Ana o Keke - Jungfrauenhöhle - Bleichstätte der Neru Jungfrauen

Ana o Keke - Jungfrauenhöhle - Bleichstätte der Neru Jungfrauen


Ana o Keke - Jungfrauenhöhle


JungfrauenhöhleStandort Jungfrauenhöhle Ana o KekeIn den Reiseführern zur Osterinsel dürfen natürlich die Hinweise auf Höhlen nicht fehlen und so gut wie immer wird die "Jungfrauenhöhle" genannt. Die Jungfrauenhöhle "Ana O Keke" ist wie die Menschenfresserhöhle "Ana Kai Tangata" frei zugänglich und bietet natürlich Anlass für Gedanken um spektakuläre Eindrücke innerhalb dieser mystisch anmutenden Begegnungsstätten. Doch wer sich als durchschnittlicher Tourist zum Ziel gesetzt hat, die Jungfrauenhöhle aufzusuchen und zu besichtigen, wird am Ende eines Tages feststellen: diesen Tag hätte man auch sinnvoller nutzen können.

Die Jungfrauenhöhle heißt in der Rapanui-Sprache "Ana o Keke", die heilige Bleichstätte der Neru-Jungfrauen. Mit "Neru" bezeichneten die Rapa Nui ausgewählte junge Mädchen, die in der Höhle lange, lange Zeit in der Dunkelheit ausharren mussten, um sie für das Fest während des Vogelmann-Kultes so bleich wie möglich zu präsentieren. Das Essen wurde den Mädchen nur von ausgewählten Frauen gebracht. In der Zeit als die Sklavenjäger (1862/63) viele Einheimische verschleppt und die 15 Rückkehrer die Pocken (Blattern) auf die Insel gebracht haben, sollen dort Mädchen verhungert sein, weil die auserwählten Frauen an der tückischen Krankheit gestorben waren.

Der Weg zur Jungfrauenhöhle ist nicht nur lang und beschwerlich, er ist zudem noch gefährlich, im extremsten Fall sogar lebensgefährlich. Die Höhle befindet sich an der nördlichen Steilküste der Poike-Halbinsel, rund 18 Kilometer von Hanga Roa entfernt. Auf der Poike-Halbinsel befindet sich eine Rinderfarm, die eingezäunt ist. Ana o Kete - Weg an der Steilküste entlangBis zum Zaun kann man mit dem PKW fahren, danach ist eine rund 1 1/2 stündiger Fußmarsch angesagt. Zur Küste führt ein ausgefahrener (ausgetretener) Weg. Wenn man den Maunga Vai O Heva links liegen lässt und den Weg folgt, dürfte man die Richtung zur Jungfrauenhöhle nicht verfehlen. Eine ausführliche Wegbeschreibung mit Fotos finden Sie auch auf der Website home.arcor.de.

An der Küste allerdings wird es gefährlich. Von hier aus führt ein schmaler Trampelpfad an der Steilküste entlang Richtung Höhleneingang. Dieser Pfad ist weder befestigt, noch gesichert und führt mehr als 90 Meter oberhalb der Meeresoberfläche am Hang entlang. Wer hier ausrutscht und die Steilküste hinunter fällt, muss mit schlimmen Verletzungen rechnen, wenn nicht sogar mit dem Tod. Thor Heyerdahl schreibt in seinem Buch "aku-aku Das Geheimnis der Osterinsel" von einem waghalsigen Spaziergang entlang einer wilden Felswand, von Windböen, Wogenkämme der Brandung, von brüchigen Steinen und von einem kleinen Felsvorsprung, den er zu umsteigen hatte. Ana o Keke - Die Jungfrauenhöhle auf der OsterinselViel hat sich daran seit 1955 nicht verändert. TOP

Auch die Höhle selber hat sich seit ewigen Zeiten nicht verändert und jeder der meint, unbedingt in diese Höhle klettern zu müssen und auch in den besagten Raum der Jungfrauen kriechen zu wollen, sollte unbedingt vorher die Beschreibung von Thor Heyerdahl gelesen haben >>>hier<<<. Außerdem sollte jeder die Höhle nur in Begleitung angehen, denn wenn man sich überschätzt, könnte ein Kriechgang in die 350 Meter lange Höhle als verschollener Tourist enden.

Der Höhleneingang ist, wie man am Bild sieht, relativ klein. Wer, zumindestens, den vorderen Teil der Höhle besichtigen möchte muss schon hinein kriechen und auch Schmutz an den Schuhen und der Bekleidung in Kauf nehmen. Im vorderen Bereich der inneren Höhle sind interessante Gravuren angebracht. Gravuren in der Jungfrauenhöhle Sie zeigen unter anderem einen Fisch, einige Palmen oder auch eine Steinaxt und andere Zeichen. Um sie zu betrachten, sollte man auf jeden Fall eine starke Taschenlampe mit frischen Batterien dabei haben.

Wand-Gravuren in der JungfrauenhöhleDie Höhle ist insgesamt rund 350 Meter lang und endet in einer muffig riechenden kleinen Grotte ohne Licht, in der die Neru Jungfrauen wochen- oder monatelang ausharren mussten. Dort befinden sich auch noch Menschenknochen. Wer bis zu dieser kleinen Grotte möchte, muss zwei ganz enge (jeweils rund 5 Meter lange) Passagen durchkriechen. Diese Passagen sind allerdings so eng bzw. tief, dass man sich und die Ausrüstung auf jeden Fall mit Modder einsaut. Menschen die unter klaustrophobischen Ängsten leiden, sollten diesen Weg unbedingt meiden. Wer mehr über die Höhle wissen möchte, dem seien die Webseiten home.arcor.de sowie karsten-rau.de empfohlen. Dort sind auch anschauliche Bilder veröffentlicht. Vornehmlich die Seite von Karsten Rau hat eine sehr ausführliche Reisebeschreibung über die Höhle veröffentlicht, die sich in einer zweiten Seite mit Bildern fortsetzt. TOP

Höhle der JünglingeSchaut man vom Höhlenausgang weiter nach Westen, sieht man in der Ferne die Nordküste der Osterinsel. Hat man die gleiche Blickrichtung, schaut aber lediglich nach unten, so liegt in 60 Meter Entfernung (10 Meter oberhalb des Meeresspiegels) eine weitere Höhle, nämlich die Neru-Höhle der Jünglinge "Ana More Mata Puku". In dieser Höhle sollen zum Zeitpunkt des Vogelmann-Kultes ausgewählte Jünglinge in absoluter Dunkelheit gehalten worden sein, um auf entsprechende Ritualhandlungen während der jährlichen Vogelmann-Wahl vorbereitet zu werden.
Der Abstieg zur Höhle der Jünglinge sollte nicht ohne einen erfahrenden Führer vorgenommen werden.
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