William Mulloy - Der Mann, der die Ahu-Anlagen restaurierte

William Mulloy - Der Mann, der die Ahu-Anlagen restaurierte


William Mulloy - Der Mann, der die Ahu-Anlagen restaurierte


William Mulloy, ein verdienter Mann um die OsterinselUm die Osterinsel sehr verdient gemacht hat sich auch der US-amerikanische Archäologe William Mulloy. Mulloy, 1917 in Salt Lake City (Utah USA) geboren, interessierte sich schon früh für Archäologie und Geschichte. 1939 macht er an der Universität Utha seinen Abschluss in Anthropologie. Seine ersten anthropologischen Auftragsarbeiten bringen ihn nach Chicago; nach dem zweiten Weltkrieg kehrt er dorthin zurück und schließ sein Studium 1948 mit einem Master und 1953 sogar mit einem Doktor-Titel ab. Danach beginnt er eine akademische Karriere als Leiter der anthropologischen Abteilung an der Universität Wyoming.

William Mulloy an der Ahu-Anlage Vinapu 1956Mit der Osterinsel kommt Mulloy erstmalig 1955 in Kontakt, als der norwegische Forscher Thor Heyerdahl ihn zu seiner wissenschaftlichen Expedition auf diese Insel einlädt. während seiner 5-monatigen Teilnahme untersucht er diverse Höhlen, forscht aber erstmalig an der Ahu-Anlage Vinapu. Hier entdeckt er eine Stehle aus rotem Tuffgestein, die sich später als Moai mit zwei Köpfen herausstellen sollte. In dieser Zeit entwickelt sich bei Mulloy ein derart starkes Interesse an der Osterinsel und seine Bewohner, dass er bis zu seinem Tod im Jahre 1978 mehr als 20 Mal auf die Osterinsel reist um dort zu wirken.

Zwischen 1959 und 1961 wirkt er als Professor für Anthropologie an der Universität Chile. In dieser Zeit hält er sich für insgesamt 13 Monate auf der Osterinsel auf und beschäftigt sich mit der Machbarkeit zum Aufstellen der Moais aus Sicht der alten Rapanui. William Mulloy an der Ahu-Anlage Akivi 1961In Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Gonzalo Figueroa entwickelt er durch praktische Tests nicht nur einige Theorien, sondern restauriert in diesem Zuge auch die Ahu-Anlage Akivi. William Mulloy und sein Team 1961 beim Aufstellen eines Moais am Ahu AkiviMulloy und Figueroa versuchen dabei, die traditionellen Bauweisen der Ureinwohner zu beachten bzw. einzusetzen. In einem Bericht an die UNESCO empfehlen er und sein Kollege Figueroa, auf der Osterinsel nicht nur weitere umfangreiche archäologische Untersuchungen durchzuführen, sondern in diesem Zuge auch einige Monumente wieder herzustellen.

Bis zu seinem Tod im Jahre 1978 wirkte William Mulloy an der Restaurierung von insgesamt sieben Ahu-Anlagen mit, darunter (wie gesagt) 1960 die Ahu-Anlage Akivi sowie der Ahu-Anlage Ahu Vai Teka, 1968 bis 1970 an den Anlagen Ahu Ko Te Riku sowie Ahu Vai Uri Tahai, 1972 die Ahu-Anlage Huri urenga A sowie zwei unbekannte Ahus bei Hanga Kio'e. In der Zeit von 1976 bis 1978 beschäftigte er sich mit der Erforschung und Wiederherstellung des Zeremonien-Dorfes Orongo am Vulkan-Krater Rano Kau. TOP

Sergio A. Rapu mit dem Moai AugeWährend seines Wirkens auf der Osterinsel kam Mulloy mit einem jungen Rapanui in Kontakt, der als Angestellter (Kurator) im kleinen Anthropologischen Museum des Pater Sebastian Englert arbeitete, Sergio A. Rapu. Mulloy ermutigte Sergio A. Rapu Archäologie zu studieren, wurde sein Mentor und holte ihn 1973 an die Universität Wyoming. Seinen Master in polynesischer Kultur und Archäologie absolvierte Rapu dann an der Universität von Hawaii. 1978 machte dieser junge Mann im Rahmen von Restaurierungsarbeiten an der Ahu Anlage Nau Nau die wichtigste Entdeckung seines Lebens und eines der wichtigsten Entdeckungen für die Geschichte der Moais auf der Osterinsel: Sergio A. Rapu fand schalenförmige Fragmentstücke aus weißem Korallenkalk, die Thor Heyerdahl als Zeremonie-Schalen gedeutet hatte. Rapu aber erkannte in diesen Fragmentstücken Teile eines Auges von einem Moai und gab der Wissenschaft eine ganz neue Betrachtungsweise auf das ursprüngliche Aussehen der Moais.

Diese wichtige Erkenntnis konnte Rapu seinem Mentor Mulloy allerdings nicht mehr mitteilen, Mulloy starb am 25. März 1978 infolge eines Krebsleidens. Mulloy vermachte einen Teil seiner Aufzeichnungen dem anthropologischen Museum Sebastian Englert, er wurde Ehrenbürger der Osterinsel und erhielt vom Staat Chile für sein Wirken die höchste Auszeichnung des Landes, den Offiziersorden von Bernardo O'Higgins. William Mulloys letzte Ruhestätte ist ein Urnengrab auf der Osterinsel; ihm zu Ehren wurde an der Ahu-Anlage Tahai ein Denkmal errichtet und mit einer Gedenktafel versehen. Gedenk-Tafel von William Mulloy an der Ahu-Anlage Tahai

Die Inschrift ist in drei Sprachen verfasst, und zwar in Rapa Nui, Englisch und Spanisch. Die Grabinschrift in Rapa Nui lautet: "Durch das Studium und Aufrichten der Moai zeigte er uns seine große Liebe zu Rapa Nui". In Englisch: "Durch die Wiederherstellung der Vergangenheit dieser Insel, ändert er auch ihre Zukunft". In Spanisch: "So eindrucksvoll sein Wirken auf der Insel, so tief war auch seine Liebe und Aufopferung für die Rapa Nui". TOP

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