Ahu Tongariki - Die größte Zeremonie-Anlage auf der Osterinsel

Ahu Tongariki - Die größte Zeremonie-Anlage auf der Osterinsel


Ahu Tongariki - Die größte Zeremonie-Anlage auf der Osterinsel:

Ahu "Tahai"-Komplex - Die restaurierte Zeremonie-Anlage bei Hanga RoaInselkarte und die Ahu Tongariki - Die größte Zeremonie-Anlage auf der OsterinselKurzbeschreibung:

Die Ahu-Anlage Tongariki im Osten der Osterinsel und 20 Kilometer von Hanga Roa entfernt, ist eines von nur zehn Anlagen der gesamten Insel, die rekonstruiert und Instand gesetzt worden sind. Die Anlage ist mit 220 Meter Länge, sechs Meter Breite und vier Meter Höhe die mächtigste Anlage der Insel. Tongariki besitzt auch mit bis zu 8,50 Meter Höhe einige der größten Moai, die jemals auf eine Anlage gestellt worden sind. Nur der Moai "Paro" auf der Ahu-Anlage "Te Pito te Kura" ist mit 9,80 Meter größer.

Tongariki ist die einzige Anlage, die anhand von alten Fotografien rekonstruiert werden musste, weil die Anlage 1960 durch einen Tsunami komplett auseinandergerissen wurde. Daher fehlen einige ursprüngliche Elemente, wie beispielsweise die Grabkammern oder auch die authentische Rückwand, wenn auch die heutige Wand mit vier Metern Höhe eine beeindruckende Höhe hat.

Ursprünglich sollte aus Tongariki ein eingezäuntes Freilichtmuseum, bestehend aus der Ahu-Anlage und einer kompletten Wohnsiedlung, mit Paenga-Hütten, Umu-Erdöfen, Krematorien und Manavi-Steingärten gemacht werden. Ja, sogar einen Ausstellungsraum mit alten Artefakten und erklärenden Schautafeln sollte entstehen. Fehlendes Geld und Kompetenzstreitigkeiten vereitelten jedoch diesen Plan.

 

Quelle:
- "Te Pito te Henua; or Easter Island", von William J. Thomson 1891, S. 507,
- "The Mystery of Easter Island", Routledge, 1919, S.
- "TE PITO TE HENUA, bekannt als Rapa Nui, benannt auch als Osterinsel, Südpazifischer Ozean",
     George h. Cooke, U.S. Navy 1889, S. 697
- "Les pétroglyphes de l'île de Pâques", Henri Lavachery, 1939,
- "A Voyage Round the World: In the Years 1803, 4, 5 & 6" - Text 1812, Seite 51 - 60 ,
     Version aus Rapa Nui Journal – RNJ_18_2, Paul Horley, Oktober 2004,

 

Ahu Tongariki - Die größte Zeremonie-Anlage auf der Osterinsel:

Die an der östlichen Südküste befindliche Ahu-Anlage Tongariki ist mit 220 Meter Länge und 15 bestückten Moai nicht nur die mächtigste Anlage der Osterinsel sondern auch die in ganz Polynesien. Tongariki befindet sich an der östlichen Südküste der Osterinsel, direkt an der Hotu-iti Bucht, in Sichtweite der beginnenden Poike-Erhebung. Diese Anlage war einst die zentrale Anlage der hier residierenden Tupa Hotu, die führenden Gruppe im östlichen Clan-Verbund der Hotu-iti.

Ahu Tongariki, die mit 15 Moai größte Anlage der Osterinsel

Tongariki ist 20 Kilometer von Hanga Roa entfernt, für motorisierte Touristen jedoch leicht zu finden. Man braucht lediglich die südliche Küstenstraße zu nehmen und den Straßenverlauf Richtung Osten zu folgen. Die Straße führt an unzähligen Ahu-Ruinen vorbei, man stößt dann aber unweigerlich auf die Ahu-Anlage Tongariki.


Standort-Karte Ahu Tongariki

Standort-Karten Ahu Tongariki

Standort-Karte Ahu Tongariki

 

Entstehungsgeschichte:

Die Ahu-Anlage Tongariki hat im Laufe ihrer Entstehungsgeschichte, sprichwörtlich eine sehr bewegte Vergangenheit. Tongariki wurde immer wieder umgebaut und erweitert. Das zeigen unter anderem die acht verwitterten Moai-Fragmente, die einst auf der Anlage als Gedenkstatuen gestanden haben und irgendwann als Bau- und Füllmaterial in die Anlage integriert wurden. Sie liegen heute nach der Instandsetzung etwas abseits der Anlage in einer Umzäunung.

