Pierre Loti - Die Osterinsel - Ein steinerner Traum

Pierre Loti - Die Osterinsel - Ein steinerner Traum


Pierre Loti - Die Osterinsel - Ein steinerner Traum


Julien Viaud, alias Pierre LotiPierre Loti, alias Julien ViaudEin für die Osterinsel interessanter Mensch ist auch "Pierre Loti". Pierre Loti, alias Julien Viaud, war im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert der beliebteste französischer Reiseschriftsteller seiner Zeit und zudem ein begnadeter Maler. Unter den Ländern, die er während seiner Karriere als Marineoffizier besuchte, war 1872 auch die Osterinsel.

Pierre Loti kam am 7. Januar 1872 mit dem französischen Kriegsschiff "La Flore", als der 22-jähriger Seekadett Julien Viaud zur Osterinsel. Seinen Künstlernamen "Loti" erhielt er erst kurze Zeit später bei einem Tahiti-Besuch, und zwar von der Königin Pomare IV. von Tahiti, mit der er eine kurze Liebesaffäre gehabt haben soll. Der Name "Loti" soll sich von seiner, damals immer leicht geröteten Haut, ableiten. Andere Quellen schreiben, der Name leitete sich von einer roten Blume ab. Zu Tahiti hatte Loti eine besondere Beziehung, weil hier sein 14 Jahre älterer Bruder Gustave vier Jahre gelebt hatte und auch gestorben war.

Briefmarke Pierre LotiPierre Loti, so wie er die Rapanui im Jahre 1872 sahPierre Loti ist für die Osterinsel deshalb so interessant, weil er sich gerade zu der Zeit auf der Insel aufhielt, als der Schafzüchter Dutroux-Bornier dabei war, die komplette Osterinsel für sich zu vereinnahmen. Rund 10 Jahre zuvor hatten Sklavenjäger über 2000 Rapanui nach Peru verschleppt; die 15 zurückgebrachten Überlebenden dieser Aktion hatten die Pocken mit auf die Insel gebracht. Rund 5 Jahre zuvor hatten katholische Missionare so gut wie alle Rongorongo-Schrifttafeln verbrennen lassen. Vier Jahre zuvor hatte der archäologisch interessierte Arzt J.L. Palmer die berühmte Moai-Statue "Hoa-haka-nana-ia" von der Insel ins Britische Museum bringen lassen. Ein Jahr zuvor hatte Dutroux-Bornier durch Brandschatzung die Missionare und viele der Rapanui von der Insel vertrieben. TOP

Die Rapanui waren Anfang 1872, trotz Christianisierung wieder in ihre alten Riten und Bräuche zurückgefallen. Sie hatten ihre westlich orientierten Wohnhütten verlassen und wieder ihre Paenga-Hütten aufgebaut. Kapitän I.L. Gana vom chilenischen Schiff "O´Higgins" berichtete 1870, er habe wieder heidnische Zeremonien beobachtet, Männer und Frauen würden in der Öffentlichkeit wieder nackt tanzen und dabei unanständige und unmoralische Bewegungen vorführen.


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Julien Viaud, alias Pierre Loti erkundet die Osterinsel während seines 7-tägigen Aufenthaltes mit kurzen Landausflügen und lässt sich inspirieren. Von den Moais am Rano Raraku fertigt er eine detaillierte Zeichnung, andere Werke zeigen mystisch, dunkel und melancholisch angehauchte Motive von der Insel und ihren Bewohnern. Loti schreibt, die Eingeborene seien zumeist traurig aussehende Menschen. "Kolossalköpfe" würden aus der Erde wachsen, der Häuptling hätte ihn in eine "Baulichkeit" mit einem kleinen Eingang geführt, das von zwei kleinen Idolen aus Stein bewacht wurde.


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Loti nennt die Insel "einen steinernen Traum". Der stets selber von Fernweh und Todessehnsüchten befallene Künstler malte düstere Statuen auf zerfallenen Plattformen. Die von Loti gezeichneten aufrecht stehenden Moais (mit Ausnahme am Rano Raraku) entstammen seiner Fantasie. Dennoch vermittelt Loti mit seinen Zeichnungen der Nachwelt einen Eindruck von den damaligen Gegebenheiten auf der Osterinsel.

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Die Schiffsbesatzung der "La Flore" wollte unbedingt auch einen Moai mit nach Frankreich nehmen und dem Louvre übergeben. Als es ihnen nicht gelang, den dafür ausgesuchten Koloss zu bewegen, schnitten sie ihm kurzerhand den Kopf ab. Dieser Kopf steht heute im "musée du quai Branly" in Paris.

1872 abeschnittener Moai-Kopf durch die Besatzung des La Flore
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