Personen, die auf die Osterinsel
Einfluss genommen haben
Personen - Osterinsel
In den Geschichtsbüchern steht geschrieben, der holländische
Admiral Jacob Roggeveen habe die Osterinsel am Sonntag den 5. April
1722 entdeckt. Da der 5. April 1722 der Ostersonntag war, habe der
Admiral die Insel "Paaschen" bzw. "Oster Eilandt"
genannt. Obwohl man bereits um die Existenz der Insel wusste und
sie bis dahin "Davis Land" genannt wurde und obwohl die
Insel 1770 von den Spaniern in Besitz genommen und auf den Namen
"San Carlos" getauft wurde, hat sich dann doch der Name
"Osterinsel" (oder in Englisch: Easter Island) durchgesetzt.
Unter anderem haben folgende Personen auf die Osterinsel Einfluß
genommen:
1687: Edward Davis
Edward
Davis, ein Seeräuber holländischer Abstammung
hat die Osterinsel 1687 nicht wirklich besucht, sondern lediglich
gesehen und ist daran vorbeigesegelt. Er selber hat dieses Ereignis
auch gar nicht festgehalten. Publiziert wurde dieses Ereignis
von William Dampier unter dem Titel "Merkwürdige Reise
nach der Erdenge Darien, auch durch die Südsee und das mittägige
Atlantische Meer", wobei er Davis Bootsmann "Lion Wafer" zitierte.
Danach meinte Lion Wafer, Edward Davis habe 1687 auf dem Weg
von Galapagos Richtung Kap Horn auf südlicher Breite 27
Grad und 20 Minuten einen kleinen gebirgigen Landstrich gesichtet,
den er für die nördliche Landspitze der "Terra
Australis Ingocnita" hielt. Davis sah aber keine Notwendigkeit,
an Land zu gehen. Bis zur Entdeckung durch Roggeveen wurde dieses
Land "Davis Land" genannt.
1722:
Jacob Roggeveen
Der holländische Admiral
Jacob Roggeveen machte sich im August 1721 mit den drei Segelschiffen
"Arend", "Thienhoven" und "Afrikaansche
Galei" auf den Weg, um unter anderem nach dem Kontinent "Terra
Australis" zu suchen, um nach neuen Siedlungsplätzen
Ausschau zu halten. Am 5. April 1772 sichtete die Flotte die Küste
einer Insel, die Roggeveen aufgrund der zeitlichen Gegebenheiten
auf den Namen "Paaschen" bzw. "Oster Eilandt"
taufte. Seither ist die Insel unter dem Namen "Osterinsel"
(oder in Englisch: Easter Island) bekannt. Während des viertägigen
Ankerung der Schiffe vor der Osterinsel kam es zu den ersten Todesfällen
unter den Insulanern. Durch den forschen Andrang der Ureinwohner
fühlten sich einige Wachen bedroht und erschossen durch ein
Missverständnis einige der Rapa Nui.
1722: Carl Friedrich Behrens
Obwohl
in den Geschichtsbüchern zu lesen ist, der holländische
Admiral Jacob Roggeveen habe die Osterinsel entdeckt und sie
auch
als erster betreten, so war es doch der deutsche Carl
Friedrich Behrens in der Eigenschaft als junger Korporal
der Roggeveen´s
Seesoldaten, der sich mit rund 150 Mann an Land setzen ließ. Behrens Veröffentlichungen
trugen auch dazu bei, dass die Osterinsel in der westlichen
Welt
bekannt wurde.
