Moai Papa - die weiblichen Ahnen der Osterinsulaner

Moai Papa - die weiblichen Ahnen der Osterinsulaner


Moai Papa


Moai Papa - weibliche AhnenIn der Schnitzkunst der Osterinsulaner finden sich einige (sehr seltene) Holzfiguren die von den Einheimischen "Moai Papa" genannt werden. Diese Figuren sind zwischen 12 und 60 Zentimeter groß und fungierten, wie auch die Moai Kavakava und die Moai Tangata, als mystische Schutzreliquien im Glauben der Osterinsulaner.

Das Wort "paapaa oder pa’a pa’a" bedeutet in der polynesischen Sprache und speziell bei den Rapa Nui "flacher" Stein / Steinplatte / Holzplatte; als Verb bedeutet das Wort so viel wie "eine Zeichnung auf einen flachen Gegenstand einritzen. Entsprechend platt sind auch die Figuren, als seien sie unter einem Gewicht zusammengedrückt worden. Lediglich der Kopf dieser Figuren ist plastisch und dreidimensional herausgearbeitet.

Moai PapaIm Gegensatz zu den Moai Kavakava und Moai Tangata handelt es sich bei den Moai Papa nicht um männliche sondern um weibliche Darstellungen. Die sehr plastisch dargestellten Köpfe sind im Verhältnis zu den schemenhaft angedeuteten Körper relativ klein. Die Augenbrauen sind stark ausgeprägt, am Kopf zeigt sich zumeist eine Frisur mit einem Kamm oder Knoten, der eingeschnitzte Mund ist gerade oder sogar nach unten gezogen. Die Ohrläppchen sind mit einem Ohrpflock durchbohrt.

Moai PapaSämtliche Oberkörper dieser Figuren sind zwischen 2 und 6 Zentimeter dünn; die weibliche Vulva ist deutlich hervorgehoben, die Brüste zeigen sich so gut wie immer als im Holz eingeritzte hängende Lappen. Die Haltung der Arme und Hände zeigen sich immer gleich: eine Hand zeigt auf die Brust, die zweite Hand zeigt deutlich auf die Vulva. Forscher werten diese Gesten als Zeichen der Empfängnis.

Das Gesicht wirkt mehr maskulin als feminin und eher teilnahmslos wenn nicht sogar etwas mürrisch und weniger freundlich. Die Figuren als Ganzes wirken so, als hätten sie zu Lebzeiten nichts anderes zu tun gehabt als dazuliegen um Leben zu empfangen. Katherine Scoresby Routledge (britische Historikerin die sich mit der Erforschung der Osterinsel beschäftigte) meinte, die Moai Papa seien die Abbilder weiblicher Aku Aku (also nicht materielle Wesen verstorbener Ahnen). Sie begründete dies damit, dass die Sinnbezeichnung "Papa" auf den Marquesas mit "große Erdmutter" assoziiert wird.

Wer regelmäßig mit älteren Frauen zu tun und die Ehre hat, diese auch unbekleidet sehen zu dürfen kommt nicht umhin, bestimmte Ähnlichkeiten zu den Moai Papa festzustellen. Die Körperformen vieler älterer Damen unterscheiden sich nur unwesentlich von den Darstellungen der Moai Papa, wenigstens nicht in der Front- und Rückansicht des Torsos. Die Brüste sind flach, die Taille ist nicht mehr ausgeprägt, das Muskelfleisch am Gesäß ist stark eingefallen. Auch im Gesicht zeigen sich deutlich makuline Züge. Die Augenbrauen sind stark ausgeprägt, die Mundwinkel sind nach unten gefallen, die Ohren sind groß gewachsen. So gesehen könnte es sich bei den Moai Papa um Darstellungen von verstorbenen alten weisen Frauen handeln, denen man zu Lebzeiten großen Respekt gezollt hat. Wichtige Frauen, sicherlich fruchtbare Gefährtinnen oder auch die Mütter, die wichtige Stammeshäuptlinge und spätere Vogelmänner geboren hatten (siehe auch Tattoo-Zeichnung von einer Frau, die William Thomson im Jahre 1886 festgehalten hat).TOP

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