Moai Kavakava - die Abbildungen von Ahnen als Schutzgeister

Moai Kavakava - die Abbildungen von Ahnen als Schutzgeister


Moai Kavakava


Moai - Kavakava - Schutzgeister aus HolzNach der Mythologie der Rapa Nui handelt es sich bei den Moai Kavakava-Figuren um die Darstellung von Dämonen, die nach Meinung der Ureinwohner zumeist als böse Aku-Aku-Geister versuchen, Unheil über die Rapa Nui zu bringen. Nach Glauben der Rapa Nui fürchteten die Aku-Aku-Geister ihre eigenen Ebenbilder, weil sie durch den Anblick ihre Kraft verlieren. Deshalb boten die Moai Kavakava überall dort einen Schutz vor diesen Geistern, wo man sie auf gehangen hatte.

Moai Kavakava - erigierter PenisDer Legende nach wurden die ersten Moai Kavakavas von dem talentierten Holzschnitter Tuu-ko-ihu angefertigt. Tuu-ko-ihu war der Schwager und Gefolgsmann des legendären Hotu Matua, dem Begründer aller Rapa Nui. Tuu-ko-ihu hatte die bösen Dämonen Hiti Rau und Nuko Te Mango auf seinem Heimweg am Puna Pau im Schlaf überrascht. Sie hatten sich ihrer Bekleidung entledigt weil es so heiß war und so konnte Tuu-ko-ihu zu seinem Erstaunen sehen, dass sie nur aus Kopf, Gerippe und Unterleib bestanden. Zu Hause schnitzte Tuu-ko-ihu die Dämonen in ihrer ganzen Hässlichkeit. Als die Geister an der Hütte des Tuu-ko-ihu vorbeikamen und ihre Ebenbilder sahen erschraken sie derart, dass sie fortan diese Hütte mieden.

Moai Kavakava mit Tätowierungen"Aku Aku" stand nach Meinung der alten Polynesier für "Geist, Seele, Schatten, Gespenst" und waren in der Osterinsel-Kultur nicht materielle Wesen in die die Menschen nach ihrem irdischen Leben hinüber gehen. Thor Heyerdahl widmete 1957 ein ganzes Buch diesen Aku Aku´s (aku-aku - Das Geheimnis der Osterinsel). TOP

Nach den Vorstellungen der Rapa Nui bestand jeder Mensch aus drei Teilen, nämlich Körper, Lebenskraft und Schattenbildwesen. Die Lebenskraft wohnte im materiellen Körper und zeigte sich vornehmlich mit dem Atem. Briefmarke zum Thema KavakavaVerging der Atem, erlosch die Lebenskraft und der Körper verging. Die Schattenbildwesen aber blieben für eine gewisse Zeit außerhalb des Körpers bestehen und konnten als "Aku Aku" (Wesen die weder der diesseitigen noch der jenseitigen Welt angehörten) bei ihren lebenden Angehörigen bleiben.

In der polynesischen Region um die Freundschaftsinseln (Kingdom of Tonga) gibt es den Begriff "Mangareva" was so viel heißt wie "dünn" oder "mager" und den Begriff "a´ua´u" was so viel bedeutet wie "dünn", "alt", "zerbrechlich". Schaut man sich die Moai Kavakava an, so scheint dies genau auf die Figuren zuzutreffen.

Moai Kavakava auf BriefmarkenDie Moai Kavakava zeigen sich immer mit einem schädelartigen Kopf und einem halb skelettierten Körper bei dem die Rippen (und oft auch das Rückgrat) sehr eindrucksvoll dargestellt sind. Bei den immer männlichen Kavakava-Darstellungen zeigt sich ein leicht erigierter Penis, an einigen Köpfen sind Haare angedeutet, andere tragen unterschiedliche Kopfglyphen, von Vögel, Fischmenschen, RongoRongo Schriftzeichen oder andere geometrische Symbole. Man nimmt an, dass es sich hierbei um Tätowierungen des jeweiligen Ahnen oder auch um Stammeszugehörigkeitszeichen handelt. Das französische Museum "Musée de l'Homme in Paris" hat sogar ein Exemplar mit echtem Menschenhaar ausgestellt. TOP


Moai Kavakava - Fälschung als Tauschobjekt

einzige Moai-Tangata-Figur mit echtem Menschenhaar auf dem KopfIn der Legende heißt es weiter, die Kavakava konnten sich aus eigener Kraft fortbewegen, sofern sie ihren Besitzern wohlgesonnen waren. Hierbei wird die Geschichte von einem Mann namens Rua Nuka erzählt, der sich von Tuu-ko-ihu sieben Kavakava-Figuren auslieh, damit sie ihn bei einem bevorstehenden Fest beschützen. Rua Nuka stellte die Kavakava in seiner Hütte auf, doch in der Nacht brannte diese ab. Als Rua Nuka dieses Missgeschick dem Tuu-ko-ihu am nächsten Morgen erzählen wollte, befanden sich alle sieben Kavakava unversehrt in Tuu-ko-ihus Hütte. Tuu-ko-ihu erzählte, er habe in der Nacht von seinen Kavakava geträumt, die ein Schmerzgeschrei angestimmt hätten. Als er am frühen Morgen aufwachte, befanden sich seine Kavakava unversehrt in seiner Hütte.

Anhand der heute noch existierenden Kavakava-Exemplare kann man sehr gut den Verfall der Kunst bzw. Kultur auf der Osterinsel erkennen. Während in der Hochblüte der Rapa-Nui Kultur Kavakava-Darstellungen von exzellenter Kunstfertigkeit und Detailgenauigkeit gefertigt wurden, wurden spätere Exemplare nur noch sehr grob und schemenhaft dargestellt. Man nimmt an, dass die späteren Kavakava-Darstellungen erst nach dem Zusammentreffen mit den Europäern (teilweise auch als Tauschobjekte) hergestellt wurden.

Das Exemplar im Musée de I´Homme ist die weltweit einzige Figur, die mit einem erhaltenen Lendenschurz aus Tapa Rindenbaststoff bekleidet ist. TOP
Karten:
- Sehenswürdigkeiten
- Übersicht Hanga Roa
- Lageplan Rano Raraku

Pazifik:
- Robinson Crusoe
- Meuterei auf der Bounty

Navigation:
- Home

- Inselbeschreibung
- Geschichte
- Personen
- Kultstätten
- Moai´s
- Kunst
... Paina Figur
... Familien-Steinkunst
... Petroglyphen
... Tattoos

... Holzschnitzkunst
... Kavakava
... Tangata
... Papa
... Tangata Manu
... Moko
... Tahonga
... Rei Miro
... Ao und Rapa
... Ua Stäbe
... Paoa

- Vulkane und Nebenkrater
- Höhlen
- RongoRongo Schrift
- Rapanui Sprache

- Impressum

- Reisen zur Osterinsel
- Reiseinformationen
- Hotels + Pensionen
- Tourismus + Umwelt


Bookmark and Share

www.osterinsel.de | © Moai Kavakava - die Abbildungen von Ahnen als Schutzgeister