Moai Tangata - die Abbildungen von Ahnen

Moai Tangata - die Abbildungen von Ahnen


Moai Tangata


Moai Tangata - knabenhafte GestaltenNeben den Moai-Kavakava-Figuren als Schutzfiguren vor bösen Geistern hatten die Osterinsulaner noch weitere Holzfiguren in ihrem Besitz, unter anderem die so genannten "Moai Tangata". Das Wort "Tangata" ist das polynesische Substantiv für "Mensch" und daher vermutet man, dass der Moai Tangata das Abbild eines verstorbenen (gewöhnlichen) Menschen dargestellt hat, während der Moai Kavakava mehr das Abbild eines mit himmlischer Macht ausgestatteten Verstorbenen war.

Wie genau die Moai Tangata allerdings zu den Kavakava-Figuren standen ist nicht sicher. Wikipedia meint, möglicherweise repräsentieren die Tangata Vorfahren die tatsächlich gelebt haben; Thor Heyerdahl war der Meinung, dass die Figuren im Gegensatz zu den geisterhaften Kavakava und den mit der Erdmutter assoziierten Moai Papa die Menschheit als Ganzes darstellt. Betrachtet man die Bestattungsrituale dann wird deutlich, worin die Unterschiede dieser Figuren liegen:

Moai Tangata - Darstellungen von AhnenNach den mündlichen Überlieferungen wurden hochgestellte Persönlichkeiten (also Würdenträger und hohe Priester die durch Geburt oder durch die Vogelmann Zeremonie vom Schöpfergott Makemake "Mana" (göttliche, unverletzliche Kraft) erhalten hatten, auf den Ahu-Zeremonie-Stätten auf eine besondere Art und Weise bestattet: Sie wurden nach ihrem nach ihrem Ableben für eine gewisse Zeit zum Austrocknen in Matten aus Tapa oder Totora-Schilf gewickelt und erst als skelettierte Leichen beigesetzt. So zeigen sich auch die Kavakava-Figuren als mumifizierte Körper mit einem schädelartigen Kopf und mit sehr ausgeprägten Rippen-Darstellungen; auf der Rückseite sind deutlich die Rückgrat-Knochen zu erkennen.

Briefmarke aus dem Jahr 2000 - Tangata FigurDie Moai Tangata sehen dagegen ganz anders aus: die Moai Tangata sind realistisch geschnitzte Figuren mit natürlichen Gesichtszügen und natürlichen Körpern. Diese Verstorbenen wurden nicht ausgetrocknet und dann beigesetzt, sondern in einem Krematorium verbrannt. Wie die Kavakava-Figuren haben aber auch die Tangata-Figuren relativ große Köpfe mit ausgeprägten Augen und Spitzbart, aber keine langen Ohren. Die Proportionen des Oberkörpers und der Beine sind mit den Kavakava-Figuren identisch. Es zeigt sich auch ein Penis, allerdings nicht im erigierten Zustand.

Bei den meisten der Tangata-Figuren sind Frisuren in unterschiedlicher Gestaltung angedeutet. Durchgängig sind alle Figuren als knabenhafte Gestalten modelliert, die durchaus gut genährt, teilweise sogar mit Bauchansatz, dargestellt sind. Über den Hüften ist ein Muster eingraviert, das sich über dem Gesäß mit einem Knoten schließt. Ob es sich hier um Tätowierungen oder um eine Art Lendenschurz-Darstellung handelt ist nicht sicher.

Weltweit gibt es wesentlich weniger Moai Tangata Figuren als Moai Kavakava.
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