Die Kunst auf der Osterinsel diente ausschließlich religiösen Zwecken

Die Kunst auf der Osterinsel diente fast ausschließlich religiösen Zwecken


Die Kunst auf der Osterinsel


Moai - Köpfe vom Ahu Nau Nau in der Anakena-BuchtObwohl die Kultur der Rapa Nui auf der Osterinsel einmalige Kunst- und Kultobjekte hervorgebracht hat, fehlte den Ureinwohnern offenbar jeglichen Sinn für die Erschaffung von künstlerisch anspruchsvollen Objekten. Die Kunst der Osterinsulaner diente in allen Jahrhunderten nur einen einzigen Zweck: ihren Ahnen, Geister und Göttern zu huldigen und sie darzustellen. Selbst die entwickelte Rongorongo Schrift diente nach heutigem Kenntnisstand nur den Sinn von Rezitieren religiöser Formeln und Legenden.

Holzfiguren wie der Moai Kavakava zum Schutz vor bösen HausgeisternDie von den Rapa Nui geschaffenen Objekten bestanden vorwiegend aus Stein wie die Moai´s oder die Petroglyphen oder aus Holz wie der Moai Kavakava zur Abwehr von bösen Geistern. Ihre Werkzeuge zur Herstellung der Kultobjekte waren einfache Steinwerkzeuge wie Granit-Meißel oder Schnitz- bzw. Scheidewerkzeuge aus Obsidian Splitter bzw. Haifischzähne. Mit ganz wenigen Ausnahmen (Angelhaken aus Stein) haben die Rapa Nui keine weiteren Gebrauchswerkzeuge hergestellt die über das Niveau der Steinzeit hinausgekommen wäre.

Es gibt fast 6000 Petroglyphen auf der OsterinselDurch die Einschleppung von Krankheiten, Sklaverei sowie übereifrige Missionierung wurde im 19. Jahrhundert fast das gesamte Wissen um die alte Kultur unwiederbringlich vernichtet, so dass man heute nur wenig über die hinterlassenen Kult-Objekte der Rapa Nui weiß. So nimmt man an, dass die fast 1000 Steinmonumente (Moai´s) Abbilder wichtiger Ahnen waren, denen eine göttliche Schutzkraft (Mana) zugesprochen wurde. Bei den fast 5.000 auf der Insel vorhandenen Petroglyphen handelt es sich um Darstellungen ihres Schöpfergottes Make Make, seinen erstgeborenen Sohn den Vogelmann und dann oft um Fruchtbarkeitssymbole wie die weibliche Vulva oder auch um Meerestiere. TOP

Bei den Holzobjekten nimmt man an, dass einerseits Figuren zum Schutz vor bösen Geistern, wie die Moai Kavakava, Moai Tangata, Moai Papa oder Moai Tangata Manu und den Moko) geschaffen wurden, dann aber auch wichtige Statussymbole wie den Rei Miro als Rangabzeichen eines arikis (Häuptlings) oder den Ao Tanzpaddel als Zeichen für den Vogelmann oder den Rapa zum Gebrauch wichtiger Fruchtbarkeitstänze. Ebenso wichtig für die Religion waren die Rongorongo-Schrifttafeln, unantastbare Relikte der einfachen Bevölkerung, aber göttliche Hilfsmittel der Hohepriester.

Steinkunst in den FamilienhöhlenErst Thor Heyerdahl machte 1956 eine bis dahin noch unbekannte Kunst der Insulaner bekannt, nämlich die Familiensteine der Rapa Nui, deren Bedeutung bis heute nicht ganz sicher ist. Mag man den Veröffentlichungen in Heyerdahls Buch "aku-aku – Das Geheimnis der Osterinsel" Glauben schenken, so wurden diese Steine von den Hütern der geheimen Familienhöhlen geschaffen, die wiederum durch Steinwächter (als persönliche aku-aku Geister) bewacht wurden.

Neben Stein und Holz haben die Rapa Nui sich auch mit Höhlenmalereien beschäftigt. Leider sind die meisten Werke aufgrund der salzhaltigen Luft zerstört oder durch Forscher für Museen entfernt worden. Was bleibt sind oft nur Nachbildungen in Form von Skizzen oder ganz wenig erhaltene Originale wie in der Höhle Ana Kai Tangata im Südwesten der Osterinsel. Die hier abgebildeten Motive auf Steinplatten aus dem Ort Orongo am Rano Kau geben nur einen ganz kleinen Ausschnitt der mit Farbe gemalten Werke der Rapa Nui.

Zeichnungen auf Steinplatten aus den Steinhäusern am Orongo-Kultplatz
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