Moai´s im Landesinneren der Osterinsel

Moai´s im Landesinneren der Osterinsel




Moai´s im Landesinneren


In den meisten Veröffentlichungen heißt es: "Mit Ausnahme einiger weniger Moai´s seien alle Moai´s ausschließlich an den Küstenlinien der Osterinsel aufgestellt worden." Einige Autoren verbinden diese Behauptung wenigstens noch mit: "Moai´s auf den Ahu-Anlagen", andere wollen wissen, dass lediglich die Ahu-Anlage "Akivi" (also die Anlage mit den sieben Kundschaftern) die einzige Ahu-Anlage auf der Osterinsel sei, die im Inneren der Insel aufgestellt wurde. Alleine die Tatsache, dass auf der Osterinsel bereits zwei restaurierte Ahu-Anlagen im Landesinneren zu finden sind (der Ahu A Kivi sowie der Ahu Huri A Urenga) zeigt schon, dass viele dieser Darstellungen schlicht und einfach falsch sind.

Glaubt man den Veröffentlichungen der britischen Forscherin Katherine Routledge sowie den Südsee-Archäologen Carl Lipo und Terry Hunt, so gab es im Landesinneren sowohl mehrere Ahu-Anlagen mit Moai´s als auch einzelne aufgestellte Moai´s. Lipo und Hunt sind der Meinung, es habe mindestens sechs Ahu-Anlagen im inneren der Osterinsel gegeben, auf denen auch Moai´s gestanden haben (zu erkennen an den grünen Punkten der oberen Karte).

Hinsichtlich der vielen Moai´s, die überall auf der Insel verteilt zu finden sind, meinen die Forscher, es handele sich bei der überwiegenden Zahl der TOP
einzelnen Moai´s um Grenzmarkierungen ehemaliger Territorialgrenzen (siehe obere Karte) und nur einige wenige Moai´s seien tatsächlich beim Transport zerbrochen und aufgegeben worden. Katherine Routledge will bei ihrer 17-monatigen Forschungsreise insgesamt sechs historische Straßen zum Transport der Moai´s ausgemacht haben. Lipo und Hunt griffen diesen Gedanken auf und untersuchten das Straßen- und Wegesystem unter anderem mittels Satellitenaufnahmen und darauf basierende Untersuchungen am Boden. Auf diese Weise konnten sie ein Wegenetz von insgesamt 32 Kilometer nachweisen. "Vermutlich seien es mehr als doppelt so viel Kilometer gewesen" hieß es 2005 in einer Veröffentlichung der Zeitschrift Antiquity. "Die Pfade verbinden keine Wohngebiete. Vielmehr wurden sie offenbar vorrangig für den Transport der Statuen angelegt", hieß es weiter. Mit einer Ausnahme liegen auch alle, als zerbrochen und aufgegeben gekennzeichneten, Moai´s an den vom Rano Raraku ausgehenden Transportstraßen (siehe untere Karte).

Die These von den Grenzmarkierungen für Territorialgrenzen ist nicht von der Hand zu weisen. Katherine Routledge hatte schon 1914/15 die im Inland liegenden Moai´s untersucht und dabei starke Erosionsspuren an den im Sediment liegenden Seiten entdeckt. Also mussten auch diese Moai´s über längere Zeit aufrecht gestanden haben. Routledge hatte schon 1915 durch Befragungen der Rapa Nui ermittelt, dass es insgesamt 11 Territorien gegeben hatte und viele der im Inland der Insel liegenden Moai´s befinden sich auch nach den Erkenntnissen Lipo und Hunt ´s an diesen Grenslinien.

Geht man einmal von der Möglichkeit aus, die fertigen Moai´s am Rano Raraku Krater würden nicht auf ihren Abtransport warten sondern hätten jeweils ihren endgültigen Standort gefunden, so gibt es sogar mehr als hundert Moai´s, die im Inneren der Insel aufgestellt wurden. Betrachtet man die fertigen Moai´s am Rano Raraku und vergleicht sie mit den Moai´s auf den Ahu-Anlagen, dann sind auch viele der Moai´s schlanker, zudem haben die meisten keine Augenhöhlen und waren auch nicht vorgesehen, einen Pukao zu tragen.

Die Tatsache, dass die meisten Moai´s und auch die meisten Ahu-Anlagen an den Küstenregionen zu finden sind, hat nach Meinung vieler Archäologen keine tiefere Bedeutung. Im Landesinnere gibt schlicht und einfach zu wenig Wasser. Außer Süßwasserseen in den Kratern des Rano Kau, Rano Raraku und Rano Aroi gibt es keine Gewässer auf der Insel. Die Osterinsel ist eine Vulkan-Insel mit porösem Tuffgestein. Das Regenwasser versickert schnell in den Boden, sammelt sich auf härtere Schichten und fließt unterirdisch zur Küste. Gerade an der Südküste sind in der Nähe der Ahu-Anlagen künstlich angelegte Tiefbrunnen zu finden, aus denen Süßwasser geschöpft wurde. Die ersten europäischen Entdecker waren deshalb auch der Meinung, die Rapa Nui würden Salzwasser trinken. TOP

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