1770: Felipe González Ahedo
Felipe González
Ahedo, ein spanischer Kapitän im Dienste des Vizekönigs
von Peru "Manuel d’Amat i de Junyent" war mit
dem Linienschiff "San Lorenzo" und der Fregatte "Santa
Rosalia" 1770 ebenfalls auf der Suche nach dem sagenumwobenen
Kontinent Terra Australis und stieß (wie Jacob Roggeveen
48 Jahre zuvor) auf die Osterinsel. Während seines sechstägigen
Aufenthaltes nahm er die Insel für seinen König Karl
III von Spanien in Besitz und taufte die Insel auf den Namen "San
Carlos". Auf der Poike-Halbinsel ließ er auf den Nebenkratern
des Maunga Puakatiki (Maunga Parehe, Maunga Tea und Maunga Vai
A Heva) Kreuze errichten und sich die Inbesitznahme der Insel
von den Häuptlingen der
Rapa Nui am 10.10.1770 unterschreiben. Spanien hat diesen Besitzanspruch
allerdings niemals geltend gemacht.
1774: James Cook
Im März 1774 besuchte der britische Seefahrer und Entdecker
James Cook während seiner
zweiten Südseereise (1772 bis 1775) die Osterinsel. Cook
blieb mit seiner Mannschaft eine Woche. Aus seinen Aufzeichnungen
geht hervor, dass er von der Insel und ihren Bewohnern eher enttäuscht
war; unter anderem fertigte er eine (für spätere Forscher
interessante) Liste mit den Namen der Moai´s. Aufgrund einer
"mangelnden literarischen Qualität" wurde sein
Bericht über diese Reise allerdings erst 1863 veröffentlicht.
Cooks zweite Reise widerlegte endgültig die Theorie von der
Existenz eines großen Kontinentes namens Terra Australis.
1774: Johann und Georg Forster
Die deutschen Naturwissenschaftler Johann
Reinhold Forster und sein Sohn Georg begleiteten James Cook
bei seiner zweiten Weltumsegelung. Beide Forsters führten
Tagebücher mit genauen Einzelheiten, was sie während
der Reise beobachtet und erlebt hatten. In den Reisebeschreibungen
von Johann Forster findet man umfangreiche Aufzeichnungen über
die Fauna, von Georg Forster
sind kolorierte Zeichnungen sowie sachliche und unvoreingenommene
Beschreibungen über die Inselbevölkerung überliefert.
Die Forsters veröffentlichten ihre Reiseerlebnisse 1777 in
dem Buch "Gemachte Beobachtungen während einer Reise
um die Welt".
1774: William Hodges
Der englische Maler William Hodges
begleitete ebenfalls James Cook während seiner zweiten Südseereise.
Während seines Aufenthaltes an Bord fertigte Hodges unter
anderem Landschaftsskizzen, aber auch einige Porträts von
Expeditionsteilnehmern sowie besonderen Persönlichkeiten
der besuchten Inseln an. Die Hodges’ Bilder illustrieren
in einer großer Menge die später erschienen Reisebeschreibungen
des James Cook. Georg Forster kritisierte einige seiner Werke
hinsichtlich einer fehlenden historischen Genauigkeit. Hodges
wohl berühmteste Bilder von der Osterinsel sind das Gemälde
"Monumente der Osterinsel" sowie die Portraits von den
Osterinsulanern.
1786: Jean Francois Galoup La Pérouse
Im April 1786 besuchte der Franzose Jean
Francois Galoup La Pérouse die Osterinsel, er war im
Auftrag des französischen Königs Ludwig XVI in den Pazifik
entsandt worden. La Pérouse spendierte den Insulanern einige
Ziegen, Schafe und Schweine sowie verschiedene Sämlinge von
Nutzpflanzen. La Pérouse fand die Rapa Nui in einem relativ
guten Zustand vor und amüsierte sich über die Diebstähle
der Insulaner sowie ihre Sorglosigkeit hinsichtlich der ihnen
übergebenen Tiere und Sämlinge. Viele der von La Pérouse
gesammelten Informationen gingen leider verloren, als sein Schiff
an einer Insel der Santa-Cruz-Gruppe zerschellte; die gesamte
Mannschaft gilt als verschollen. Glücklicherweise wurden
zuvor anderen Schiffen Zeichnungen des Schiffszeichners Duché
de Vancy übergeben. Duché de Vancy hat der Nachwelt
dadurch eines der realistischsten Zeichnungen von der Osterinsel
hinterlassen. Der Titel: "Insulaner und Denkmäler von
der Osterinsel".
