F.-W. Beechey - Landungsversuch auf der Osterinsel scheitert 1825

F.-W. Beechey - Landungsversuch auf der Osterinsel scheitert 1825


F.-W. Beechey - Landungsversuch auf der Osterinsel scheitert 1825


F.-W. Beechey scheitert 1825 bei dem Versuch, die Osterinsel zu betretenWurden die europäischen Entdecker im 18. Jahrhundert von den Oster-Insulanern noch freundlich empfangen, so änderte sich dies schlagartig mit Beginn des 19. Jahrhundert. Der Grund: Sklavenhändler, deren "Bezugsquellen" aus Afrika ab 1807 zu versiegen drohten, "fischten" nun im Pazifik und auch die Osterinsel blieb davon nicht verschont. Die Rapanui waren in dieser Zeit den meisten Fremden gegenüber sehr misstrauisch geworden; sie fingen an sich zu wehren und diese ablehnende Haltung sprach sich auch unter den Seefahrern im Pazifik herum. Wie derartige Besuche in dieser Zeit abliefen, hat der britische Seeoffizier, Polarforscher und Geograph Frederick William Beechey der Nachwelt in einem Bericht hinterlassen:

HMS BlossomF.W. Beechey unternahm zwischen 1825 bis 1828 mit seinem Forschungsschiff HMS Blossom eine Expedition in den Pazifik, die Beringstraße und in das arktische Nordamerika. Die HMS Blossom näherte sich dabei im November 1825 der Osterinsel. Der damals 29-jährige Kaptän Beechey kannte den Bericht des deutschen Otto von Kotzebue aus dem Jahre 1816, der die Oster-Insulaner als ängstliche aber auch aggressive Bewohner beschrieben hatte, die ihre Besucher gerne in großer Anzahl umringten, sie bedrängten und schließlich mit Steinschleudern attackierten. von Kotzebue hatte sich bei seinem Besuch im Jahre 1816 von der Osterinsel zurückziehen müssen, weil die Situation dort zu eskalieren drohte. So waren unter anderem Steine von den Insulanern geworfen worden und Gewehrschüsse von der Mannschaft von Kotzebues auf die Insulaner gefallen.

Entsprechend vorsichtig sollte sich die Mannschaft von der Blossom auf die Osterinsel begeben. Wie auch Kotzebue hatte Beechey Rauchsäulen bei seiner Ankunft aufsteigen sehen, offenbar ein Zeichen der Insulaner für ein ankommendes Schiff und wie bei Kotzebue hatten sich daraufhin ganze Horden von Insulaner an der Küste versammelt. Beechey ließ zwei Boote zu Wasser, mit denen eine ausgesuchte Mannschaft von Matrosen an Land gehen sollten. Trauben von Insulanern sprangen daraufhin ins Wasser und schwammen den Booten entgegen. Beechey beschreibt, es regnete geradezu Yamswurzeln, Bananen, Zuckerrohr oder auch Netze mit darin befindlichen Holzfiguren. TOP

HMS Blossom 1825Mehr und mehr Insulaner stiegen einfach in die Boote, andere hielten sich an den Riemen und den Steuerrudern fest; Frauen booten sich den Matrosen mit unmissverständlichen Gesten an, nur, um ins Boot gezogen zu werden; es kam sogar zum Streit unter den Schwimmern, um an die Boote zu kommen. Ein Boot drohte bereits nach kurzer Zeit wegen Überladung zu sinken. Die Matrosen mussten weitere Insulaner sogar mit Schlägen abwehren, doch war die eine Horde etwas zurückgetrieben, so folgten schon die nächsten Schwimmer.

Die losen Gegenstände des kleineren der Boote wurden in dem Wust des Durcheinanders von den männlichen Rapanui geplündert, während ihre Frauen die Matrosen abgelenkt hatten. Die Engländer setzten daraufhin alle in den Booten befindlichen Insulaner wieder ins Wasser. Lediglich ein ganz junges Mädchen durfte im Boot verbleiben, weil es wohl nicht gut schwimmen konnte. Es hatte lediglich ein Lendenschurz aus Gras um und bemächtigte sich ohne zu fragen einer Offiziersjacke und wollte sogleich noch weitere Kinder ins Boot ziehen, was ihr aber dann von den Offizieren verboten wurde.