Tongariki mit den Resten alter Moai und Pukao

In ihrer Blütezeit sollen nicht nur 15 Moai auf der Anlage gestanden haben sondern insgesamt 17. Interessanterweise haben sich während der Instandsetzungsarbeiten 1992 in dem Trümmerfeld nur acht Pukao (Hüte oder Haarschopf) gefunden. Nur einer dieser Pukao wurde einem Moai der Anlage wieder auf den Kopf gesetzt. 2,14 Meter große Vulva-Darstellung auf der Ahu-Anlage TongarikiDie übrigen sieben Pukao liegen, wie die acht Moai-Fragmente ebenfalls, in dem umzäunten Feld, abseits der Anlage.

Auf dem Basisstein (Sockel) des 3. Moai von rechts, befand sich mit 2,14 Meter Länge die größte Vulva-Darstellung (Komari), die jemals auf der Osterinsel gefunden wurde. Henri Lavachery meinte allerdings (1939), diese Darstellung sei jüngeren Datums, also nicht aus der Epoche der Rapa Nui Hochkultur. Der Block wurde durch den Tsunami 1960 aus der Anlage gerissen und befindet sich heute in den noch vorhandenen Trümmern.

In der ursprünglichen Anlage hat es unzählige Grabkammern gegeben. Das weiß man aus dem Reisebericht von William J. Thomson (1891). Thomson spricht von Katakomben und Gräbern, die seine Crew alle geöffnet und untersucht hat (Thomson 1891:507).

In früheren Jahrhunderten haben vor Tongariki nicht nur bedeutende Hare-Paenga-Häuser gestanden, sondern auch eine Vielzahl weiterer Paenga-Hütten, deren Bewohner zum größten Teil wohl in dem nahe gelegenen Moai-Steinbruch Rano Raraku gearbeitet haben.

Tongariki zu historischen Zeiten

Die Illustration zeigt, wie die Anlage möglicherweise einst ausgesehen haben mag.

 

Petroglyphen-Feld "Papa Tataku Poki":

200 Meter vor der Anlage befand, bzw. befindet sich das Petroglyphen-Feld "Papa Tataku Poki". Die US-amerikanische Archäologin Georgia Lee hat die etwas auseinander liegenden Platten in den 1980er Jahren eingehend studiert und mit Gruppe "A" bis "E" klassifiziert. Die Platten zeigen insgesamt 82 Petroglyphen, davon drei so genannte Tangata-Manu (Vogelmann) Darstellungen auf der Platte "A". Diese Darstellungen sind die schönsten Tangata-Manu Darstellungen außerhalb der Vogelmann Kultstätte Orongo. Georgia Lee meinte, möglicherweise haben in historischen Zeiten einige Vogelmänner am Tongariki residiert (üblicherweise lag die abgeschiedene Residenz unter anderem am südwestlichen Außenhang des Rano Raraku – einen Kilometer von Tongariki entfernt). Die übrigen Petroglyphen am "Papa Tataku Poki" zeigen maritime Darstellungen von Fischen, Schildkröten, aber auch Gesichter, Rongorongo Schriftzeichen und eine Vielzahl von tassengroßen Zähllöchern.

Auf der Lavaplatte Gruppe B finden sich neben einem Thunfisch und einer Schildkröte auch mehr als 30 Zähllöcher, die in Form eines Rechteckes zu jeweils zehn Löcher angebracht sind. Der Überlieferung nach trägt das gesamte Petroglyphen-Feld deshalb den Namen "Papa Tataku Poki", denn übersetzt bedeutet diese Bezeichnung

    • "papa"   = flache Lava,
    • "tataku" = zählen und
    • "poki"     = Kind

aber auch "Ort des Kindertodes". Dr. Walter Knoche gibt hierzu in seinem Buch "Die Osterinsel" (1925:287) die Legende vom Krieg zwischen den Kriegerhäuptlingen Poie und Kainga wieder und beschreibt auch hier, Poie hätte in einer Kriegslist die Frauen und Kinder vom Kainga-Clan nach Tongariki gelockt und dort getötet. Anschließend habe Poie mehr als 40 Löcher in den Felsen gebohrt. Eine ähnliche Version gibt auch Pater Sebastian Englert in seinem Buch "La Tierra de Hotu Matu'a" (1948:142).