1805: Sklavenhändler
Amerikanische
Sklavenhändler enführen
22 Rapa Nui auf das Schiff Nancy, um
sie für den Robbenfang auf den Juan-Fernandez-Inseln einzusetzen.
Die Rapa Nui werden unter Deck angekettet und erst nach drei
Tagen
auf hoher See von ihren Ketten befreit. Die12 Männer springen
sofort von Bord. Versuche sie wieder einzufangen, misslingen.
Die geflohenen Rapa Nui gelten seither als verschollen. Die weiblichen
Rapa Nui wurden auf die "Más Afuera"-Insel (heute
Alejandro Selkirk-Insel, die zweitgrößte Insel von
den Juan-Fernánez-Inseln) gebracht.
Ein Anlandungsversuch
des englischen Kapitäns Alexander Adams mit der Brigg Kahumanna
im Jahre 1806 wird von den Rapa Nui mit Steinschleudern zurückgeschlagen.
Ein gleiches Schicksal ereilte das Schiff Albertros
unter Kommando des Kapitän Windship im Jahre 1809.
1811: Matrosen des Walfangschiffes Pindos
Im Jahre 1811 verschleppen Matrosen einige Rapanui-Frauen auf
das amerikanische Walfangschiff Pindos. Die Matrosen vergewaltigen
die Frauen und schmeißen sie anschließend über
Bord. Zum Spaß schießen sie auf die zurückschwimmenden
Frauen; eine Frau wird von einer Kugel tödlich getroffen.
Eine der überlebenden Frauen ist mit Syphilis
infiziert. Diese Krankheit soll schrecklich unter den Insulanern
gewütet haben.
1816:
Otto von Kotzebue
Der deutsche Kapitän Otto
von Kotzebue besucht im März 1816 mit dem Schiff "Rurik"
seiner russischen Crew die Osterinsel. Es handelt sich um den
Teil einer Forschungsreise im Auftrag Russlands im pazifischen
Raum. Die Rurik umsegelte zunächst Kap Hoorn, um auch nach
dem legendären Davis-Land zu suchen, vor allem aber um polynesische
Inseln zu kartographieren. Versuche, die Osterinsel zu erforschen
scheitern, weil die Mannschaft von von Kotzebue von den Einheimischen
zu sehr bedrängt werden. Die Rapanui zeigen sich ängstlich,
wollten teilweise mit Gewalt Alteisen eintauschen und werfen in
Scharen Steine nach Kotzebue und seiner Mannschaft. Um die unübersichtliche
Lage nicht eskalieren zu lassen zieht von Kotzebue sich noch am
selben Tag zurück. Aus der Ferne meint er, an der Südküste
noch aufrecht stehende Moais sichten zu können.
1825: Kapitän F.W. Beechey
Der Engländer F.W. Beechey
unternimmt zwischen 1825 bis 1828 mit seinem Forschungsschiff
HMS Blossom eine Expedition in den Pazifik, die Beringstraße
und in das arktische Nordamerika. Die HMS Blossom näherte
sich dabei im November 1825 der Osterinsel. Wie beim Landungsversuch
Otto von Kotzebue werden auch die ausgesetzten Boote der HMS Blossom
von den Insulanern derart attackiert, dass Beechey sich mit seiner
Mannschaft zurückziehen muss. Die aufgebrachten Insulaner
bombardieren die Fremden mit Steinwürfen; Beechey lässt
scharf schießen; ein Würdenträger der Insulaner
wird getroffen. Beechey sieht keine Möglichkeit, die Osterinsel
zu erforschen.
1838 steuert Admiral Abel du Petit-Thouars mit
seinem Schiff die Insel an, ankert auch, wagt aber keinen Landeversuch.
Einige Inselbewohner besuchen das Schiff mit einem Schilfboot,
bieten und tauschen eine Januskopffigur aus Holz. Abel du Petit-Thouars
lässt das Schilfboot abzeichnen.
