Theorie der Mehrfachbesiedlung der Osterinsel von Polynesien aus

Theorie der Mehrfachbesiedlung der Osterinsel von Polynesien aus


Theorie der Mehrfachbesiedlung der Osterinsel von Polynesien aus


Eine These, die am wenigsten Widersprüche aufweist, hat Heide-Margaret Esen-Bauer anlässlich einer Ausstellung im Frankfurter Senckenberg Museum 1989 wie folgt zusammengefasst:

" Im 5. Jahrhundert gelangte eine aus Ostpolynesien (wahrscheinlich von den Marquesas) stammende große Siedlergruppe zur Osterinsel, die sich bis etwa zum 14. Jahrhundert n.Chr. in Isolation entwickelte und in der Steinmetzkunst große Leistungen vollbrachte. Angeführt durch Hotu Matua gelangte um 1350 n.Chr. eine zweite, wahrscheinlich mehrere hundert Menschen umfassende Gruppe, wiederum aus Ostpolynesien (möglicher Ausgangspunkt waren die Austral-Inseln, die unter dem Einfluss Ra´iateas standen), zur Osterinsel. Mit den frühen Siedlern lebten diese neuen Siedler zunächst friedlich zusammen. Die starke Tradition der Steinverarbeitung, die in der Mutterkultur der Neuankömmlinge ebenfalls von Bedeutung gewesen sein mag, stieß mit der Ideologie der Zweitsiedler, die im Vogelmann-Kult ihre Ausgestaltung hatte, zusammen. Es kam zunächst zu einer Fusion, vielleicht zu einer Synthese. Die Arbeit an den klassischen Kolossalfiguren wurde nun inselweit durchgeführt. Im Laufe der Zeit führte diese Aktivität, die sich anfänglich mit Sicherheit im esoterischen Bereich vollzog, zu einem Konkurrenzkampf zwischen den ursprünglichen und den späteren Siedlern. Die über lange Zeit einvernehmlich miteinander lebenden Gruppen zerfielen in zwei Gruppierungen. Die gemeinsam entwickelte kulturelle Blüte, die kaum zwei Jahrhunderte andauerte, ging verloren. Es folgte eine Zeit erbittert geführter Kämpfe. Eine große Schlacht um 1680, in der die ältere der beiden Bevölkerungsgruppen (die Urbevölkerung) fast vollständig ausgerottet wurde, beendete die Kulturblüte schon vor der Entdeckung durch die Europäer."

Mit den Theorien Thor Heyerdahls wollen sich die Vertreter dieser Theorien so gar nicht anfreunden. Die Kritiker der Heyerdahl-Theorie meinen:

  1. Die Kon-Tiki-Fahrt beweise lediglich, dass es mit einem Holz Floß möglich ist, tausende von Kilometer über den Pazifik zu segeln, nicht aber eine direkte Besiedlung der Osterinsel.
  2. Die Tradition zur Herstellung von Steinskulpturen gibt es auch auf vielen polynesischen Inseln.
  3. Die von Heyerdahl angeführte Wand an der Ahu-Plattform Vinapu I besteht im Gegensatz zu den Steinwänden in Tiahuanaco (Peru) lediglich aus dünnen Platten, die eine grobe Wand verkleiden.
  4. Die Verehrung von Vögeln und Vogelmann-Motive finden sich es in vielen Kulturen auf der ganzen Erde.
  5. Es gibt keine Funde aus der Töpferei, Webkunst, Metall- oder Glasverarbeitung, die ein typisches Handwerk aus Südamerika nachweisen.
  6. DNA-Untersuchungen an Rapanui haben lediglich die Herkunft aus Polynesien nachweisen können.
  7. Die von Heyerdahl angeführte Süßkartoffel gibt es nachweislich bereits seit rund 1000 Jahren auch auf anderen polynesischen Inseln. Reisende Polynesier könnten die Kulturpflanze aus früheren Reisen vom südamerikanischen Kontinent mitgebracht haben. Auch die anderen Pflanzen könnten auf diese Weise auf die Osterinsel gelangt sein.
  8. Die Bezeichnung "Cumar" für Süßkartoffel gab es früher nicht in Südamerika.
  9. Bei den Rongorongo-Schriftzeichen gibt es mehr Ähnlichkeiten mit den Zeichen auf den Solomon-Inseln als mit südamerikanischen Schriften.
  10. Ahu-Anlagen findet man auch in Tahiti und Hawaii.
  11. Wie die Polynesier erzeugen die Rapa Nui auf der Osterinsel ihre Stoffe aus der Rinde des Papiermaulbeerbaumes.
  12. Der Glaube um die religiöse "Mana"-Kraft und das "Tapu" gibt es nur im polynesischen Raum.
  13. Die bis dahin gefundenen Schädel weisen ausschließlich auf charakteristische Formen aus Polynesien hin.

--> DNA-Untersuchungen aus den Jahren 2011 + 2014 bestätigen, aber korrigieren Heyerdahls Theorie!

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