Ana More Mata Puku - Bleichstätte der Neru-Jünglinge auf der Osterinsel

Ana More Mata Puku - Bleichstätte der Neru-Jünglinge auf der Osterinsel


Ana More Matapuku - Höhle der Neru-Jünglinge


Die Ritualhöhle Ana More Mate Puku - Höhle der JünglingeStandort - Höhle der Jünglinge - Ana More Mata PukuUnweit der Höhle "Ana O Keke" (Ritualhöhle für Jungfrauen), im Nordosten der Poike-Halbinsel, befindet sich noch eine weitere Ritualhöhle Höhle, und zwar die Ana More Matapuku Höhle, die Höhle für Jünglinge. Diese Höhle bleibt den meisten Besuchern allerdings verborgen, ja selbst viele Inselbewohner wissen nicht wirklich, wo sich die Höhle der Jünglinge befindet.

1948 hat Pater Sebastian Englert die Ana More Matapuku Höhle in seinem Buch "La Tierra de Hotu Matu’a" als eine von zwei "Ana Hue Neru" Höhlen an der Poike Steilküste beschrieben in denen junge Menschen zum Bleichen eingeschlossen wurden. Englert schreibt allerdings, die Ana More Matapuku sei nicht von wissenschaftlichem Interesse. Bedenkt man aber, dass Pater Englert bereits 1938 diese Höhle in seinen Wörterbuch "Diccionario Papanui- Español" unter dem Begriff "Neru" u.a. mit "Ana More Matapuku (hombres)" – also Männer beschreibt, sollte sie wenigstens als Ritualhöhle für Neru-Jünglinge von Interesse sein.

Poike-Halbinsel mit den zwei RitualhöhlenDie Ana More Mata Puku Höhle befindet sich gerade einmal 60 Meter weiter als die Ana O Keke Höhle am nordöstlichen Steilhang der Poike-Halbinsel, doch liegt diese Höhle rd. 80 Meter tiefer, etwa 10 Meter oberhalb des Meeresspiegels. Ist der Eingang zur Ana O Keke Höhle schon sehr mühsam zu erreichen, so ist der Weg zur Höhle der Jünglinge noch um einiges riskanter. Der Steilhang ist nicht trittsicher, das lockere, feucht glitschige Felsgestein am Hang birgt leicht die Gefahr des Abrutschens bis hin zum Absturz und sollte auf keinen Fall ohne ortskundigen Führer begangen werden.

Der Zugang liegt, wie gesagt, etwa 10 Meter über dem Meeresspiegel und führt über groben Geröll und einen schmalen Grad zu einer schlitzförmigen Einlassung von etwa 6 Meter Breite. Dieser Schlitz ist fast nicht zu erkennen weil er aussieht, als würde die rund 90 Meter hohe Felswand am Boden lediglich etwas unterspült worden sein. Im Schlitz befindet sich nur auf der rechten Seite ein Schlupfloch von etwa einem Meter Breite und 60 Zentimeter Höhe. Der gesamte Höhlenspalt wird von außen durch mehreren größeren Felsblöcken mehr oder weniger verdeckt, so dass der Eingang und die Höhle vor der Meeresgischt relativ geschützt bleiben. TOP

Ana More Matapuku im QuerschnittDie Höhle der Jünglinge ist bei weitem nicht so weitläufig wie die Jungfrauenhöhle. Während die Jungfrauenhöhle eine Länge von insgesamt 350 Metern haben soll, bietet die Höhle der Jünglinge lediglich eine Ausbuchtung von rund 6 Meter in den Fels. Der Innenraum ist trapezförmig und misst vorne etwa eine Breite von rd. 6 Meter und hinten etwa 3,50 Meter. Die Deckenhöhe liegt zwischen 1,30 Meter und 1,50 Meter. Erwachsene Menschen können in dieser Höhe nicht aufrecht stehen, dennoch wäre diese Höhle für kleinere Menschen als Wohnhöhle durchaus geeignet. Trotz Gischt bleibt die Höhle weitgehend trocken. Auf dem Höhlenboden zeigt sich eine dickere trockene und feinkörnige Sedimentschicht, die im Eingangsbereich wesentlich höher ist als im hinteren Bereich. Während die Seitenwände starke Spuren der Verwitterung aufzeigen, ist die Decke fast glatt und plan, so, als sei sie aus einem härteren Gestein. Hier und da zeigen sich an der Decke tropfenartige Ablagerungen von Mineralien aus durchgesickerter Feuchtigkeit. TOP

Im hinteren Bereich der Höhle befinden sich im Boden zwei Reihen aus (vom Wasser) glatt geschliffenen Steinen, so, als seien dies Einfassungen bzw. Abgrenzungen für Liegeflächen gewesen. Die Einfassungen stammen eindeutig von Menschenhand. An der rechten hinteren Wand befinden sich einige in den Stein geschlagenen Gravuren, die ebenfalls eindeutig von Menschenhand geschaffen wurden, allerdings aussehen, als seien sie von Laien und ohne (Fach) Werkzeug angebracht worden (vielleicht Ritzungen durch gröbere Steine). Von Petroglyphen, wie man sie vom Orongo-Kultplatz im Westen der Insel kennt, kann man hier nicht sprechen.

Die Ana More Mata Puku Höhle dürfte als Wohnhöhle für die Jünglinge wesentlich angenehmer gewesen sein als die Ana O Keke Höhle für die Jungfrauen. Während der Schlitz in der Ana More Mata Puku Höhle doch einen leichten Einlass sowie einen gewissen Lichteinfall mit frischer Seeluft bietet, ist der hintere (rd. 350 Meter vom Eingang entfernte) Wohnraum der Jungfrauen in der Ana O Keke Höhle nur durch ganz enge Höhlenröhren in absoluter Dunkelheit zu erreichen und von muffig feucht riechender Raumluft erfüllt.

Wer die Höhle sucht, findet sie mittels GPS auf 27°05'576" Süd und 109°14'744" West. Für Kurzreisende ist die Ana More Mata Puku Höhle (wie auch die Ana O Keke Höhle) nicht wirklich von Interesse. Dazu sind beide Höhlen von Hanga Roa zu weit entfernt, die Innenräume wenig spektakulär und die Zugänge zu gefährlich. Zukünftige Besucher werden sicherlich nur Individualisten oder Forscher sein.

Eine Ausführliche Beschreibung der Höhle mit Kartenmaterial und anschaulichen Fotos finden Sie unter www.almogaren.org.
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