1843 segelt Bischoff E. Rouchouze mit 24 Mönchen
und Nonnen zur Osterinsel um die Ureinwohner zu missionieren.
Seither gilt die gesamte Gruppe als verschollen. In einigen Quellen
wird die Vermutung geäußert, die Missionare seien in
den Kochtöpfen der Insulaner gewandert.
1855: J. Hamilton
Hamilton entdeckt Überreste europäischer Boote die von
den verschollenen Missionaren um Bischoff E. Rouchouze stammen.
Auch die Crew von Hamilton wird von den Insulanern angegriffen;
das Landungsboot wird von den Rapa Nui zum Kentern gebracht, der
zweite Offizier wird getötet; der übrigen Mannschaft
werden die Kleider vom Leib gerissen und gestohlen.
1859 sollen Sklavenjäger für die Guano-Abbauflächen
in Peru rund 500 Rapa Nui verschleppt haben.
1863/63 verschleppen Sklavenjäger insgesamt 2.225 Rapa Nui
nach Peru, um sie für den Abbau
von Guano einzusetzen, einige dürfen auch als Landarbeiter
arbeiten. Die Sklavenjäger gehen mit äußerster
Brutalität vor und verschleppen jeden Menschen den sie greifen
können. Damit werden auch die Häuptlinge und Priester
verschleppt; die
meisten sterben innerhalb eines Jahres; es geht wertvolles Wissen
über die Kultur der Insulaner für immer verloren. 15
zurückkehrende Rapa Nui schleppen die Blattern (Pocken) ein.
1864: Eugéne Eyraud
Der Franzose Eugéne Eyraud
vom Orden des "Heiligsten Herzen der Picpus" kommt Anfang
Januar auf die Osterinsel, um als Missionar zu arbeiten. Gequält
von den Eingeborenen muss er jedoch zehn Monate später von
der Insel fliehen, kommt jedoch 17 Monate später wieder und
bleibt bis zu seinem Tode am 23. August 1868 an Tuberkulose. Unter
Eugéne Eyraud mussten die Rapa Nui sämtliche, noch
auf der Insel vorhandenen, Rongorongo-Schrifttafeln verbrennen.
Hierdurch geht wertvolles Kulturgut und Wissen für immer
verloren.
1866:
Jean Onésime Dutroux-Bornier
1866 kommt der Glücksritter und Tahiti-Franzose Jean
Onésime Dutroux-Bornier erstmalig auf die Osterinsel.
Im Verlaufe der nächsten drei Jahre erschleicht er sich das
Vertrauen der Rapa Nui, nimmt ihnen das Land ab, vertreibt sie
durch Brandschatzung in ein Reservat um Hanga Roa und nimmt die
gesamte Insel für sich in Besitz um Schafe zu züchten.
Dutroux-Bornier vertreibt bis zu seinem gewaltsamen Tod im Jahre
1876 fast alle Ureinwohner von der Insel. 1877 zählt der
französische Anthropologe Alphonse Pinart 111 Bewohner, davon
sind gerade einmal 36 Rapa Nui.
1868: John Linton Palmer
Der archäologisch interessierte englische Arzt John
Linton Palmer kommt mit dem Linienschiff Topaze für sieben
Tage auf die Insel. Palmer sammelt Informationen über die
Kultur der Insulaner und läßt für das Britische
Museum zwei Moai´s nach Großbritannien bringen. Einer
dieser Moai´s (Hoa Hakananai´a) stammt vom Orongo-Kultplatz,
ist auf dem Rücken mit Petroglyphen verziert und gilt als
eines der wichtigsten Rapanui-Kultobjekte überhaupt.
