Die Osterinsel versinkt im Müll

Die Osterinsel versinkt im Müll


Es ist nicht alles Gold was glänzt, heißt es im Volksmund und so möchten wir Ihnen auch die Schattenseiten der Osterinsel nicht vorenthalten:


Der Film: Rapa Nui - Rebellion im Paradies - von Kevin CostnerAls der US-amerikanische Schauspieler Kevin Costner im Jahre 1994 den Film "Rapa Nui - Rebellion im Paradies" produzierte, war die "Osterinsel" den Menschen in der übrigen Welt derart weit entrückt, dass der 20 Millionen Dollar Streifen zu einem Flop avancierte. Allein die (damals) rund 3000 auf der Osterinsel ansässigen Rapanui und ihre rund 2000 Angehörigen auf dem chilenischen Festland sahen endlich ihre kulturelle Geschichte im hohen Maße gewürdigt. Kevin Costner spülte während der Produktion jede Menge Geld in die Insel- und Haushaltskassen. Die Tatsache, dass Costners Produktionsfirma die meisten Film-Requisiten als Umweltschrott auf der Insel zurückließen, störte damals niemanden.

Touristenströme Osterinsel durch KreuzfahrtschiffeDurch Costners Film erhielt die Osterinsel nach und nach aber doch ein greifbares Gesicht und immer mehr Menschen begannen, sich für die Insel zu interessieren. Waren es in den 1980er Jahren durchschnittlich 2.000 Touristen, die die Insel besuchten, so waren es im Jahr 2013 rund 70.000. Niemand kam in den 1990er Jahren und nach der Jahrtausend Wende auf die Idee, dass sich möglicherweise eine ökologische Katastrophe, so wie im 17. Jahrhundert, abzeichnen könnte. Die Touristen kurbelten die Wirtschaft an, viele Rapanui kamen zu einem bescheidenen Wohlstand, mit Arbeit, Einkommen und Zukunftsperspektiven. Für chilenische Festlandbewohner sowie für ausländische Investoren wurde die Osterinsel plötzlich attraktiv, immer mehr Hotels sowie Restaurants siedelten sich in und um Hanga Roa an.

Müllhalde OsterinselMüllhalde OsterinselDie Ernüchterung kam jedoch gegen Ende des 1. Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts. Mit den Touristen kam auch der Wohlstandsmüll. Betrug das Müllaufkommen Anfang der Jahrtausendwende noch rund 4 Tonnen täglich, so liegt das Müllaufkommen jetzt (2014) jenseits der 10 Tonnenmarke (täglich!). Jeder Tourist bringt Müll mit auf die Insel, das Dienstleistungsgewerbe mit den Hotelketten und Restaurants tut ein Übriges und produzieren täglich enorm viel Müll in Form von Plastik oder Fertigverpackungen. Aber auch die stetig wachsende Einwohnerzahl (im Jahr 2013 waren es gut 6.000 Bewohner) sowie die ansässigen Gewerbetreibenden bis hin zum Krankenhaus haben einen großen Anteil am wachsenden Müll mit einer kaum kontrollierbaren Umweltverschmutzung. TOP

Müllplatz OsterinselMüllplatz OsterinselDie einzige offizielle Müllhalde ist für jeden Insulaner frei zugänglich, jeder kann hier unkontrolliert seinen Müll abladen. Ob Hausmüll, Plastik, Altöl, Chemikalien bis hin zu Krankenhaus-Abfällen: niemand kontrolliert die abgelagerten Abfälle; giftige Flüssigkeiten dringen ungehindert ins Erdreich; die Müll-Abfälle werden einfach in Brand gesteckt, auf der Halde stinkt es zum Himmel. Keiner kennt die wilden Müllhalden, auf denen die Einheimischen ihren Müll einfach vergraben haben.

