Alexander Salmon jr. und die Osterinsel

Alexander Salmon jr. und die Osterinsel


Alexander Salmon Jr.


Alexander Salomon jr. Alexander Ariipaea Salmon wird im Jahre 1855 als viertes Kind von Alexander Salmon sen. und seiner Frau Oehau auf Tahiti geboren. Sein Vater, Alexander Salmon sen. war ein englischer Emigrant französischer Abstammung, der 1841 auf Tahiti einwanderte, zunächst als Sekretär der Tahitianischen Königin Pomaré IV arbeitete und später die Adoptivschwester der Königin und Führerin des örtlichen Teva-Stammes, Oeahu Arriitamai, heiratete.

Der etwas gehbehinderte Alexander Salmon jr. erbt nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahre 1866 deren geschäftliche Anteile, die eng mit dem Handelshaus "House of Brander" verknüpft sind. Gemeinsam mit John Brander gründet Alexander Salmon 1868 auf der Osterinsel eine Schaffarm zur Erzeugung und Export von Schafwolle. Nachdem der Verwalter der Schaffarm, Jean-Baptiste Dutroux-Bornier 1876 auf ungeklärte Weise ums Lebens kommt, entbrennt um die Schaffarm zunächst ein heftiger Erbstreit vor französischen Gerichten; letztlich werden die Güter jedoch 1878 John Brander und seinen Erben zugesprochen. John Brander hat diesen Erfolg nicht mehr miterleben dürfen, er verstirbt im Jahre 1877 auf Tahiti.

Im Oktober 1878 macht Alexander Salmon jr. sich mit 20 Tahitianern und eine unbekannte Anzahl an Rapa-Nui auf den Weg, die Schaffarm auf der Osterinsel fortzuführen. (Im Jahr 1877 zählte der französische Anthropologe Alphonse Pinart auf der Insel lediglich nur noch 111 Bewohner, davon 36 Rapa-Nui. Im Jahre 1882 zählte der Kapitänleutnant Wilhelm Geiseler insgesamt 150 Einwohner, darunter 20 Tahitier).

Bis 1885 kauft Salmon weitere Ländereien auf der Osterinsel auf, lässt den Rapa-Nui (im Gegensatz zu Dutroux-Bornier) wesentlich größere Freiräume, wenn der Aufenthalt der Rapanui auch auf dem westlichen Teil der Insel um Hanga Roa eingeschränkt bleibt. Alexander Salmon fördert den Export seiner Schafswolle, aber auch den Tourismus. Unter anderem ermutigt er die Rapa-Nui, die ursprüngliche Holzschnitzkunst wieder aufzunehmen und an Besucher zu verkaufen. Hierdurch haben sich möglicherweise einige Fälschungen der Rapa-Nui-Kunst in den Museen eingeschlichen.

Am 2. Januar 1888 verkauft Alexander Salmon unter Vermittlung des Unterhändlers Policarpo Toro seine Farm und die Ländereien für 6.500 Gold-Pfund an die chilenische Regierung und tritt damit sämtliche Rechte an Chile ab. 1889 verlässt Salmon die Insel mit einer großen Anzahl echter und unechter Gegenstände.

Alexander vermittelte aber auch diverse Artefakte der Rapanui an Forscher und Reisende, darunter beispielsweise 1882 die Rongorongo-Schrifttafeln "M" (Große Wientafel), "N" (kleine Wientafel), "O" Berlintafel an seinen angeheirateten Neffen Heinrich Schlubach in Valparaiso, 1886 die Tafeln "R" (kleine Washington-Tafel), "S" (Große Washington-Tafel) an William J. Thomson, oder 1888 die Tafeln "T" (Honolulutafel B.3629), "U" (Honolulutafel B.3623) und "V" (Honolulutafel 3622) an den Händler James Lyle Young.

Policarpo Toros Bruder Pablo wird von Chile zum neuen Verwalter der Farm berufen und übernimmt damit auch rund 60.000 Schafe, die bis dahin ein ökologisches Desaster angerichtet haben. Durch den Kahlfraß der Schafe schreitet die Erosion unaufhaltsam fort.

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