1872: Pierre Loti
Mit
dem französischen Kriegsschiff "La Flore" kommt
der Seekadett Julien Viaud auf die Osterinsel, der sich später
unter dem Pseudonym "Piere Loti" als Schriftsteller
und exelenten Zeichner einen Namen machte. Loti berichtet von
den absoluten Rückfall der Ureinwohner in ihre alten Riten;
Loti hinterlässt der Nachwelt eine Vielzahl von authentischen
Zeichnungen, wenn auch einige Zeichnungen mit Moai´s, die
noch auf den Ahu-Anlagen stehen (was nicht sein kann). Der Kommandant
der La Flore hat von Frankreich den Auftrag, einen Moai mitzubringen.
Als es der Mannschaft nicht gelingt, eines der schweren Kolosse
auf´s Schiff zu bringen, wird einem der Moai´s der
Kopf abgeschnitten. Dieser Kopf wird dem französischen Museum
Musée de l’Homme übergeben; er steht seit 2006
allerdings im französischen Museum "Musée du
quai Branly" in Paris.
1875:
Policarpo Toro
Mit dem chilenischen Schiff "O`Higgins" kommt erstmalig
der Seekadett Policarpo Toro mit auf die Osterinsel. 13 Jahre
später (1888) vermittelte er als Korvettenkapitän die
Übereignung
der Osterinsel von den Rapa Nui an Chile.
1877:
Adolphe Pinart
Mit dem französischen Kriegsschiff Le Seignely kommt 1877
der Anthropologe Adolphe Pinart auf die Osterinsel. Adolphe Pinart
sammelt Forschungsmaterial fertigt Zeichnungen von der Osterinsel
für das Pariser Museum. Seine Zeichnungen zeigen allerdings
aufrecht stehende Moai´s, was nicht stimmen kann. Pinart
berichtet von der Ermordung Dutroux-Bornier´s und zählt
nur noch 111 Menschen auf der Osterinsel.
1878: Alexander Salomon jr.
1878 kommt John Branders Neffe (Alexander Salomon jr.) auf die
Insel um die Geschäfte auf der Schaffarm fortzuführen.
Er ist der Erbe des Salomon / Branders Unternehmen, wozu auch
die Ländereien auf der Osterinsel gehören. Salomon verkauft
seine Farm und alle Ansprüche an die Osterinsel 1888 an die
chilenische Regierung.
1878: Pater Roussel
1878 kommt auch Pater Roussel auf die Insel zurück und versucht,
das Leben der Rapa Nui nach westlichen Vorstellungen wieder zu
organisieren.
1882: Wilhelm Geiseler
Der deutsche Kapitänleutnant Wilhelm
Geiseler führt im Auftrag der königlichen Marine
eine Forschungsexpedition für die königlichen Museen
in Berlin durch. Innerhalb von nur fünf Tagen stellt er eine
sehr umfangreiche
Liste an gesammelten Artefakten zusammen und gibt einen sehr
aufschlussreichen Bericht über die Kultur und das Leben der
Rapa Nui an die königliche Admiralität.
1886:
W.J. Thomson
Im Jahre 1886 versucht sich der Zahlmeister vom Schiff US Mohican
"William J. Thomson"
auf der Osterinsel als Archäologe. Thomson ist der erste,
der der Nachwelt Fotografien von der Osterinsel hinterlässt.
Am Orongo-Kultplatz bricht er Steinhäuser auf um wertvolle
Steinplatten mit nach Amerika zu nehmen. Thomson kann den Ureinwohnern
zwei Rongorongo-Schrifttafeln abhandeln und versucht sich mithilfe
des Schaffarmers Salomon und einem alten Rapanui an deren Übersetzung.
Thomson muss aber feststellen, dass der Rapa Nui die Schriftzeichen
nicht sinngetreu wiedergeben kann.
1887: Mönche vom Johanniter-Orden
1887 versuchen einige Mönche vom Johanniter-Orden auf der
Osterinsel Fuß zu fassen. Lediglich der Laienprediger Nikolas
Pakarati bleibt bis zu seinem Tode im Jahre 1927 dauerhaft auf
der Insel. Nikolas Pakarati kann zunächst nicht verhindern,
dass die Ureinwohner in ihre alten Riten und Sitten zurück
fallen, bringt die Rapa Nui letztendlich doch auf den Weg des
katholischen Glaubens und kann auch eine kleine Schule nach europäischen
Maßstäben aufbauen.