Grabungsarbeiten eines italienischen Archäologen-Teams am "Papa Tataku Poki" brachten unter anderem drei UMU (Erdöfen) sowie die Überreste eines Kindes zu Tage, an dessen Knochen Schnitt-Linien sichtbar waren. Ein Hinweis, dass auch hier möglicherweise Kannibalismus praktiziert wurde.

Tongariki-Ebene mit dem Petroglyphen-Feld  Papa Tataku Poki

Die Tongariki-Ebene mit dem Petroglyphen-Feld "Papa Tataku Poki"
wie sie zu historischen Zeiten ausgesehen haben mag.

 

Zerstörung:

Die Plattform von Tongariki wurde während des großen Krieges (1773 bis 1838) zwischen 1804 und 1825 zerstört und die Moai von ihren Sockeln gestürzt. Die riesige, mehr als 100 Meter lange und rund vier Meter hohe rückwärtige Wand blieb aber intakt. Fotografien von Katherine Routledge aus dem Jahre 1914 zeigen noch die Mächtigkeit der ursprünglichen Anlage. Den Zeitraum der Zerstörung kann man deshalb eingrenzen, weil der russische Marineoffizier Yuri Lisjanskij 1804 noch die intakte Ahu-Anlage dokumentiert hat und 1825 vom britischen Seeoffizier Frederick William Beechey nur noch stehende Moai an der Nordostküste gesichtet wurden.

Ahu Tongariki - Fotografie aus dem Jahre 1914

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts (ab etwa 1878) wurde die Ebene zwischen Tongariki und dem Moai-Steinbruch Rano Raraku als Koppel für Schafe und Rinder umfunktioniert und mit den Steinen aus der Ebene und von der Ahu-Anlage Tongariki eingefasst. Dabei sind nicht nur die Siedlungsreste vor der Anlage weitgehend zerstört worden, sondern auch große Bereiche der zwei Seitenflügel der Anlage.

Die völlige Zerstörung der Ahu-Anlage Tongariki kam am 23. Mai 1960 durch einen sechs Meter hohen Tsunami, der durch ein Erdbeben am 22. Mai 1960 in Chile ausgelöst wurde. Das Epizentrum des Bebens lag im chilenischen Valdivia, eine Stadt im Süden von Chile, etwa 15 Kilometer von der pazifischen Küste entfernt. Das Beben erreichte laut Wikipedia eine Stärke von 9,5 auf der MM-Skala.

Tsunami vom 23. Mai 1960 an der Osterinsel

Die Tsunami-Wellen trafen bei der Osterinsel auf die rd. 110 Meter hohe Steilküste an der Poike-Halbinsel, wurden durch die, an dieser Stelle, keilförmige Insel umgelenkt, verfingen sich dann aber doch in der Hotu-Iti Bucht bei der Ahu-Anlage Tongariki. Dort drückte die Hauptwelle ins Landesinnere und spülte dabei die riesigen Moai sowie die Ahu-Ruine Tongariki, wie leichte Bausteine bis zu 700 Meter in die Vorebene zwischen Ahu und dem Moai-Steinbruch Rano Raraku. Ansonsten wurden weder an der Süd-, Nord- und Westküste nennenswerten Schäden dokumentiert. Menschenleben waren auf der Osterinsel nicht zu beklagen, da die Bevölkerung zu dieser Zeit noch an der Westküste konzentriert war.

Der chilenische Archäologe Gonzalo Figueroa war zu dieser Zeit auf der Osterinsel und berichtete später:

"Die ganze Bucht war nicht mehr wiederzuerkennen. Alle Felsen und Steine hatten plötzlich nicht mehr ihre grauschwarze Farbe, sondern waren gelblich, denn die Wellen hatten die Steine umgedreht. Wo der so mächtige Ahu ["Tongariki"] noch vor wenigen Stunden gestanden war, konnte man nur mehr erahnen. Alles war voll von grünem Seetang, das inzwischen zu trocknen begonnen hatte, dazwischen lagen menschliches Gebein aus den Grabkammern, tote und sterbende Fische und Hummer. Es war eine sehr apokalyptische Szenerie."

