Moai Tangata Manu - Holzfigur des mythischen Vogelmannes

Moai Tangata Manu - Holzfigur des mythischen Vogelmannes


Moai Tangata Manu


Moai Tangata Manu - der VogelmannBei den so genannten "Moai Tangata Manu" Figuren handelt es ich um ein Abbild des Vogelmannes; eine Mischung zwischen Mensch und Fregattvogel. Diese Holzfiguren sind sehr selten und variieren sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer Haltung, Gestalt des Schnabels und des Körperbaus. Im Museum von Leningrad existiert eine Moai Tangata Manu nachweislich seit 1828. Soweit bekannt ist, ist diese Figur das älteste Exemplar. Spätere Exemplare wurden anhand von Fotos von den Rapa Nui hergestellt. Wesentlich öfter findet man eine Abbildung des Vogelmannes in Form von Petroglyphen. Alleine am Orongo-Kultkplatz finden sich in etwa um 150 Abbildungen. Auch in den Rongorongo-Schriftzeichen finden sich Abbildungen des Vogelmannes, in diesen Glyphen haben die Vogelmänner aber dünnere Schnäbel.

Der Vogelmann als HolzfigurAlfred Metraux schlussfolgerte, dass nur die als Petroglyphen abgebildeten Vogelmann-Darstellungen Makemakes Sohn als Gottheit darstellten. Die Moai Tangata Manu seien dagegen nur Darstellungen von Menschen die eine Vogelmann-Maske trugen. Metraux begründete dies vor allem damit, dass die Moai Tangata Manu vom Gesicht und Körperbau eindeutig menschliche Züge trugen. (Die hier rechts abgebildete Figur befindet sich heute im "American Museum of Natural history" in New York. Auf ihr befinden sich Rongorongo-Schriftzeichen).

Der Vogelmann ist eines der wichtigsten Wesen überhaupt in der Mythologie der Osterinsulaner. Der Legende zufolge ist der Vogelmann der erstgeborene Sohn des Schöpfergottes Makemake. Darin heißt es, als Makemake die Erde erschaffen hatte, wollte er nach seinem Ebenbild seinen erstgeborenen Sohn erschaffen. Er schaute in eine Kalebasse (Wasserkrug) und hauchte seinem Spiegelbild Leben ein. Kurz zuvor hatte sich allerdings ein Vogel auf seine Schulter niedergelassen und so zeigte sich im Spiegelbild ein Wesen mit Schnabel und Flügeln. Nachdem Makemake auch den Menschen erschaffen und ihnen das Land Rapa Nui geschenkt hatte, vertrieb Makemake die Vögel von der Insel, die sich auf der nahe gelegenen Felseninsel Moto Nui nieder ließen. Die Menschen auf Rapa Nui hatten nämlich die Vogeleier auf der Insel gegessen und dies missfiel Makemake und seinem Begleiter "Haua" (der Hüter der Vogeleier). TOP

Zu Ehren ihres Schöpfergottes führten die Rapa Nui fortan eine jährliche Zeremonie durch um einen Vertreter für den Vogelmann zu wählen. Dabei traten dann die "Hopu´s" zum Wettstreit an um herauszufinden, welchen "Ariki" (Stammesfürst oder Hohepriester) für das kommende Jahr das Wohlwollen des Makemake erhalten sollte, bzw. wer die Geschicke der Insel leiten sollte. Briefmarke mit Vogelmann-MotivDie "Hopu´s" waren (so die gängige Meinung der Forscher) ausgewählte Abgesandte der verschiedenen Inselfürsten, sicherlich junge starke Männer. Im Laufe des Wettstreites hatten die Hopu´s eine 300 Meter steile Felswand zum Meer herunter zu steigen, dann zum 1,5 Kilometer entfernten Moto Nui zu schwimmen und dort auf die ersten Rußseeschwalben und ihr Brutgeschäft zu warten. Orongo-Priester beim Herstellen eines Vogelmann-PetroglyhenHatte ein Hopu das erste gelegte Ei gefunden so schwamm er zurück und hatte es seinem Fürsten unversehrt zu übergeben. Der Hin- und Rückweg war für jeden Hopu sehr gefährlich. Nicht jeder Hopu hat unbeschadet die steile Felswand überwinden können und schon gar nicht den Weg zwischen Rapa Nui und Moto Nui, denn dort im Pazifik gab es Haie.

Derjenige Stammesfürst aber, dessen Abgesandter ihm das erste Rußseeschwalben-Ei unversehrt überbringen konnte, war nach Glauben der Rapa Nui der vom Schöpfergott ausgewählte Vertreter für die kommenden 12 Monate.

Die jährliche Zeremonie zur Wahl des "Tangata Manu" fand auf der Kultstätte "Orongo" am südwestlichen Zipfel der Osterinsel statt. Hier befindet sich der Vulkankrater "Rano Kau", der an der südlichen und südwestlichen Seite abgebrochen ist und bis zu 300 Meter fast senkrecht zur Meeresoberfläche nach unten fällt. Oben am Orongo befinden sich mehr als 200 Petroglyphen die in den Felsgestein geschlagen sind. Die Petroglyphen zeigen unterschiedliche Motive; das häufigste Motiv ist natürlich der Vogelmann.

Zu welchem Zweck die Moai Tangata Manu´s hergestellt, und wie sie eingesetzt wurden, ist nicht bekannt. TOP

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