1888: Pablo Toro
Pablo Toro, der Bruder von Policarpo Toro (der den Ankauf der
Osterinsel von den Rapa Nui an Chile vermittelt hat), übernimmt
die Verwaltung der Schaffarm und die Verwaltung auf der Osterinsel.
Pablo Toro fertigt das erste Grundbuch. Zur Frage, wie viel Land
den Rapa Nui gehört schreibt er: Keines.
1902: Horace Cooper
Der zwischenzeitlich zum Verwalter der Osterinsel bestellte Horace
Cooper beschuldigt sechs Insulaner der Rebellion. Sie werden ins
Exil nach Valparaíso geschickt. Von keinen dieser sechs
Insulaner gibt es je wieder ein Lebenszeichen. Die Rapa Nui vermuten,
dass sie bereits kurz nach ihrer Abreise einfach ins Meer geworfen
wurden.
1914:
Katherine Routledge
Die britische Historikerin Katherine
Routledge kommt für 17 Monate auf die Osterinsel um eine
privat finanzierte Forschungsarbeit durchzuführen. Routledge
kartographiert die gesamte Insel, dokumentiert die Wege der Moai´s
und führt einige Teilgrabungen durch. Routledges Aufzeichnungen
gelten bis heute als verschollen. Dennoch bildet ihr Reisebericht
eine wertvolle Grundlage für spätere Forschungen.
1914
/ 1915: Maria Angata Pakomio
Um die als hellseherisch begabt angesehene Insulanerin Maria
Angata Pakomio scharrt sich eine Gruppe von Gläubigen
die in einem Aufstand versuchen, ihre Insel wieder zurückzubekommen.
Der Aufstand wird blutig niedergeschlagen. Einige Häuptlinge
sowie einige Wachen von der Schaffarm werden getötet.
1916: Militärbischof Edwards
Der chilenische Militärbischof Edwards besucht die Osterinsel
und macht die unhaltbaren Zustände der Rapa Nui in der chilenischen
Regierung bekannt. Edwards wird fortan Vorsitzender einer Osterinselkommission;
an den Zuständen der Rapa Nui kann aber auch Edwards nichts
ändern.
1934:
Henri Lavachery und Alfred Metraux
Der französische Archäologe Henri Lavachery sowie der
belgische Ethnologe Alfred Metraux beginnen mit der systematischen
Erfassung von Legenden und mündliche Überlieferungen,
analysieren Kultgegenstände, Tätowierungsmuster und
widmen sich intensiv mit den Petroglyphen und Steinritzungen.
1935:
Pater Sebastian Englert
Ende 1935 trifft der Kapuziner-Mönch Pater
Sebastian Englert für eine Forschungsreise auf die Osterinsel
ein. Englert findet mit seiner unkonventionellen Art schnell Zugang
zu den Insulanern und beschließt, länger zu bleiben.
1937 wird er als Missionspriester auf die Insel versetzt und wirkt
dort bis zu seinem Tod im Jahre 1969. Neben seinen seelsorgerischen
Tätigkeiten als Missionar unternimmt Englert erstmalig den
Versuch, alle Moai´s zu kartographieren.
1955:
Thor Heyerdahl
Thor Heyerdahl ankert mit
einem gecharterten Trawler Schiff ein Jahr vor der Osterinsel
und leitet eine 23-köpfige Mannschaft für eine archäologische
Expedition. Durch seine experimentelle Archäologie werden
wertvolle Hinweise zur Fertigung, Transport und Aufstellen der
Moai´s gewonnen. Sein Buch "aku-aku - Das Geheimnis
der Osterinsel" wird weltberühmt. Thor Heyerdahl bleibt
bis zu seinem Tod mit seiner Theorie, die Osterinsel sei als erster
vom südamerikanischen Kontinent besiedelt worden, umstritten.