William Mulloy, der zu dieser Zeit gemeinsam mit Gonzalo Figueroa die Ahu-Anlage Akivi restaurierte, schrieb:

"Der Tsunami verursachte, dass der Meeresspiegel bis zu 13 Meter über Normalniveau stieg und die Ahu-Ruine Tongariki bis zu 700 Meter ins Landesinnere spülte. Die riesigen Moai lagen nach dem Tsunami bis zu 100 Meter von ihrer ursprünglichen Position entfernt. Die vom Tsunami zurückgelassenen Trümmer enthielten Felsen und Geröll von der Küste, Steine aus dem Ahu, Steine aus den modernen Steinmauern der Umgebung, Knochen und Schädel aus den Gräbern, oder auch Knochen toter Schafe, faulem Fisch, Hummer, Aale, Seegurken, Seeigel, Kraken und Algen."

 

Petroglyphen-Felder in einem schlechten Zustand:

Auch "Papa Tataku Poki" ist heute leider in keinem guten Zustand. Durch die Schafe der Schaffarm, durch die Unachtsamkeit der Menschen, aber auch durch die Bearbeitung von Museums-Mitarbeitern oder die der Archäologen haben die Bilder stark gelitten. Die Auskreidungen zu Zeiten Henri Lavacherys (1934) zerstörten teilweise die feinen Gravur-Linien. In zwei Fällen wurde versucht, Gusstücke für Museen anzufertigen. Das dafür verwendete Latex-Material hinterließ in dem porösen Gestein unansehnliche weiße Stellen. Im Bemühen, die Rückstände mit einer Lötlampe zu entfernen, verschmolz das Latex mit dem Gestein und bildete eine glasige Oberfläche.

 

Wiederaufbau:

Im Jahre 1969 wurde die Anlage von der UNESCO in die Liste der weltweit restaurierungswürdigen Kulturdenkmäler mit aufgenommen, die notwenigen Gelder für eine Rekonstruktion konnten aber nicht bereitgestellt werden. Im Jahre 1979 erarbeiteten dann Claudio Cristino und Patricia Vargas von der Universität Chile einen ersten Plan zur Rekonstruktion der Anlage.

Geld zum Aufbau der Ahu Anlage Tongariki kam dann allerdings aus einer unerwarteten Quelle, nämlich von dem japanischen Unternehmen für Schwerlastkräne "Tadano" aus Tokio. Im Jahre 1988 wurde in Japan ein Filmbeitrag über die Osterinseln ausgestrahlt und darin wurde der ehemalige Museumsdirektor und Gouverneur Sergio A. Rapu vor der zerstörten Tongariki-Anlage interviewt. Sergio A. Rapu, ein Insulaner, der in den USA und Tahiti Archäologie studiert hatte, sollte ursprünglich nur einige Worte über die Insel verlauten lassen, ging dann aber direkt auf die Anlage Tongariki ein und meinte, wenn er Geld hätte, würde er gerne diese Anlage wiederaufrichten.

Zwei Tage nach Ausstrahlung dieser Sendung erklärte sich die japanische Firma Tadano bereit, nicht nur einen Schwerlastkran, sondern zusätzlich noch einmal 600.000 US-Dollar für die Rekonstruktion und den Aufbau der Anlage Tongariki zu stiften. Ja, Tadano inszenierte sich sogar im japanischen Fernsehen mit einem TV-Werbespot "Wir retten die Osterinsel".

1992 wurde von Archäologen ein Fünf-Phasen-Plan für den Aufbau der Anlage aufgestellt. Schwerlastkran von Tadano stellt Moai aufSchwerlastkran der Firma TadanoHierbei sollten die besten Spezialisten der Welt helfen, die Anlage zu rekonstruieren. Zunächst wurde die Altar-Plattform anhand von Grabungen und alter Fotos wiederhergestellt. Dabei ergaben die Ausgrabungen, dass die Anlage ursprünglich wesentlich größer gewesen sein muss als zunächst angenommen. Im Sommer 1993 erreichte der Schwerlastkran die Insel. Im Spätsommer 1993 begann man, die Moai wieder aufzustellen.

Dann kam das Aufstellen aller Moai zunächst ins Stocken, weil die zur Verfügung gestellten Geldmittel zu Ende gingen und einige Moai zunächst komplett restauriert werden mussten. Alle Moai wurden zwar 1994/95 aufgestellt, doch seither steht das geplante Großprojekt mehr oder weniger still.

