Rapa Nui - Untergang einer einmaligen
Kultur
Als der Rapa-Nui Gott "Make Make" die Osterinsel verließ
Wohl jeder von uns kennt die Osterinsel vom Namen her und doch
können die wenigstens Menschen diese Insel geographisch
einordnen. Was man kennt sind die so charakteristischen Figuren
aus Tuffstein, übergroß, auf einer Insel, irgendwo
auf der anderen Seite unserer Erde. Die dort lebenden Menschen
sollen die komplette Insel abgeholzt und sich damit ihre Lebensgrundlage
genommen haben. Das war´s dann schon mit dem Wissen.
Seit ihrer Entdeckung
im Jahre 1722 wurde immer wieder die Frage
gestellt, wie sich die Osterinsel wohl bevölkern konnte,
obwohl sie doch tausende von Kilometer von jeglicher Zivilisation
einsam im Pazifik liegt. Monumentale Steinfiguren, mystisch anmutende
Felsreliefs sowie eine einzigartige
Schrift zeugen von einer
Hochkultur die sich offenbar in vollkommener Isolation entwickelt
hat und in einer mysteriösen Art und Weise wieder untergegangen
ist. Die Osterinsel hat für viele Menschen so etwas Geheimnisvolles
wie sonst nur Atlantis. Schaut man aber etwas genauer auf die
bisher gewonnenen Erkenntnisse der Forscher und Wissenschaftler,
so sind die vielen Mysterien gar nicht mehr so mysteriös.
Es zeigt sich vielmehr ein sehr trauriges
Bild von einer Kultur
die zunächst kollabiert ist und dann durch die Europäer
fast komplett ausgerottet wurde.
Sowohl absurde als auch nachvollziehbare Theorien wurden aufgestellt,
die in anderen Veröffentlichungen oft unbesehen übernommen
wurden. Dutzende von Autoren versuchen zu erklären, wie
es zu der Hochkultur mit den mächtigen Zeremonie-Plattformen und den immer größer werdenden Moai´s gekommen
ist, wie der offenbar artfremde Vogelmann-Kult mit den tausenden
von Petroglyphen und der Rongorongo-Schrift zu den Moai´s
passt und vor allem, wie diese Hochkultur in eine ökologische
Katastrophe enden konnte.
Auch die Osterinsel.de beschäftigt sich mit diesen Fragen
und versucht natürlich auch, Antworten zu finden. Dabei
bleibt es gar nicht aus, dass man letztlich Position beziehen
muss,
obwohl nicht hundertprozentig sicher ist, dass die hier vertretene
Position der Wahrheit auch am nächsten kommt. Schon in den
mündlichen Überlieferungen der Rapa Nui gibt es zur
Geschichte der Osterinsel unendlich viele Versionen und selbst
Personen die längerer Zeit auf der Osterinsel geforscht
haben, finden keine einheitliche Aussage.
Als sicher gilt, die
Osterinsel liegt rund 3.800 Kilometer vor
der chilenischen Küste auf dem so genannten "ostpazifischen
Rücken" im Pazifik und ist durch drei Vulkanen zu ihrer
heutigen Form gewachsen. Zunächst durchbrach vor etwa 2,5
Millionen Jahren der Poike-Vulkan den Pazifik, gefolgt vom Rano
Kau vor rund einer Million Jahren und vor etwa 240.000 Jahren
der Vulkan Terevaka (die Gif-Animation zeigt in etwa die Entstehung).
Als sicher gilt auch, dass die Osterinsel vor ihrer Besiedlung
dicht mit Palmen der Gattung "Jubaea", einer nahen
Verwandten der Honigpalme Jubaea chilensis, bedeckt war. Die
meisten Quellen sprechen von bis zu 10 Millionen Palmen; der
History Channel zeigte Anfang 2012 eine Doku, die von bis zu
16 Millionen Palmen sprach.
Sehr widersprüchlich dagegen sind die Fragen, wann und
in welchen Etappen die Osterinsel besiedelt wurde und aus welcher
Richtung die Siedler eingewandert sind. Lässt man die, vermeintlich,
absurden Theorien von Terra
Australis, den Außerirdischen
von Erich
von Däniken bis hin zu Nordgermanen einmal außen
vor, so sprechen alle (als nachvollziehbar eingestuften) Theorien von Einwanderer aus Polynesien; der bekannte Forscher Thor
Heyerdahl spricht allerdings von einer Erst- und Zweitbesiedlung von Südamerika
aus und einer späteren Besiedlung aus Polynesien. Alle Theorien
sprechen auch von einer Erstbesiedlung zwischen dem 4. und 5.
