Don Felipe González Ahedo - nahm die Osterinsel  1770 für Spanien in Besitz

Don Felipe González Ahedo - nahm die Osterinsel 1770 für Spanien in Besitz


Don Felipe González Ahedo - nahm die Osterinsel 1770 für Spanien in Besitz


Maunga Puakatiki auf der Poike-Halbinsel mit den Nebenkratern Parehe, Tea Tea und Vai A Heva, auf denen F. González Ahedo 1770 die drei Kreuze aufstellen ließDon Felipe González Ahedo, auch als Felipe Gonzalez, Felipe González Ahedo oder Haedo bekannt, war der zweite Europäer, der 48 Jahre nach Jacob Roggeveen, 1770 einen dokumentierten Kontakt mit den Eingeborenen der Osterinsel hatte. Er war der erste, der eine Karte von der Insel fertigen ließ und der erste, der die Moais zeichnerisch dokumentierte. Außerdem nahm er die Insel für die spanische Krone in Besitz und gab ihr den Namen San Carlos.

Don Felipe González Ahedo, 1714 in Santona, Kantabrien geboren, war ein hoch dekurierter Marineoffizier und Kartograph im Dienste spanischen Krone. 1770 erhielt er von Manuel d’Amat i de Junyent, dem Vizekönig von Peru den Auftrag, eine Aufklärungsmission im Südpazifik durchzuführen. Hintergründe waren besorgniserregende Nachrichten über fremde Schiffe und Piraten, die sich in den annektierten Gebieten Spaniens aufhielten, sowie ein Konflikt auf den Falkland-Inseln zwischen Spanien und England. Außerdem sollte er versuchen, das legendäre Davis-Land zu finden und für Spanien zu annektieren. Felipe González Ahedo wurde dazu mit zwei Schiffen, dem Kriegsschiff San Lorenzo mit 70 Kanonen (unter seinem Kommando) und der Fregatte Santa Rosalia, befehligt von Antonio Domonte ausgestattet. Beide Schiffe hatten eine Besatzung von insgesamt rund 700 Mann.

Die Mission begann am 10. Oktober 1770 in . Schon am 15. November 1770 erreichten González Ahedos Schiffe mehr zufällig die Osterinsel, die dann fälschlicherweise als die Davis-Insel gedeutet wurde, denn diese Insel war in den mehr als 50 mitgeführten Seekarten aller Nationen, als Davis-Land eingezeichnet.

1770, die erste Karte von der OsterinselRauchsäulen, die an verschiedenen Stellen der Insel empor stiegen zeigten den Seeleuten, dass die Insel bewohnt war. Als sich die Schiffe weiter der Küste näherten, sahen sie eine Gruppe von 28 Menschen, die zu Fuß eilig auf einem Hügel gestiegen waren. Durch ihre bunte Aufmachung vermuteten die Spanier zunächst ausländische Truppen doch dann erkannten sie, dass es sich um Einwohner handelte. González Ahedo ließ zwei Boote zu Wasser, um zunächst einen geeignete Ankerplatz zu finden und um dann auch die Inselküste kartographieren zu lassen.

Vor dem, heute als Ovahe Bucht bekannten Strand, an der Nordküste der Insel, gingen González Ahedo Schiffe vor Anker. Kaum hatten die Schiffe geankert, schon kamen auch schon zwei Rapanui auf sie zu geschwommen und ließen sich auch ohne Furcht oder Scheu an Bord heben. Obwohl man die Sprache nicht verstehen konnte, beschreibt González Ahedo die Atmosphäre als herzlich. Wie auch schon bei Roggeveen gab man den Rapanui Kleidung; in der sich abzeichneten Dämmerung schwammen die beiden Eingeborenen wieder an Land. TOP

Rapanui um 1786Am nächsten Morgen näherten sich bis zu 200 Rapanui den Schiffen. Den einzigen Schmuck den sie trugen waren Halsketten aus Muscheln und Schnecken, alle waren bemalt bzw. tätowiert, die meisten trugen lediglich einen Lendenschurz. Die ausgesandten Boote erhielten Besuch von zwei Kanus mit jeweils zwei Rapanui, die ihnen Bananen und Hühner im Tausch gegen Bekleidungsstücke anboten. Der Steuermann John Hervé beschreibt die Kanus der Insulaner als Boote, gefertigt aus schmalen dünnen Planken und Ausleger, damit die Kanus nicht umkippen. Statt Nägel hatten sie Holzdübel verwendet.

