Ana Kai Tangata - Die Menschenfresser-Höhle

Ana Kai Tangata - Die Menschenfresser-Höhle


Die Menschenfresser-Höhle


Höhle Ana Kai Tangata - Die MenschenfresserhöhleLage der Menschenfresserhöhle Ana Kai TangataWenn Sie auch kein Freund von Höhlen sind, eine der Höhlen die Sie als Besucher der Osterinsel bedenkenlos besichtigen können, ist die Ana Kai Tangata Höhle südlich von Hanga Roa. In der Sprache der Rapa Nui heißt Ana Kai Tangata etwa: "Höhle in der Männer gegessen wurden". Einige Sprachforscher sind allerdings der Meinung, "Ana Kai Tangata" meint vom Sinn her "Höhle, in der Menschen essen" oder auch "Höhle, die die Menschen ißt". Bei Ausgrabungen im Jahre 1988 wurden in der Höhle Steinwerkzeuge, Fischhaken, Nadeln aus Knochen und ein mit Ritzzeichnungen versehener Menschenschädel gefunden, aber keine Nachweise für Kannibalismus. In den Reiseführern wird diese Höhle dennoch gerne als "Menschenfresser-Höhle" bezeichnet.

Felszeichnungen in der MenschenfresserhöhleDie Ana Kai Tangata Höhle ist, anders wie viele andere Höhlen auf der Osterinsel, kein Hohlraum aus einer Gasblase während der erstarrenden Lavaströme, sondern ein vom Pazifikwasser ausgewaschener Hohlraum. Der Höhlenboden liegt nur unwesentlich höher als der Meeresspiegel und in stürmischen Zeiten wird der Boden vom Meerwasser überspült. Somit ist der Höhlenboden sehr oft feucht. Es besteht dann zwar Rutschgefahr aber man kann die Höhle bedenkenlos besichtigen.

Zeichnung von Katherine Routledge 1919Zu erreichen ist die Höhle auf einem halbstündigen Fußweg von Hanga Roa. Eine auch für Touristen gut begehbare Steintreppe führt den Hang hinunter zum Höhleneingang. Die Höhle mit dem breiten Eingang ist überschaubar; sie ragt rund 15 Meter in den Fels hinein, ist etwa 9 Meter breit und 4,5 Meter hoch. eindeutig zu erkennen, ein europäisches SegelschiffAn den schrägen Deckenflächen sind bunte Felszeichnungen von Manutara-Vögel angebracht, die von der feuchten salzigen Seeluft leider mehr und mehr verwittern. Unter einem dieser Vögel entdeckte Katherine Routledge 1914 die Zeichnung eines Schiffes. Heute lässt sich diese Darstellung nur noch erahnen, sie ist sehr stark verwittert.

Interessant ist die Höhle aber nicht nur wegen der schönen Zeichnungen, sondern wegen einem wunderschönen Ausblick während eines Sonnenunterganges und natürlich wegen ihrer mystisch klingenden Vergangenheit. Hier sollen, wie gesagt, die Ureinwohner Menschen verspeist haben. Nach der Menschenfresser-Version sollen die "Opfer" Gefangene aus Stammesfehden gewesen sein. Hatte man während der kriegerischen Auseinandersetzung gar einen Ariki (Häuptling) gefangen genommen, so wurde dessen Gehirnmasse zusätzlich noch im Feuer verbrannt; eine besonders schlimme Strafe, denn damit wurde nach Glauben der Rapa Nui die jeweilige Seele getötet.

Ana Kai TangataKannibalismus soll es viel auf der Osterinsel gegeben haben, besonders nach dem Zusammenbruch der Hochkultur und der dann folgenden Hungersnöte. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung gipfelte immer wieder in kriegerischen Auseinandersetzungen, die von Vandalismus, Brandschatzung, Gefangennahme der Gegner oder Umsturz der Moai´s an den Territorialgrenzen begleitet wurden.

Eine weitere Stelle an der Menschen gefangen gehalten und dann während der Siegesfeierlichkeiten getötet und gegessen wurden, ist der Moai-Steinbruch am Ranu Raraku. Hier sollen, so Erzählungen eines alten Rapanui-Mannes gegenüber dem forschenden Wilhelm Geiseler (1882), die Gefangenen in einem Paenga-Haus eingesperrt worden sein, bevor sie ihr Leben lassen mussten.
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