1955:
William Mulloy
Mit an Bord der Thor Heyerdahl-Expedition ist der US-amerikanische
Archäologe William Mulloy.
Mulloy erkennt während und nach Ende der Heyerdahl-Expedition
das ungeheure Potential archäologische Fundstätten und
leitet bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1978 die Restaurierung
und Rekonstruktion oder Untersuchung vieler Kultstätten,
wie den Ahu Akivi 1960, die Ahu´s Ko Te Riku, Ahu Vai Uri
sowie den Tahai-Komplex 1970, die zwei Ahu´s bei Hanga Kio'e
1972, oder den Orongo-Platz am Rano Kau 1974. William Mulloy war
zudem Mentor des bekannten Rapanui-Archäologen Sergio A.
Rapu. Mulloy besucht mehr als 20 Mal die Osterinsel.
1957:
Thomas Barthel
1957 kommt der Tübinger Universitätsprofessor und Völkerkundler,
Dr. Thomas Barthel für sechs Monate auf die Osterinsel und
widmet sich der Rongorongo Schrift sowie den mündlich überlieferten
Legenden. Barthel avanciert später zum bedeutendsten Fachwissenschaftler
zur Entschlüsselung der Rongorongo Schrift.
1965: Alfonso Rapu
Der ethnische Dorfschullehrer Alfonso Rapu schafft es, einen offenen
Brief an die chilenische Regierung nach Amerika zur New York Times
zu schmuggeln, in dem die unhaltbaren Zustände der Rapa Nui
auf der Osterinsel offengelegt werden. Die chilenische Regierung
beugt sich den angeprangerten Veröffentlichungen, hebt das
Kriegsrecht von 1914 auf und gesteht den Rapa Nui chilenische
Bürgerrechte zu.
1968:
Erich von Däniken
Erich von Däniken besucht im
Herbst 1968 die Osterinsel, nachdem er in seinem Buch "Erinnerungen
an die Zukunft" die Moai´s in Kapitel 8 bereits beschrieben
hatte. Das Buch wird zum Bestseller; mit diesem und späteren
Werken macht Däniken (auch) die Osterinsel bei Millionen
von Menschen bekannt. Die auf der Osterinsel so bekannte "Ufo-
oder Däniken-Rampe"
(Ahu Atanga) im Norden der Insel soll Däniken selber nie
in Augenschein genommen haben.
1974:
Augusto Pinochet
Der chilenische Staatspräsident Augusto Pinochet besucht
die Insel und hat einen maßgeblichen Anteil an der Bereitstellung
von Geldmittel aus Chile und dadurch die Förderung der Infrastruktur.
Pinochet besucht die Insel zwei weitere Male, nämlich 1980
und 1987.
1978:
Sergio A. Rapu
Bei archäologischen Untersuchungen am Ahu Nau Nau findet
der jüngere Bruder von Alfonso Rapu, Sergio
A. Rapu Fragmente aus weißem Korallengestein und identifiziert
diese als ein Moai-Auge. Diese Entdeckung bringt ein gänzlich
neues Licht auf die Bedeutung der Moai´s; die Fachwissenschaft
ist begeistert. Augusto Pinochet beruft Sergio A. Rapu in das
Amt des Insel-Gouverneurs, Sergio A. Rapu macht sich dadurch keine
Freunde unter den Rapa Nui.
1981:
Georgia Lee
Die US-Amerikanerin Georgia Lee 1981 für ein 5-jähriges
Forschungsprojekt auf die Osterinsel und beginnt mit der systematischen
Erfassung und Erforschung der Petroglyphen. 1992 veröffentlicht
sie darüber sogar ein Buch.
1994: Kevin Costner
Der bekannte US-Schauspieler Kevin Costner dreht auf der Osterinsel
ein 20 Millionen Dollar-Flop mit dem Titel "Rapa Nui - Rebellion
im Paradies". Auf der Osterinsel wird Costner für diesen
Film verehrt, dieser Film ist vier Mal wöchentlich in drei
verschiedenen Sprachen zu sehen.
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