Am dritten Tag wurde die Insel erforscht, dabei hielt González Ahedo Kulturpflanzen wie Yams, Maniok, Kürbisse, Süßkartoffeln, Bananen oder Zuckerrohr fest. Der Spanier beobachtete, wie ein Insulaner eine Wurzel kaute und seinen Körper mit dem gelben Saft einrieb. Viele der Eingeborenen hatten unterschiedlich dicke Stöcke mit umwickelten Zuckerrohrblättern durch ihre Ohrläppchen gesteckt, so dass sich diese bis zu den Schultern herunter weiteten. Obwohl man Dolmetscher dabei hatte, die insgesamt 26 Sprachen beherrschten war es nicht möglich, sich mit den Einheimischen verbal zu verständigen. Durch Gesten, Bildern und Zeichensprache war es dennoch möglich, eine erstes Wörterbuch mit insgesamt 88 Wörtern festzuhalten.

Offensichtlich hat González Ahedo auch noch Paina-Figuren gesehen, denn er schreibt:
"Sie haben ein anderes transportables und bekleidetes Bildnis oder Idol von vier Varas (etwa 3,35 Meter) Länge, genauer gesagt ein "Judas", mit Heu oder Stroh ausgestopft. Es hat Arme und Beine und im Kopf sitzen grob gefertigte Augen, Nasenlöcher und ein Mund. Zudem ist es bekrönt mit einem Kranz schwarzer, aus Binsen gefertigter Haare, die bis auf den halben Rücken herabhängen. Paenga-Hütten, so wie sie González Ahedo geshehen haben magAn bestimmten Tagen tragen sie dieses Idol zu ihrem Versammlungsplatz und nach den eindeutigen Gesten, die einige vollführten, vermuten wir, dass es der Wollust dient. Sie nennen es "Copeca"."

In den Berichten der González Ahedo Mission hieß es, die Eingeborenen lebten meist in natürlichen oder künstlich angelegten Höhlen. Individuen mit einer gewissen Autorität lebten dagegen in Hütten die aussahen wie umgekehrte Boote. Die meisten Spanier schätzten die Einwohnerzahl auf etwa 1.000, andere sogar auf bis zu 3.000. Unter den Einwohnern soll sich niemand befunden haben, der älter als 50 Jahre alt war. Nach Deutungen der Insulaner würden die Ressourcen nicht ausreichen, um mehr als 900 Personen zu versorgen. Aus diesem Grund sollen auch ältere Einwohner getötet worden sein, sobald Babys geboren wurden. TOP

Die Vegetation wurde als sehr karg beschrieben. Das Land hatte zumeist nur eine niedrige Vegetation, kein Strauch oder Baum hatte dickere Stämme als dass man daraus Planken von mehr als sechs Zoll hätte produzieren können. An Tieren fanden sich lediglich Seevögel, Hühner und einige Mäuse?

Die ersten Abbildungen von den Moais auf der Osterinsel - gezeichnet von Don felipe gonzález Ahedo 1770Sehr beeindruckt zeigte sich die González Ahedo Mission von den großen Steinfiguren. Hatte man diese Figuren aus einigen Seemeilen Entfernung noch als Bäume gedeutet, die scheinbar in symmetrischer Form entlang der Küste gepflanzt worden waren, so ergab sich an Land ein ganz anderes Bild. Der Steuermann Francisco Aguera von der Santa Rosalia schreibt, die monumentalen Steinfiguren werden als Götzen verehrt und sind vom Rumpf und Kopf aus einem Stück. Lediglich der Korb oder Hut auf dem Kopf ist aus einem anderen Stein. Am oberen Rand des Korbes oder Hut will Francisco Aguera Mulden ausgemacht haben, in denen die Gebeine einiger Verstorbenen gelegt wurden.

