Paenga-Häuser am Krater Rano Raraku

Paenga-Häuser am Krater Rano Raraku


Paenga-Haus


Standort der Paenga-Häuser am Rano RarakuRano Raraku auf der OsterinselAnhand der Fundamentsteine der Paenga-Häuser kann man in der Regel sehr gut feststellen, wo auf der Osterinsel überall Ansiedlungen gewesen sein müssen. Im Steinbruch des Rano Raraku Krates (der so genannten Moai-Fabrik) finden sich die Fundamente von insgesamt 13 Paenga-Häuser. Anhand der >>>Karte<<< können Sie sehen, wo in etwa die Häuser gestanden haben.

Betrachtet man sich die Standorte dieser Fundamente, so könnten zu mindestens einige dieser Häuser nicht unbedingt zu Wohnzwecken genutzt worden sein; der Bericht des Deutschen Wilhelm Geiseler aus dem Jahre 1882 gibt zu mindestens Anlass dazu:

Wilhelm Geiseler hatte 1882 die Osterinsel auf Befehl der königlichen Marine aufgesucht um dort die noch vorhandenen Reste einer früheren Kultur zu erforschen und seine Ergebnisse der Ethnologischen Abteilung der Königlichen Museen in Berlin zuzuleiten. Paenga-Haus als Gefängnis?Während seiner einwöchigen Forschungs- und Besichtigungstour hatte Geiseler sich auch den Rano Raraku Krater angesehen und war mehr zufällig auf Fundamentsteine eines ovalen Hauses gestoßen. Ein anwesender alter Rapanui Mann erklärte ihm, dies seien die Überreste eines Hauses in dem zu früheren Zeiten Menschen aus kriegerischen Auseinandersetzungen festgehalten, und nacheinander verspeist wurden.

Kannibalismus auf der OsterinselKannibalismus soll auf der Osterinsel keine Seltenheit gewesen sein, gerade unter verfeindeten Stämmen. Durch die Verspeisung der Gegner fügte man den jeweiligen Angehörigen noch einen besonders harten Schmerz zu, zumal die Verwandten dann noch verhöhnt wurden: "Durch meine Zähne ist Euer Fleisch gegangen". Hatte man während der kriegerischen Auseinandersetzung gar einen Ariki (Häuptling) gefangen nehmen können, so wurde dessen Gehirnmasse zusätzlich noch im Feuer verbrannt; eine besonders schlimme Strafe, denn damit wurde nach Glauben der Rapa Nui die jeweilige Seele getötet.

Gut 20 Kilometer entfernt vom Rano Raraku, nämlich südöstlich von Hanga Roa befindet sich eine Höhle mit dem Namen "Ana Kai Tangata" was so viel heißt wie: "Höhle in der Männer gegessen wurden". Ob man allerdings die Gefangenen am Rano Raraku gegangen gehalten und dann zur Höhle Kai Tangata verbracht hat, dürfte bezweifelt werden. Vielleicht war diese Höhle die Stätte der Kriegsgegner.

Wo am Rano Raraku sich die von Geiseler gefundenen Fundamentsteine genau befunden haben geht aus dem Bericht leider nicht hervor. Geiseler schreibt lediglich, die Kriegsgefangene wurden "... vor den alten Steinidolen befindlichen Wohnungen gebracht ...". Nimmt man diese Formulierung wörtlich und betrachtet danach den Moai-Lageplan vom Rano Raraku, so kommt als erstes das Fundament beim Moai "Re-carved" in Betracht. Dieser Moai befindet sich nämlich in unmittelbarer Nähe zu einem ehemaligen Paenga-Haus. Am Rano Raraku steht der Moai "Tukuturi" zwar ebenfalls in der Nähe (von sogar 4) Paenga-Häusern, doch der Moai Tukuturi ist aus der Frühphase des Moai-Kultes und kommt daher wohl nicht in Betracht.

Moai Re-carved, ein Hinweis auf Kannibalismus?Und auch der Moai selbst könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Paenga-Haus in seiner Nähe als Gefangenenhaus für Menschenopfer gedient hat. Der Moai Re-Carved wurde von den "Idolmachern" nämlich aus einem anderen Moai-Kopf herausgeschlagen. Das Gesicht des Re-Carved wurde aus der Stirnpartie geformt, die Brust- und Bauchpartie aus der ehemaligen Nase.

Der Moai Re-Carved wirkt als sei es ein misslungener Versuch der alten Steinkünstler. Doch mit dem Wissen, dass hier Kannibalismus betrieben wurde, bekommt der Moai Re-Carved plötzlich eine ganz andere Aura: Aus der Seele des Gefangenen wachsen neue Krieger, das Fleisch des Gefangenen füllen die Bäuche der Sieger. TOP

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