Jahrhundert n.Chr.
Wie es dann zur Entwicklung der Hochkultur auf der Osterinsel
kam, darüber sind sich die Vertreter der verschiedenen Theorien
komplett uneinig. Einige meinen, die Hochkultur hätte sich
in absoluter Isolation alleine entwickelt, andere meinen, die
verschiedenen Kulturelemente seien von den verschiedenen Siedlern
mit auf die Insel gebracht worden. Ebenso uneinig ist man sich,
wie es zur kompletten Abholzung der Osterinsel kam, wer den Bau
der Moai´s in Auftrag gegeben hat, ob der Vogelmann-Kult
nah oder nur fern mit dem Moai-Kult verbunden war oder wie es
zur Zerstörung der Zeremonie-Plattformen einschließlich
der Moai´s gekommen ist.
Nach der Entdeckung der Osterinsel im Jahre 1722 haben vor allem
die Besucher im 19. Jahrhundert ein übriges getan, das Wissen
um die frühe Kultur noch mehr zu verwischen. Amerikanische
Matrosen schleppten 1811 die Syphilis ein, Sklavenjäger
verschleppten 1859-63 tausende von Insulaner (insbesondere auch
die Wissensträger) zu den Guano-Abbauflächen nach Peru;
die wenigen Rückkehrer schleppen die Pocken ein; andere
Osterinsulaner die auf Tahiti zu arbeiten hatten, schleppten
von dort aus die Lepra ein. 1866 bis 68 ließen katholische
Missionare zudem so gut wie sämtliche Rongorongo-Schrifttafeln verbrennen. Im Jahre 1877 lebten auf der Osterinsel nur noch
111 Menschen, davon 36 Rapa Nui, die länger als eine Generation
auf der Insel gelebt hatten. Somit ging das Wissen um die alte
Kultur innerhalb weniger Jahre unwiederbringlich verloren.
Chile hat die Osterinsel im Jahre 1888 annektiert und bis Mitte
der 1960er Jahre so gut wie nichts getan, um die alte Kultur
zu retten. Aufgrund der Lepra- und Pocken-Krankheit durften die
Rapa Nui bis in die 1950er Jahre die Insel nicht verlassen. 1956 durfte erstmalig eine Gruppe Rapa Nui nach Chile reisen um dort
eine schulische Fortbildung zu beginnen; 1975 wurde der erste
offizielle Rapa-Nui Unterricht auf der Insel eingeführt;
seit 1984 wurde Rapanui sowie die lokale Folklore zu Pflichtfächern
in den Schulen der Osterinsel.
Es ist also schwer, selbst in historischen Quellen übereinstimmende
Informationen über die Geschichte der Osterinsel zu finden
und selbst die Wiedergabe der Informationen über die europäischen
Entdecker und die der späteren Besucher sind äußerst
unterschiedlich. Die Aussagen auf dieser Website beruhen auf
Recherchen aus deutschsprachigen Büchern sowie aus dem Internet.
Genauere Informationen würde man sicher aus dem "Anthropologischen
Museum von Pater Sebastian Englert" auf der Osterinsel erhalten,
denn dieses Museum verfügt über ein sehr umfangreiches
Archiv mit den Original-Aufzeichnungen, bzw. Duplikaten von den
Originalaufzeichnungen aller Forscher, die auf der Osterinsel
gewirkt haben.
Die Osterinsel ist ein einziges Freilicht-Museum mit vielen
bekannten und unbekannten Sehenswürdigkeiten. In Anbetracht
der Vielfalt dieser Sehenswürdigkeiten haben wir uns auf
einige wenige beschränkt. Vornehmlich haben wir versucht
uns auf die Sehenswürdigkeiten zu konzentrieren, die nicht
nur das jeweilige Objekt beschreiben, sondern nach Möglichkeit
noch, einmalige Informationen bieten. Sofern Sie der Meinung
sind, die eine oder andere Darstellung wäre unvollständig,
zwischenzeitlich überholt oder gar falsch, so bitten wir
um eine kurze Information. Gerne nehmen wir auch weitere Anregungen
und Hinweise an, um sie in diese Website zu integrieren. Und
sind Sie der Meinung eine Webseite zu haben oder zu kennen die
einen Mehrwert für unsere User bieten könnte, so werden
wie diese gerne an passender Stelle erwähnen.
|