 

die Rückfront der heutigen Ahu-Anlage Tongariki

 

Ahu Tongariki mit der davor liegenden Ebene

In dem Fünf-Phasen-Plan war vorgesehen, nicht nur die eigentliche Anlage und 15 Moai wieder aufzustellen, sondern dazu ein komplettes historisches Dorf mit einem Zeremonien-Platz aufzubauen. Es sollte mehr oder weniger ein einzigartiges Freilichtmuseum entstehen, in dem auch gefundene Artefakte gezeigt werden sollten. Das Ganze wollte man einzäunen und von den Touristen Eintrittsgelder verlangen. Doch fehlende Gelder und Kompetenzstreitigkeiten ließen das Großprojekt auf die chilenische Alleinzuständigkeit zurückschrumpfen. Allein japanische Archäologen fühlen sich heute noch für die Anlage verantwortlich und schicken regelmäßige Delegationen, die den Zustand der Anlage überprüfen und kontrollieren. Aufgrund der Unstimmigkeiten und des enormen Geldbedarfs des Projektes stellte dann auch Tadano die Förderung ein. Einzig was Tadano blieb ist ein kurzer Verweis auf seiner Website.

 

Ein Moai-Kopf machte eine Reise nach Amerika:

William Mulloy 1968 mit einem Moai-Kopf in AmerikaDer Kopf des zweiten Moai von links wurde 1968 zu Werbezwecken leihweise von der Osterinsel nach Nordamerika gebracht. Er wurde während einer Vortragsreise des US-amerikanischen Archäologen William Mulloy in verschiedenen Städten gezeigt, um Spendengelder für die Restaurierungsarbeiten verschiedener Ahu-Anlagen einzusammeln. Nach Beendigung seiner Vortragsreise wurde der Kopf 1970 wieder zur Osterinsel zurückgeführt. Der langjährig auf der Osterinsel tätige Inselgeistliche Pater Sebastian Englert hat Mulloy in Amerika geholfen, für den Wiederaufbau der Ahu-Anlagen zu werben. Während dieser Reise ist Englert Anfang 1969 dann unerwartet gestorben. Englert erhielt auf der Osterinsel ein Ehrengrab, direkt an der heutigen Kirche.

 

The Traveling Moai:

The Traveling MoaiEtwa 100 Meter abseits der Ahu-Anlage steht ein unscheinbarer Moai der aussieht als würde er der großen Tongariki-Anlage den Rücken zukehren und "schmollen". Er befindet sich nur wenige Schritte vom Eingang zur Anlage Tongariki entfernt, vor dem Kontrollkiosk des Parkwärters und ganz in der Nähe der Überreste einer ehemaligen Hare Paenga Hütte. Dieser Moai hat eine sehr bewegende Vergangenheit: 1982 wurde der Moai im japanischen Osaka während der dortigen Weltausstellung präsentiert. Nach seiner Rückkehr wurde er 1986 von Thor Heyerdahl, Pavel Pavel und Arne Skjølsvold eingesetzt, um "im aufrechten Gang" eine Theorie zum Transport von Statuen zu demonstrieren. Dabei wurde dieser an der Basis etwas beschädigt.

Auf der Insel ist dieser Moai auch unter den Namen "A Vere" bekannt, doch dieser Name scheint neueren Datums zu sein. Sein ursprünglicher Name ist unbekannt. Nach den Aktionen mit dem Moai wird er in den Reiseführern allerdings unter den Namen "The Traveling Moai" geführt.

 

Tongariki ein Observatorium?

William Liller, Professor für angewandte Astronomie untersuchte Anfang der 1990er Jahre 23 Ahu-Anlagen entlang der Küstenlinien, sowie einige Ahu-Anlagen im Landesinneren. Liller (1993:11-16) nennt Ahu-Anlagen, die sich offensichtlich an Sonnenaufgangs-/Sonnenuntergangspunkten zu Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden orientieren, darunter Tongariki (aber auch Huri A Urenga, Akivi, Tepeu, Vinapu und Heki’i). Liller meint, auch die Größe der Zeremonie-Zentren scheinen einen Hinweis auf die Wichtigkeit als Sonnenobservatorien gegeben zu haben und nennt dabei die Anlagen Tongariki, Vinapu und Heki'i. Diese drei Anlagen mit ihren fünf Plattformen (Tongariki, Vinapu I + II und Heki'i I + II) sind bis auf wenige Grade, entweder zur Sonnenwende oder zur Tagundnachtgleiche ausgerichtet.

