Moai Re-carved – Ein Moai mit Anspielung auf den Kannibalismus?

Moai Re-carved – Ein Moai mit Anspielung auf den Kannibalismus?


Moai Re-carved


Moai Re-carved - Eine Anspielung auf Kannibalismus?Rano RarakuEin sehr interessanter und zugleich merkwürdiger Moai am Hang des Rano Raraku ist der so genannte Moai "Re-carved". Wie man unschwer erkennen kann, hat dieser Moai einen Bauch und wirkt auf den ersten Blick als sei er einfach nur eine misslungene Statue. Sieht man sich den Moai "Re-carved" aber genauer an so erkennt man, dass der jetzige Moai aus dem Kopf eines anderen Moai nachgearbeitet wurde. Mit etwas Fantasie kann man in dem Bauch noch die Nase eines vorherigen Moai´s erkennen und das neue Gesicht sitzt jetzt dort wo bei dem Vorgänger die Stirnpartie gewesen ist.

Welchen Zweck dieser "verunglückte" Moai erfüllen sollte ist nicht bekannt. Viele Forscher sind sich heute aber sicher, dass die fertigen Moai´s am Hang des Rano Raraku nicht nur zwischengelagert wurden, sondern schon Vorort einen fest vorgestimmten Zweck zu erfüllen hatten, so sicherlich auch der Moai "Re-carved". Zudem haben die Steinkünstler einigen Moai´s auch ein individuelles Aussehen mit auf dem Weg gegeben. Die schlanken Köpfe vieler Moai´s wurden scheinbar auch nicht zum Tragen der Pukao-Hüte konzipiert, dazu sind die Köpfe einfach zu schlank.

Eine mögliche Erklärung für das Aussehen des Moai Re-carved könnte ein Bericht des deutschen Kapitänleutnants Wilhelm Geiseler aus dem Jahre 1882 geben: Im Rahmen seiner Expeditionsreise hat Geiseler auch den Rano Raraku besichtigt und dabei fielen ihm "hinter einem Moai" Fundamentsteine eines ovalen Hauses auf. Ein ihm begleitender alter Rapanui erklärte ihm, dies seien die Fundamente eines Hauses in dem zu früheren Zeiten Gefangene aus kriegerischen Auseinandersetzungen festgehalten wurden. Diese Gefangene wurden dort bis zum nächsten Fest mit Nahrung versorgt um sie dann "... einer nach dem anderen ..." herauszuholen und um sie dann "abzuschlachten". Mit anderen Worten "Kannibalismus".Paenga-Haus am Rano Raraku als Unterkunft für Kriegsgefangene?

Hinter dem Moai "Re-carved" befinden sich die Fundamente eines Paenga-Hauses. Ob Geiseler genau diese Fundamentsteine gemeint hat, geht aus seinem Bericht nicht hervor. In diesem Abschnitt (also im Steinbruch des Rano Raraku) finden sich insgesamt 13 Stellen an dem derartige Häuser gestanden haben). Betrachtet man aber mit dem Wissen, dass hier Kannibalismus betrieben wurde, den "missglückten" Moai Re-carved, so könnte der Moai ganz bewusst aus einem anderen Moai "nachgeschnitten" worden sein.

Quasi:
" Durch das Verspeisen des Gegners wachsen aus seiner geistigen Kraft neue Krieger".

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