Moko - der Eidechsen-Gott in der Polynesischen Mythologie

Moko - der Eidechsen-Gott in der Polynesischen Mythologie


Moko


Moko der Eidechsengott der Rapa NuiEine interessante Holzfigur auf der Osterinsel ist der so genannte "Moko" (oder auch Moko-Miro). Bei diesem Wesen handelt es sich um ein Fabelwesen und Mischung aus einer Eidechse mit menschlichen Attributen. Es zeigt eine Abwandlung von der (heute noch auf der Insel zu findenden) Echsenart "Ablepharus boutonii" aus der Gattung der Natternaugen-Skinke, die auf der Insel eine Größe von etwa 12 Zentimetern erreichen und eine goldbraune Farbe besitzen.

Die Moko-Figur, die etwa 30 bis 40 Zentimeter lang und zwischen 6 bis 13 Zentimeter dick ist, stellt den Eidechsen-Gott Moko-Miro dar, der eine Art Schutzfunktion vor bösen Geistern hatte. Dieses Mischwesen hatte einen Eidechsenkopf und Schwanz, aber ein menschliches Rückgrat, bzw. menschliche Rippen, Arme und Hände. Am länglichen Eidechsenkopf zeigen sich eine menschliche Nase sowie ausgeprägte Augenbrauen. Wie bei den Moai Kavakava oder Moai Tangata Figuren wurden die Augen mit runden Knochenplättchen ausgelegt und ein Obsidian-Stein als Iris eingefügt. Bei einigen Figuren ist deutlich eine weibliche Vulva eingeschnitzt, bei anderen ein beschnittener Penis. Auffällig ist der stark ausgeprägte Rückenkamm, der zumeist mehr einem menschlichen Rückgrat ähnelt. Moko MiroDer Echsenschwanz ist etwa um 10 Zentimeter verlängert und läuft spitz aus. Diese Verlängerung diente als Halterungsstab für den Boden.

Diese Ritualfigur stand im engen Zusammenhang mit den so genannten "Paenga-Häusern", die ovalen Wohnstätten der Ariki (dem Stammeshäuptling). War ein neues Paenga-Haus errichtet worden, so wurde das Haus durch einen "ivi-atua" (Priester mit einem besonders hohen Rang) eingeweiht. Bei dem Ritual gab er zunächst zwei neue Moko-Figuren eine göttliche Kraft, zeigte ihnen die äußere Hülle der Wohnstätte indem er die Figuren um und über das Haus führte und steckte die Figuren dann links und rechts in den Boden des etwa 1 x 1 Meter großen Eingangs. Anschließend nahm er gemeinsam mit dem Ariki im Haus die erste (rituelle) Mahlzeit ein.

Schriftliche Aufzeichnungen über die Verwendung der Mokos gibt es zwar in Form der RongoRongo Schrifttafeln, doch niemand konnte die Schriftzeichen bisher mit letzter Sicherheit entziffern. Obwohl derartige Schrifttafeln in so gut wie jedem Haus der Rapa Nui zu finden waren, existieren weltweit nur noch 26 bekannte Exemplare. Missionare im 19. Jahrhundert haben diese Tafeln einsammeln und als Teufelswerk verbrennen lassen. Die noch vorhandenen Aufzeichnungen lassen bisher keine endgültige Entschlüsselung zu.

In den mündlichen Überlieferungen werden die Moko-Figuren stark mit dem Jenseits in Verbindung gebracht, die dort als furchteinflößende Unterweltgeschöpfe die Bösen Todesgeister abwehren konnten. Hierzu soll es auf der Osterinsel einmal jährlich ein spezielles Fest gegeben haben, bei dem geschnitzte Moko-Figuren rituell begraben wurden, um unheilvolle Unterwelteinflüsse zu bannen. Wikipedia meint, dass die Moko-Figuren möglicherweise auch als Phallusformen bei Fruchtbarkeitstänzen Verwendung fanden. Dies würde auch die mündliche Überlieferung erklären, dass die Moko-Figuren während ritueller Tänze in den Armen der Tänzer gewiegt wurden. Es heißt auch, mithilfe solcher Figuren wurden auch provisorisch errichtete Festhäuser während religiöser Festlichkeiten eingerissen.
TOP

Karten:
- Sehenswürdigkeiten
- Übersicht Hanga Roa
- Lageplan Rano Raraku

Pazifik:
- Robinson Crusoe
- Meuterei auf der Bounty

Navigation:
- Home

- Inselbeschreibung
- Geschichte
- Personen
- Kultstätten
- Moai´s
- Kunst
... Paina Figur
... Familien-Steinkunst
... Petroglyphen
... Tattoos

... Holzschnitzkunst
... Kavakava
... Tangata
... Papa
... Tangata Manu
... Moko
... Tahonga
... Rei Miro
... Ao und Rapa
... Ua Stäbe
... Paoa

- Vulkane und Nebenkrater
- Höhlen
- RongoRongo Schrift
- Rapanui Sprache

- Impressum

- Reisen zur Osterinsel
- Reiseinformationen
- Hotels + Pensionen
- Tourismus + Umwelt


Bookmark and Share

www.osterinsel.de | © Moko - der Eidechsen-Gott in der Polynesischen Mythologie