Sortierter Müll auf dem Recycling-Hof der OsterinselRecycling-Hof OsterinselDie zuständige Umwelt Dezernentin "Ana Gutiérrez" versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten Einfluss auf die wachsenden Müllprobleme zu nehmen. Zwischenzeitlich werden Metallabfälle, Autos und Maschinenteile getrennt gelagert, Elektronische Geräte werden von der Gemeinde angenommen. Ein neuer Recycling-Hof sortiert und presst Plastikflaschen sowie Einwegverpackungen, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Altbatterien werden zentral gesammelt. Die gepressten Ballen werden durch zwei Firmen mit dem Schiff zum chilenischen Festland gebracht. Insgesamt werden gerade einmal 10 Prozent des Mülls wird hier recycle. Die Anschaffung einer Häckselmaschine für die Zerkleinerung von Ästen sowie andere Gartenabfällen zu Biomüll ist geplant. TOP

Beitrag -"Osterinsel-Freunde": Die Mülltonnen sind mit 360 Liter Fassungsvermögen oftmals zu klein. Der überschüssige Müll aus den Tonnen fällt auf den Boden und der stetige Wind sowie streuende Hunde verteilen den Müll weiter durch die Straßen. Der Müll wird zwar täglich abgeholt, doch zerfledderte Plastiktüten finden sich vielerorts. Aluminiumschalen sowie Plastikbehälter von fertig portionierten Lunchpaketen finden nicht immer den Weg in die dafür aufgestellten Müllbehälter an den Sehenswürdigkeiten.

Müllplatz OsterinselMüll-Platz Osterinsel"Von Nachhaltigkeit ist die Osterinsel noch weit entfernt", meint Ana Gutiérrez in einem ZDF-Fernsehbeitrag aus 2014. Gutiérrez führt den ZDF-Reporter auf die einzige Müllhalde und meint: "Hier gibt es so viele Dinge die man eigentlich recyceln könnte, doch die Insulaner laden ihren Müll hier einfach ab und zünden ihn an. Unser Konsumverhalten hat sich verändert. Alles ist aus Plastik, die Kaufkraft ist gestiegen. Niemand hat vorausgesehen, welche Folgen der Tourismusboom für die Osterinsel haben könnte. Lange Zeit hat man nur die Vorteile gesehen. Heute möchten wir, dass nur die Touristen auf die Insel kommen, die ihren Wert auch zu schätzen wissen." TOP

Parlament Rapa-Nui - UmweltschutzVon Chile ist wenig Hilfe zu erwarten. Zwischenzeitlich hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich "Parlament von Rapanui" nennt. Die Gruppe um "Leviante Araki" will strengere Regeln für die neuen Bewohner durchsetzen. Sie möchten auf jeden Fall die Zahl derer reduzieren, die dauerhaft auf die Insel kommen möchten. Die Insel ist sehr klein und das Ökosystem ist äußerst empfindlich. Auf der Osterinsel eröffnen zudem immer mehr neue Hotels und Restaurants und deren Müll lagert auf wilden Deponien. Sowohl die Flüssigkeiten aus Öl-Rückständen auf den Deponien als auch das ungefilterte Brauchwasser der Haushalte versickert unkontrolliert im Boden. Eine Kläranlage für die Abwässer der Stadt gibt es nicht. Immer noch hat jedes Haus eine simple Sickergrube. Nur öffentliche Häuser wie das Museum, die Schule oder das Krankenhaus haben Klärschächte. Es wird befürchtet, dass eines Tages die einzige Trinkwasserquelle der Insel verseucht sein könnte.

Jeder Tourist der auf die Osterinsel möchte, sollte sich deshalb der Müllproblematik nicht verschließen. Versuchen Sie, so wenig Müll wie es nur irgendwie geht zu produzieren. Sind Sie lediglich als Gast eines Kreuzfahrtschiffes für wenige Stunden oder Tage auf der Osterinsel, dann nehmen Sie Ihren Müll bitte wieder mit. TOP

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