1816: Versuch, auf der Osterinsel zu landenEs sei für einen Außenstehenden kaum vorstellbar, was sich bei diesem Landeversuch im Wasser abspielte, schreibt Beechey später in seinem Bericht. Alle brüllten aus ganzer Leibeskraft und drängten sich mit den verschiedensten Grimmassen immer wieder an die Boote. Die Insulaner zeigten dabei weder Respekt, noch ließen sie sich durch die Abwehrmaßnahmen der Matrosen beeindrucken. "In diesem Durcheinander müsse man sich dazu die Bemalung und Tätowierung hinzudenken, welche die Männer wie Clowns oder auch Dämonen erschienen ließen", berichtete Beechey weiter.

Versuch, auf der Osterinsel zu landenAm Ufer zeigten sich die Insulaner gegenüber den Fremden zunächst sehr gefällig. Während sie den Matrosen beim Aussteigen halfen, plünderten andere die noch im Boot befindlichen Gegenstände. Um die Menschenhorde am Strand etwas zurückzudrängen und auf Abstand zu bringen, feuerte ein Offizier ein Schuss ab, doch der Knall der Büchse zeigte wenig Wirkung. Die vordersten Insulaner wichen zwar etwas zurück, aber nur, weil nachfolgende Insulaner ihnen Wasser übers Haupt geschüttet hatten, um selber nach vorne zu kommen.

Die Eingeborenen hielten den Matrosen leere Säcke entgegen, scheinbar in der Erwartung, Geschenke zu bekommen. Als die gelandeten Matrosen signalisierten, sich wieder zurückziehen zu wollen, hagelte es plötzlich Salven von Steinen. Viele der Matrosen wurden getroffen. Das junge Mädchen mit der Offiziersjacke saß immer noch im Boot; ein Offizier musste sie sogar ins Wasser stoßen, um sie vor den Steinsalven zu schützen.

Schließlich wurde scharf geschossen; ein Würdenträger der Insulaner wurde dabei getroffen; die Insulaner gerieten daraufhin in Panik helle Aufregung. Diesen Moment konnten die Matrosen nutzen um ihre Boote wieder flott zu machen und um wieder zurückzurudern. Ein erneuter Landeversuch wurde von Beechey nicht unternommen; er segelte weiter ohne die Insel jemals selbst betreten zu haben. TOP

Karten:
- Sehenswürdigkeiten
- Übersicht Hanga Roa
- Lageplan Rano Raraku

Pazifik:
- Robinson Crusoe
- Meuterei auf der Bounty

Navigation:
- Home

- Inselbeschreibung
- Geschichte
- Personen
... 1687 - Edward Davis
... 1722 - Jacob Roggeveen
... 1722 - Carl-Fr. Behrens
... 1770 - Fel.González Ahedo
... 1774 - James Cook
... 1774 - Georg Forster
... 1774 - William Hodges
... 1786 - La Pérouse
... 1816 - Otto von Kotzebue
... 1825 - F.W. Beechey
... 1864 - Eugéne Eyraud
... 1866 - J. Dutroux Bornier
... 1868 - John Linton Palmer
... 1872 - Pierre Loti
... 1882 - Wilhelm Geiseler
... 1886 - William J. Thomson
... 1914 - Katherine Routledge
... 1935 - Sebastian Englert
... 1955 - Thor Heyerdahl
... 1955 - William Mulloy
... 1957 - Thomas Barthel
... 1968 - Erich von Däniken
... 1978 - Serigo A Rapu

- Kultstätten
- Moai´s
- Kunst
- Vulkane und Nebenkrater
- Höhlen
- RongoRongo Schrift
- Rapanui Sprache

- Impressum

- Reisen zur Osterinsel
- Reiseinformationen
- Hotels + Pensionen
- Tourismus + Umwelt


Bookmark and Share

www.osterinsel.de | © F.-W. Beechey - Landungsversuch auf der Osterinsel scheitert 1825