll auch der Schreiber der erhaltenen Rongorongo-Tafel B – Aruku-Kurenga stammen, der während der Überfälle der peruanischen Sklavenjäger (1862 / 1863) ums Leben gekommen sein soll. Die Tafel trägt den Namen des Schreibers, nämlich Aruku-Kurenga. Dieses Gebiet nennt sich "Papa Tataku Poki" . In früheren Jahrhunderten haben hier Häuser gestanden. Der Überlieferung nach soll der aus dem jährlichen Vogelmann-Kult ernannte Vogelmann, sein entsagungsreiches Leben in eines dieser Häuser verbracht haben. TOP

"The Traveling Moai"Die Anlage ist heute rund 100 Meter lang, sechs Meter breit sowie vier Meter hoch. Auf der Anlage stehen alle 15 Moai´s, der kleinste Moai misst 5,4 Merter, der größte Moai 14 Meter. Ein einziger Moai trägt einen Pukao (Hut oder Haarschopf, da ist sich die Wissenschaft nicht ganz sicher).

Etwa 100 Meter abseits steht ein unscheinbarer Moai der aussieht als würde er der großen Tongariki-Anlage den Rücken zukehren und "schmollen". Dieser Moai hat aber eine ganz interessante Geschichte: Es ist einer der Moai´s, den Thor Heyerdahl bei Transportexperimenten von Insulanern hat bewegen lassen. Dabei wurde dieser an der Basis etwas beschädigt. Außerdem ist er der einzige Moai, der die Osterinsel für eine lange Reise verlassen hat und wieder zurückgekehrt ist. Er "durfte" sich während der Weltausstellung in Osaka zeigen. Danach wurde er wieder auf die Osterinsel gebracht und am Tongariki wieder aufgestellt. Seither trägt dieser Moai auch den Spitznamen "The Traveling Moai".


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