Moai Ko Kona He Roa - mit Tattoo eines europäischen Segelschiffes

Moai Ko Kona He Roa - mit Gravur eines europäischen Segelschiffes


Moai Ko Kona He Roa


Moai mit der Einritzung eines SegelschiffesStandort des Moai´s Ko Kona He RoaZu mindestens mal gesehen und betrachtet haben sollte man am Rano Raraku den Moai "Ko Kona He Roa". Er ist am Hang allerdings nicht leicht zu finden und daher leicht zu übersehen. Auf den ersten Blick wirkt der Moai nicht sonderlich spektakulär, doch trägt er auf seiner Brust eine Gravur in Form eines Segelschiffes. Das Schiff, das nicht sonderlich schön eingeritzt ist, ist ein Dreimaster Schiff. Das Schiff wurde sicherlich lange nach der Erstellung des "Ko Kona He Roa" eingeritzt, doch scheint es von den ersten Sichtungen europäischer Segelschiffe durch die Rapanui zu zeugen.

In den Annalen der Geschichtsbücher ist zwar festgeschrieben, dass die Flotte um den holländischen Admiral Jacob Roggeveen die Osterinsel am 5. April 1722 gesichtet hat und sie von der Mannschaft auch betreten wurde, doch dokumentiert ist, dass bereits 1687 der holländische Seeräuber Edward Davis mit seinem Segelschiff "Bachelor´s Delight" an der Osterinsel vorbei segelte. Segelschiff mit SchildkröteEs ist also durchaus denkbar, dass die Einritzung am Ko Kona He Roa die "Bachelor´s Delight" darstellen sollte, es könnte sich aber auch um eines der Schiffe von Roggeveen handeln. Geheime Steinkunst der Langohren - hier ein Dreimaster SegelschiffEine weitere Möglichkeit wäre, es stellt ein eigenes Schiff dar, denn auch die Rapa Nui haben Dreimaster-Schiffe erstellt, wie eine Steinfigur aus den geheimen Familienhöhlen der Langohren zeigt. Bei der Steindarstellung sieht man allerdings, dass die Masten jeweils mit einem Segel bestückt waren und nicht wie auf der Gravur mit mehreren. Bei dem Schiff dürfte es sich daher wohl um ein europäisches Schiff handeln.

Vom Schiff aus führt eine Leine (oder ein Tau) ins Wasser und an diesem Tau hängt eine Schildkröte. Bei genauerem Hinsehen allerdings hängt die Schildkröte nicht, sondern scheint das Schiff zu ziehen oder symbolisch zu führen.

Riesenschildkröten waren den Rapa Nuis von je her heilig. Sie schwammen zwar weit ins Meer hinaus, kamen aber immer wieder zurück um Eier an Land zu legen. Sie zeigten den Ankömmlingen also den Weg zur Insel. TOP

Segelschiff mit Schildkröte auf dem MoaiNicht zu übersehen sind die "Zacken" auf dem Schiffsrumpf. Einige Wissenschaftler deuten diese Zacken als Flammen. Von den ersten Entdeckern ist nicht bekannt, dass sie vor der Insel ein Begleitschiff in Brand gesteckt hätten. Es sieht danach fast so als, als würde die Schildkröte die Schiffsbesatzung zur Insel führen und dann würde das Schiff in Flammen aufgehen, damit die Fremden bleiben.

Die Sichtung der ersten Europäer wurde bei den Rapanui nämlich als Zeichen und Ankunft ihrer Götter angesehen. So berichtet beispielsweise Carl Friedrich Behrens (1722 ein junger Korporal, zuständig für die niederländischen Seesoldaten auf Roggeveens Schiffen), "viele tausend" Ureinwohner hätten sich an die Küste begeben, um die ankommenden Besucher zu begrüßen. Sie brachten den Ankömmlingen Geschenke, boten ihnen ihre Frauen an und bezeugten durch "allerdemüthigsten Stellungen", dass sie sich die Freundschaft der Ankömmlinge wünschten.

Moai Ko Kona He Roa  mit deutlichen AusgrabungsspurenObwohl die Gravur des Segelschiffes auf dem Moai Ko Kona He Roa sicherlich kurz vor oder mit der Ankunft der ersten Europäer angebracht wurde, wurde sie erst 1955 durch Arne Skjölsvold aus dem Team des norwegischen Forschers Thor Heyerdahl entdeckt. Moai Ko Kona He Roa 1955 während der AusgrabungDer Moai Ko Kona He Roa war bis dahin nämlich viel tiefer eingegraben, oder anders, mit Sediment verfüllt. Bei der Kartographierung der Moai´s zeigten sich an diesem Moai lediglich die Spitzen der Segelmasten. Erst die Ausgrabung brachte das Segelschiff dann komplett zum Vorschein. Es sieht fast so aus, als habe ein Erdrutsch am Hang des Rano Raraku diese Moai´s um gut einen Meter weiter zugeschüttet.

Nachdem der Oberkörper des Moa von den Archäologen freigelegt wurde, wurde die Ausgrabungsstelle nicht wieder komplett zugeschüttet. Noch heute sieht man deutlich die Ausgrabungsspuren, allerdings nicht zum Nachteil der Moai´s oder die der Besucher.

Den Zusammenhang der Rapa Nui Götter mit den europäischen Segelschiffen und ihren Ankömmlingen ist übrigens auch an einer anderen Stelle der Osterinsel bildlich dokumentiert: An der wohl mit wichtigsten Stelle zur Durchführung von kultischen Handlungen, den "Orongo"-Kultplatz am Vulkankrater Rano Kao, entdeckte Wilhelm Geiseler 1882 Steinbilder mit Darstellungen verschiedener europäischer Segelschiffe und auch von Ankömmlingen in Booten. Interessant dabei: Neben diesen Steinbildern befand sich jeweils ein weiteres Bild mit der Darstellung ihres Schöpfergottes Make Make bzw. (auf einem anderen Bild) die Darstellung des Vogelmannes.

Steinplatten mit Darstellungen von Segelschiffen aus den Orongo Steinhäusern
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