Ein Tsunami traf 1960 auch die Osterinsel

Ein Tsunami traf 1960 auch die Osterinsel


Tsunami 1960


Der Tsunami von 1960 trarf auch die osterinselAnkunft des Tsunamis in der Hotu iti buchtWas Tsunamis sind wissen wir spätestens mit den Katastrophen vom 26. Dezember 2004 im Indischen Ozean und 11. März 2011 an der japanischen Ostküste. Im Jahre 2004 verloren mehr als 230.000 Menschen ihr Leben, im Jahr 2011 war der Tsunami unter anderem für die Atomkatastrophe in Fukushima (mit) verantwortlich. Tsunamis hat es aber auch schon zu früheren Zeiten gegeben und auch die Osterinsel blieb nicht von einer derartigen Katastrophe verschont:

Die Monsterwellen die die Osterinsel am 23. Mai 1960 erreichten wurden von einem Erdbeben vor Chile am 22. Mai 1960 ausgelös. Das Epizentrum lag im chilenischen Valdivia, eine Stadt im Süden von Chile, etwa 15 Kilometer von der pazifischen Küste entfernt; das Beben erreichte laut Wikipedia eine Stärke von 9,5 auf der MM-Skala. Das Erdbeben senkte bei Valdivia die chilenische Küstenlinie kurzzeitig um bis zu vier Meter ab und verursachte dadurch eine bis zu elf Meter hohe Flutwelle, die sich als Tsunami im gesamten pazifischen Ozean ausbreitete.

Auf der Osterinsel wurde am 23. Mai 1960 eine mittlere Wellenhöhe von rund 6 Meter gemessen. An der Südseite der Poike-Halbinsel verfing sich die Welle an der trichterförmigen Küstenlinie der Hotu-iti-Bucht, türmte sich weitaus höher auf und zerstörte die dort vorhandene Zeremonie-Anlage "Ahu Tongariki" bis zur Unkenntlichkeit. Zeitzeugen wie der chilenische Archäologe Gonzalo Figuera berichteten, die komplette Bucht sei nicht wiederzuerkennen. Dort wo einst die mächtigste Anlage der Insel mit rund 215 Metern Länge und 4 Meter Höhe gestanden hatte, fand sich nur noch Seetang, tote und sterbende Fische sowie menschliche Gebeine die aus den Grabkammern geschwemmt worden waren. 16 Moai´s mit einem Einzelgewicht von bis zu 90 Tonnen wurden mehr als 50 Meter von der Anlage weggedrückt; die Befestigungssteine der Zeremonie-Anlage wurden bis zu 500 Meter ins Landesinnere geschwemmt.

Obwohl die UNESCO den Ahu Tongariki bereits 1969 in die Liste der erhaltungswürdigen Denkmäler mit aufgenommen hatte, sollte die Rekonstruktion der Anlage noch Jahrzehnte dauern. Zum Zeitpunkt der Tsunami-Katastrophe hatten die auf der Insel lebenden Rapa Nui so gut wie keine Rechte. Immer noch waren sie im Reservat Hanga Roa eingesperrt, besaßen keine Pässe und durften den Rest der Insel nur nach ausdrücklicher Genehmigung der Militärregierung betreten; es herrschte immer noch das Kriegsrecht. Erst 1966 erreichten die Rapa Nui unter dem jungen Dorfschullehrer und ersten ethnischen Bürgermeister Alfonso Rapu mehr Freiheiten. Das Kriegsrecht wurde aufgehoben, die Absperrung um Hanga Roa entfernt und die Ureinwohner bekamen endlich einen chilenischen Pass. TOP

Briefmarke zum Thema Ahu TongarikiBriefmarke zum Thema Sonnenfinsternis auf der Osterinsel - Motiv Ahu TongarikiDie Rekonstruktion des Ahu Tongariki wurde erst 1994 in Angriff genommen und hierbei kam den Rapa Nui ein glücklicher Umstand zu Hilfe. Der jüngere Bruder des Alfonso Rapu, "Sergio A. Rapu" hatte in den USA sowie Tahiti Archäologie sowie polynesische Kultur studiert und im Rahmen seiner Studienarbeit 1978 an der Zeremonie-Anlage Ahu Nau Nau ein Artefakt gefunden dass er als Moai-Auge identifizieren konnte. Aufgrund seines Bildungsstandes und wohl auch seiner herausragenden Entdeckung wurde er vom chilenischen Staatspräsidenten Augusto Pinochet 1984 als erster ethnischer Gouverneur der Insel eingesetzt. Als ein japanisches Filmteam ihn 1988 in einem Beitrag über die Osterinsel vor der zerstörten Ahu-Anlage Tongariki zeigte und den Wunsch äußerte, diese Anlage gerne wieder aufbauen zu wollen, stiftete das japanische Unternehmen Tadano kurzerhand einen Autokran sowie weitere 600.000 US-Dollar für die Rekonstruktion der Anlage.

Der Autokran von Tadano beim Aufstellen der Moai´s am Ahu TongarikiAhu Tongariki nach der RekonstruktionDer versprochene Schwerlastkran kam 1993 per Schiff auf die Insel. Unter Federführung Sergio A. Rapu´s sowie einem japanischen Team wurde die Anlage dann 1994/1995 rekonstruiert. Hierzu bediente man sich vor allem alter Zeichnungen und Fotos von Katherine Routledge aus den Jahren 1914/15 sowie Fotos von Thor Heyerdahl aus dem Jahre 1955. Aufgrund des vorhandenen Bildmaterials konnten 760 Felsblöcke wieder an ihren ursprünglichen Platz gebracht werden. 15 Moai´s wurden wieder aufgestellt; ein Moai in einer Entfernung von rund 50 Meter blieb liegen, wohl um zu zeigen, welche Kraft der Tsunami hatte.

Der Tsunami von 1960 löste im gesamten Pazifik-Raum schwere Zerstörungen aus, forderte allerdings (im Verhältnis zum Beben aus dem Jahre 2004) "nur" 5700 Menschenleben. Die United States Geological Survey (USGS) geht nach Schätzungen sogar "nur" von etwa 1655 Toten sowie 3000 Verletzten aus, allerdings von rund zwei Millionen Obdachlosen. Inwieweit die Rapa Nui davon betroffen waren ist nicht bekannt. 1960 lebten noch keine 1.000 Ureinwohner auf der Insel. TOP

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