Sergio A. Rapu - der Mann der den Moai´s die Augen zurück gab

Sergio A. Rapu - der Mann der den Moai´s die Augen wieder zurück gab


Sergio A. Rapu


Sergio A. Rapu, der Mann, der den Moai´s die Augen wieder gabEin Name der bei Nennung der Osterinsel nicht fehlen darf ist "Rapu", konkret gesagt: Sergio A. Rapu. Sergio A. Rapu, 1949 auf der Osterinsel geboren entstammt einer der wenigen Familien, denen es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf der Osterinsel schon etwas besser ging. Sergio A. Rapu´s älterer Bruder Alfonso Rapu war in den 1960er Jahren Dorfschullehrer und hatte einen maßgeblichen Einfluss darauf, dass den Rapa Nui von der chilenischen Regierung Rechte zugestanden wurden. Alfonso Rapu war auch der erste einheimische Bürgermeister, den Chile zuließ.

Sergio A. Rapu interessierte sich mehr für die Geschichte seiner Heimat und wurde 1971 als Kurator des kleinen Museums angestellt, wenn er auch selber über diese Zeit sagt, der Titel "Kurator" sei mehr als das was er seinerzeit gemacht hätte. Er war der einzige Angestellte des Museums, putzte auch schon mal die Flure, holte die Gäste noch persönlich vom Flugplatz ab und machte als letzter das Licht aus.

Immerhin kam Sergio A. Rapu auf diese Weise mit dem US-amerikanischen Anthropologen William Mulloy in Kontakt, der bereits 1955 als Teilnehmer der Expedition Thor Heyerdahl auf der Osterinsel war und später weitere wissenschaftliche Forschungen auf der Insel durchführte. William Mulloy wurde Sergio A. Rapu´s Mentor und holte ihn 1973 an die Universität Wyoming. Hier machte Sergio A. Rapu seinen Bachelor in Archäologie. Anschließend machte Sergio A. Rapu seinen Master in polynesischer Kultur und Archäologie an der Universität von Hawaii.

Im Rahmen seines Studiums leitete er 1978 eine Ausgrabungsarbeit an der Zeremonie-Stätte Ahu Nau Nau in der Anakena-Bucht, wobei auch ein Artefakt zu Tage befördert wurde, das von der Form her auch schon von Thor Heyerdahl im Jahre 1956 an der Ahu-Anlage Vinapu gefunden worden war. Während Heyerdahl das schalenförmige Gebilde aus Korallenkalk mit Zeremonie-Handlungen in Verbindung gebracht hatte, erkannte Sergio A. Rapu dieses Artefakt als Teil eines Auges von den Moai´s. Niemand hatte bis dahin die Existenz derartiger Augen in Betracht gezogen denn bei der Entdeckung der Osterinsel im Jahre 1722 hatten die Ureinwohner den Moai´s bereits sämtliche Augen entnommen und vernichtet. Thomas Barthel schreibt in seiner Habilitationsschrift von 1958 (Kapitel 14) nur, dass in den Rongorongo Zeichen gelegentlich von einem "weißen Grabmal" die Rede ist, leitet davon allerdings ab, dass die Ahu-Anlagen früher möglicherweise einmal mit weißen Steinen verziert waren. TOP

Der sehende MoaiDie Entdeckung Sergio A. Rapu´s hat das Verständnis für die Moai´s hinsichtlich Kraft und Bedeutung noch einmal grundlegend verändert. Die Weltöffentlichkeit begann plötzlich, die Moai´s im wahrsten Sinne des Wortes mit anderen Augen zu betrachten und viele begannen, sich erneut für diese Steinkolosse zu interessieren. In der Eigenschaft als ehemaliger Direktor des örtlichen Museums und als ehemaliger Gouverneur der Osterinsel führte er 1988 ein japanisches Filmteam über die Insel und wurde vor der Ahu-Anlage Tongariki interviewt. Das Filmteam wollte einen Beitrag über den Zustand der Moai´s auf der Osterinsel drehen und Sergio A. Rapu sprach in seinem Interview über fehlende Restauratoren und über die schwierige Finanzsituation für derartige Projekte.

Autokran aus Japan in Hanga RoaZwei Tage nach Ausstrahlung der japanischen Dokumentation meldete sich ein japanisches Unternehmen für Autokräne (Tadano), spendete einen Autokran zur Aufstellung der Moai´s und zusätzlich noch einmal 600.000 US-Dollar für den Aufbau der Zeremonie-Anlage Ahu Tongariki, über die in dem Beitrag berichtet worden war. Der versprochene Schwerlastkran kam 1993 per Schiff auf die Insel. Unter Anleitung Sergio A. Rapu´s wurde die Anlage Ahu Tongariki mithilfe eines japanischen Teams anhand von alten Fotos wieder rekonstruiert (Tongariki war 1960 durch ein Tsunami komplett zerstört worden). Das Aufstellen der Moai´s dauerte länger als erwartet, doch seit Mitte der 1990er Jahre kann die Anlage wieder bewundert werden. Insgesamt stehen 15 Moai´s auf der Anlage; in einer Entfernung von etwa 50 Meter liegt ein weiterer Moai, wohl um zu zeigen, welche Kraft der Tsunami von 1960 gehabt hat. TOP

Autokran von Tadano zum Aufstellen der Moai´sDer 2. Autokran von TadanoDer Schwerlastkran befindet sich immer noch auf der Osterinsel und steht zumeist auf einem eingezäunten Hinterhof des Flughafens. Der Kran ist leider komplett der Witterung ausgesetzt und sieht entsprechend mitgenommen aus. Im Dezember 2005 ließ die Kran-Frima Tadano verlauten, man werde einen Ersatzkran zur Verfügung stellen und diesen dann mit einem speziellen Korrosionsschutz versehen.

Die Japaner fühlen sich für die Anlage am Ahu Tongariki immer noch verantwortlich. Im Abstand von zwei Jahren werden Messungsarbeiten an der Tragfähigkeit der Anlage und an der Gesteins- und Mineralfestigkeit der Moai´s durchgeführt. Das japanische Expertenteam hat hierfür eine Generalvollmacht zum Betreten der Anlage; normalerweise ist das Betreten der eigentlichen Anlage strengstens verboten.

Sergio A. Rapu war 16 Jahre lang Direktor des örtlichen Museums und einige Jahre Gouverneur der Osterinsel. Später lehrte er an der Universität von Berkeley und bekleidete mehrere Ehrenämter. Obwohl es eine Fraktion auf der Osterinsel gibt die die Unabhängigkeit von Chile möchten ist Sergio A. Rapu anderer Meinung. Die Insel sei zu klein als dass sie sich selbst finanzieren könnte; die Insel braucht die Wirtschaftskraft Chiles, alleine sei das Erbe dieser einmaligen Kultur nicht zu erhalten.

Die Bilder von der Osterinsel mit der Kennung ©#9# wurden uns freundlicherweise von der Website http://earth-of-fire.over-blog.com/ zur Verfügung gestellt. TOP

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