Im Jahre 2010 bezieht sich das Team um Edmundo Edwards (The Explorers Club Flag Expedition Flag #83) auf William Lillers Untersuchungsergebnisse und nennt Ahu-Anlagen, die auf die astronomische Ausrichtung für Tagundnachtgleichen bzw. Sonnenwenden hindeuten könnten. Hier heißt es:

"Interessanterweise gehören die Ahu mit astronomischen Ausrichtungen auch zu den schönsten megalithischen Konstruktionen von Rapa Nui [gemeint sind die seewärtigen Steinmauern], wie Ahu Tongariki, Ahu Akivi, Ahu Tepeu, Ahu Ra'ai, Ahu Vinapu I und II und Ahu Heki'i."

 

Ana Havea Höhle:

Bei Tongariki findet sich eine riesige Lavaverwerfung, die sich als offene Höhle zeigt und "Ana Havea" genannt wird. Hier in dieser Höhle übernachteten in den 1880er Jahren gerne die damaligen Schafranch-Betreiber Alexander Salmon und sein Geschäftspartner John Brander jun., um die damals bei Tongariki befindlichen Arbeitskoppeln zu betreuen. Salmons Verwaltungssitz war in Vaihu und Vaihu war immerhin noch 12 Kilometer von Tongariki entfernt. Salmon wollte sich den beschwerlichen Reiseweg sparen, ebenso sein Partner und Neffe John Brander jun. und so blieben sie dann in der Höhle. (George H. Cooke, 1889:697).

Die Ana Havea Höhle bei Tongariki

Auch das Forscherteam um William J. Thomson übernachtete in den Weihnachtstagen des Jahres 1886 in dieser Höhle. Dabei kam es am 26. Dezember 1886 zu einem ärgerlichen Zwischenfall. Ein übereifriger Bootsmanngefährte von Thomson nutzte die Abwesenheit der Forscher um die Höhle etwas wohnlicher zu gestalten. Dabei warf er den Müll und die in der Höhle liegenden Steinfragmente ins Meer. Was der Bootsmann nicht wusste: Bei den Steinen handelte es sich um Artefakte, die das Thomson-Team während ihrer Expeditionsreise zwischen dem 21. Dezember und 25. Dezember 1886 rund um die Insel gesammelt und mühsam mit zur Höhle geschleppt hatten (Thomson 1891:492).

 

Aku-Aku Geister am Orongo:

Aku-Aku Geister bei TongarikiAlfred Métraux hat 1934 versucht, die Namen und Wohnorte der Inselgeister (Aku-Aku) zu erfassen. Danach waren die Rapanui der Meinung, dass an der Ahu-Anlage Tongariki die Aku-Aku-Geister "Turu te akaviri" + "Puna" ihren Wohnsitz haben würden.

 

 

Die Hotu-Iti Bucht:

"Hotu-iti" (auch "Tongariki-Territorium") ist ein Gebiet der südöstlichen Osterinsel , das seinen Namen von einem lokalen Clan hat.

Im 15. und 16. Jahrhundert hat sich die Insel in zwei Allianzen aufgeteilt, die als westliche (Tu'u) und östliche (Hotu-iti) Konföderationen beschrieben werden, wobei Hotu-iti die niedrigere Rangordnung einnahm.

Legende:

Nach den überlieferten Legenden war Hotu-iti der "jüngste" und beliebteste Sohn von Hotu Matu'a , dem legendären ersten Siedler der Osterinsel.

Einer der bekannten Häuptlinge des Hotu-iti-Clans war Kainga, der angeblich ein Nachkomme des sechsten Sohnes des ersten Königs war, der "sich als tapferer Krieger erwiesen hat". Die Tupahotu- , Koro- Orongo- und Ure-o-Hei- Clans wurden als Teil des Hotu-iti-Clans betrachtet.

In Hotu-iti befindet sich die Vulkanerhebung "Rano Raraku", in deren Steinbrüchen 95% aller Moai der Osterinsel gefertigt wurden. Der "Rano Raraku" war auch ein Abbaugebiet für Moos, das zum Abdichten von Kanus verwendet wurde. Die kleine Hotu-iti Bucht, wird von den Klippen der Halbinsel Poike geschützt.

Legende um Gott Tangaroa:

Einer lokalen Legende zufolge, wurde der Gott Tangaroa in der Bucht getötet und in der Nähe begraben.

 

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