Der fast fertige Moai am Rano Raraku

Der fast fertige Moai am Rano Raraku


Der fast fertige Moai am Rano Raraku


Der fast fertige Moai am Rano RarakuStandort des fast fertigen Moai am Rano RarakuSinnbild für das abrupte Aufhören der Steinmetzarbeiten am Krater Kegel Rano Raraku ist ein Moai, der etwas oberhalb des "El Gigante" mit einen mehr oder weniger hauchdünnen Rückenkamm noch mit dem Fels verbunden am Berg liegt. Den genauen Standort dieses Moai´s kann man gar nicht verfehlen, wenn man sich nur an den Moai "Te Tokanga" (El-Gigante) orientiert, der mit seinen 21,6 Metern alle anderen Moais um das Doppelte überragt hätte, wenn man ihn denn jemals aus den Stein geschlagen hätte.

Am Rano Raraku stehen und liegen 397 Moai´s und seit der Entdeckung der Osterinsel im Jahre 1722 hat sich jeder Besucher gefragt, warum dort so viele fertige und unfertige Moai´s mehr oder weniger aufgegeben wurden. Aus den mündlichen Überlieferungen der Rapa Nui weiß man, dass es um 1680 einen großen Bürgerkrieg zwischen den Kurzohren und den Langohren gegeben hat, bei dem alle Langohren ausgelöscht wurden. Seither wurde am Rano Raraku nicht mehr gearbeitet und in der Tat sieht es so aus, als hätten die Steinmetze und ihre Helfer die Arbeit von einem zum anderen Tag einfach eingestellt. Der gesamte Steinbruch am Rano Raraku wirkt, als sei eine Firma in Konkurs gegangen und niemand hätte sich gefunden, die "Konkursmasse" zu übernehmen. Selbst Thor Heyerdahl schreibt in seinem Buch "aku-aku - Das Geheimnis der Osterinsel", im Steinbruch hätten sich 1956! noch hunderte von Steinmeißeln zwischen den Moai´s befunden.

Experiment von Thor Heyerdahl einen Moai aus dem Fels des Rano Raraku schlagen zu lassenExperiment von Thor Heyerdahl, einen Moai aufstellen zu lassenLange wurde gerätselt, wie die Ureinwohner die Moai´s mit einfachen Steinwerkzeugen aus dem Fels schlagen konnten, doch Thor Heyerdahl hat mit seiner experimentellen Archäologie gezeigt, dass die Arbeit mit und an den Moia´s gar nicht so gigantisch schwer gewesen sind. In einem Test hatten sich sechs Rapa Nui bei Thor Heyerdahl bereiterklärt, einen Moai aus dem Fels zu schlagen. Nach drei Tagen mussten sie zwar aufgeben, weil sie in der Steinbearbeitung nicht geübt waren, doch hat Heyerdahl hochgerechnet, dass eine Kolonne von sechs Steinmetzen nur etwa 12 bis 15 Monate gebraucht hätten, einen Moai komplett aus dem Fels zu schlagen. Ein weiterer Versuch hat gezeigt, dass 180 Mann einen 25 Tonnen schweren Moai leicht ziehen konnten und 12 Mann konnten einen 30 Tonnen schweren Moai in nur 18 Tagen aufstellen, und zwar mit den einfachsten Mitteln. TOP

Der Berg Rano Raraku besteht aus weichem, mit Lapilli durchsetzten Tuffstein; am Rano Raraku sollen auch angefangene Moai´s liegen, die aufgrund Lapilli Adern aufgegeben werden mussten. Der Moai oberhalb des El-Gigante wurde aber nicht aufgegeben; er befindet sich in der letzten Phase der Herstellung und liegt nur noch in einem ganz kleinen Rückenkamm am Berg und es lohnt sich, einmal an diesen Moai heranzutreten.

Anhand der Grafik sieht man, wie die Steinmetze am Rano Raraku viele der Moai´s aus dem Fels getrieben haben.

    Arbeitsschritte beim Herausschlagen eines Moai´s am Rano Raraku
  1. Herstellen eines Arbeitsfeldes; die obere Rinne wird gemeißelt
  2. Die obere Rinne wird fortgeführt; die untere Rinne wird angelegt
  3. Die obere Rinne wird senkrecht nach unten gezogen
  4. Der Moai wird ausgehauen; am Rücken bleibt ein Steg stehen
  5. Der Moai wird mit Steinen unterfüttert; der Steg wird abgeschlagen
  6. Der Moai wird aus dem Arbeitsfeld herausgezogen

Der oben im Bild gezeigte Moai befindet sich im Stadium 4.


Waren die Moai´s einmal aus dem Fels gelöst (Stadium 6.), so wurden sie am Berg an Seilen herunter gelassen. Auf dem Kraterrand des Rano Raraku finden sind noch heute Löcher, in denen Baumstämme eingelassen wurden, um daran die Halteseile zu führen. Wikipedia schreibt, "auf halber Höhe des Hanges wurden die Steinfiguren in Gruben stehend >>zwischengelagert<<, dort fertiggestellt, fein bearbeitet und der Steg am Rücken vollständig entfernt." TOP

Grafik - Aufstellen der Moai´s am Rano Raraku

Zum Thema "Zwischenlagerung" gibt es allerdings auch andere Stimmen: Einige Forscher meinen, die fertigen Moai´s am Rano Raraku seien gar nicht für den Weitertransport bestimmt gewesen, sondern hätten am Berg bereits ihren jeweiligen Standort gefunden. Der deutsche Ethnologe Hans Schmidt kommt bereits 1927 zu dem Schluss, speziell im Krater des Rano Raraku befänden sich Moai´s, die aufgrund ihrer Position hätten gar nicht aus dem Krater entfernt werden können. TOP

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