Sehr detailliert werden auch die Moais beschrieben, besonders auch die Art und Weise wie sie Pukaos (Hüte) auf den Köpfen der Moais lagen, ohne runter zu fallen. "Der Durchmesser der Körbe ist viel größer als die Köpfe und die Kopfbedeckung liegt viel weiter zur Vorderseite ohne runter zu fallen. Obwohl sich die Spanier für die Bauart der Moais sehr interessiert zeigten, konnte keiner der Einwohner eine Erklärung geben, wie die Idole einst hergestellt wurden. Francisco Aguera vermaß den damals noch stehenden Moai "Paro" auf der Ahu-Anlage Te Pito Kura mit 52 Fuß und sechs Zoll, was mit Hut eine Höhe von 14,5 Meter betragen würde (tatsächlich kommt der Moai Paro nur über etwas mehr als 11 Meter, es kann sein, dass Aguera damals die Ahu-Anlage als Gesamthöhe mit eingemessen hat). TOP

Die beiden ausgesandten Boote die die Aufgabe hatten, die Insel und die Küsten zu vermessen, hielten sämtliche geografischen Besonderheiten in einer Karte fest und gaben diesen auch spanische Bezeichnungen. Die einzige Bezeichnung die hiervon noch übrig geblieben ist, ist die Landspitze zwischen der Anakena- und Ovahe-Bucht - "Punta oder Point Rosalia", benannt nach dem Liegeplatz der Fregatte Santa Rosalia.

Ausgehend vom Ankerplatz der beiden Schiffe wurde ein Querschnitt der Insel bis zur Poike-Halbinsel gezeichnet, um die erste Karte der Osterinsel zu vervollständigen. Hierauf finden sich die ersten bekannten Zeichnungen von Moais, die, wie man deutlich sieht, zu diesem Zeitpunkt noch alle stehen.

Schriftzeichen der Ariki auf der Urkunde von F. González Ahedo bei der Inbesitznahme der Osterinsel im Jahre 1770Die letzte Aufgabe der Kartierung führte am 20. November 1770 eine bewaffnete Abteilung von 250 Soldaten auf die Poike-Halbinsel. In einer sieben Stunden dauernden Mission hatte man mit Hilfe der Insulaner drei Kreuze zu den Poike-Erhebungen Maunga Parehe (225 Meter), Maunga Tea Tea (279 Meter) sowie Maunga Vai A Heva (280 Meter) getragen und dort aufgestellt. In einer feierlichen Proklamation wurde die Insel dann für den spanischen König Karl III. in Besitz genommen und auf den Namen San Carlos. Drei Ariki (Häuptlinge) der Rapanui unterzeichneten die Urkunde mit Symbolen die später als Rongorongo Schriftzeichen gewertet werden. Es war das erste Mal, dass Europäer Kenntnis von dieser Schrift erhielten, doch wirklich beachtet wurde diese Tatsache erst rd. 100 Jahre später durch einen Missionar namens Pater Eygene Eyraud, der seinem Bischof Jaussen auf Tahiti von Holztafeln mit Schrift berichtete.

Mit wehenden Fahnen verkündet Kapitän Jose Bustillo damit Karl III von Spanien als legitimen Herrscher der Insel. Salvenschüsse aus den Musketen der Soldaten sowie 21 Kanonenschüsse von jedem Schiff besiegeln die Zeremonie. Die Insulaner schauen dem Treiben interessiert und und freuen sich über die willkommene Abwechslung.

Am 21. November 1770 endet die Mission auf der, gerade erst für Spanien annektierte, Insel "San Carlos". Am 29. März 1771 endete die über 4.177 Seemeilen dauernde Aufklärungsmission im Südpazifik. Spanien zeigte später kein Interesse an der Osterinsel und hat ihren Anspruch auch niemals gegenüber Chile geltend gemacht. TOP


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