Die Geschehnisse der Osterinsel im Überblick

Die Geschehnisse der Osterinsel im Überblick


Die Geschehnisse der Osterinsel im Überblick:

Die Geschichte der Osterinsel ab 1722Inselkarte - und Geschichte der Osterinsel von 1722 - 1799Kurzbeschreibung:

Auf den nachfolgenden Seiten lesen Sie die Entstehungsgeschichte der Osterinsel sowie die zeitlichen Geschehnisse auf der Insel in der Zeit von 1687 bis 1999. Hierbei werden in kurzen Beschreibungen auch Personen oder Ereignisse vorgestellt, die im Buch "RAPA NUIDie Geschichte der Osterinsel erzählt in 200 Illustrationen" nicht genannt wurden aber in ihrer Auflistung viele weitere Hintergründe ergänzend erklären.

Der Übersichtlichkeit wegen wurden die vielfältigen Informationen jeweils auf Seiten für das 18., 19. und 20. Jahrhundert zusammengefasst.

 

Quelle:
- "Island at the End of the World - The turbulent History of Easter Island", von Steven R. Fischer, 2005,

 

Die Geschehnisse der Osterinsel im Überblick:

Die Entstehung der Osterinsel:

Nach dem heutigen Kenntnisstand geht die Wissenschaft davon aus, dass die ersten Teile der Osterinsel (Poike und Rano-Kau) sich vor rd. ± 700.000 aus dem Meer erhoben haben. Poike im Osten und Rano-Kau im Westen bildeten zunächst zwei einzelne Vulkan-Inseln, bis dann vor rd. ± 600.000 Jahren der Mt. Terevaka im Norden dazu kam und alle drei Vulkan-Inseln bis vor rd. ± 300.000 Jahren zur heute bekannten Insel formte. Bis zur Besiedlung der Insel zwischen 400 - 600 n.Chr. soll die Osterinsel mit mehr als 10 Millionen Palmen der Gattung "Jubaea chilensis" (Honigpalme) bewachsen gewesen sein.

Die Besiedlung der Osterinsel:

Hinsichtlich der Besiedlung der Osterinsel gibt es zwei Haupttheorien, und zwar eine Besiedlung aus dem Westen (Polynesien) und eine Besiedlung aus dem Osten (Amerika), wobei ersteres von der Mehrheit der Wissenschaftler favorisiert wird. Einig sind sich die Wissenschaftler, dass die Osterinsel wohl zwischen 400 - 600 n.Chr. erstmalig von Menschen betreten wurde und auch, dass die Vorfahren der heute auf der Osterinsel lebenden Rapanui aus Polynesien stammen. Genuntersuchungen zeigen, dass es auch irgendwann zu einem Kontakt aus Amerika gekommen sein muss.

Die Hochkultur auf der Osterinsel:

Nach Besiedlung der Osterinsel (400 - 600 n.Chr.) beginnen ihre Bewohner um 600 n.Chr. die ersten (einfachen) Ahu-Anlagen zu errichten. Um 800 n.Chr. schafft sich die wachsende Bevölkerung durch Brandrodungen neue Anbauflächen, um diese Zeit entstehen die Ahu-Anlagen "Tahai" und "Akivi" und auch Moai wie die Steinskulptur "Tukuturi", ab 900 n.Chr. die Ahu-Anlage "Vinapu II". In der Zeit zwischen 800 n.Chr. bis 1.300 n.Chr. haben die polynesischen Bewohner Kontakt mit dem südamerikanischen Kontinent.

Die Hochblüte der Rapanui-Kultur vollzieht sich um 1.000 n.Chr. mit der Struktur von Stammesverbänden und einer hierarchischen Gesellschaftsordnung. Ab 1.100 n.Chr. entstehen weitere Ansiedlungen und Ahu-Anlagen wie "Vai Mata", "Tepeu", "Vai Atare" oder "Vinapu I" (Tahira). Mit der Intensivierung des Ackerbaus und dem vielfältigen Bau der Ahu-Anlagen verringert sich mehr und mehr der Baumbestand.

Spekulativ: Um 1.300 n.Chr. siedelt sich König "Hotu-Matu'a" mit seinem Gefolge auf der Osterinsel an. Die Bevölkerungsgruppen leben zunächst friedlich nebeneinander. Doch dann werden die Ressourcen knapper. Um 1.500 n.Chr. gewinnt die Kriegerkaste der "Miru" weiter an Einfluss. Der Vogelmann-Kult etabliert sich; die Kultur steht im Zenit ihrer Blüte; die ersten Petroglyphen entstehen. Um 1.600 n.Chr. ist die Osterinsel so gut wie baumlos; der Ackerbau wird durch die fehlende Feuchtigkeit zu einem Problem. Die steigende Unzufriedenheit um fehlende Versorgungsgüter entlädt sich um 1670 n.Chr. am Poike-Graben in einem "großen Krieg" zwischen den "Langohren" und den "Kurzohren", in deren Folge auch die Moai-Produktion vollständig eingestellt wird.

Der Niedergang der Osterinsel-Kultur:

Nach 1670 übernehmen die Krieger des jeweiligen Vogelmannes das Monopol zur Verteilung der Ressourcen, kümmern sich aber mehr um ihre eigenen Interessen, als um das Wohl der gesamten Inselbevölkerung. Die mangelnde Versorgung der Bevölkerung entlädt sich um 1724 erneut in einem großen Krieg, der sich mit wechselnden Vergeltungsschlägen über drei Generationen zieht. Die Bevölkerung schafft es nicht, wieder eine hierarchische Gesellschaftsordnung herzustellen, um sich als Einheit vor äußeren Einflüssen zu schützen. Chaos beherrscht die Insel. Durch wechselseitige Kleinkriege nehmen sich die Clans weitere Nahrungsressourcen; die ersten Moai fallen.

Der erste Kontakt mit europäischen Entdeckern:

Bekannt ist, dass 1687 ein Seeräuber namens "Edward Davis", in der Region, in der sich heute die Osterinsel befindet, auf eine "niedrige sandige Insel - mit baumlosen Erhebungen die nach Norden reichen" stößt, sie aber nicht betritt. Der erste bekannt gewordene Kontakt mit Europäern erfolgt im April 1722 durch eine holländische Schiffsflotte unter Leitung von "Jacob Roggeveen". Missverständnisse und die fehlende Gesellschaftsordnung unter den Inselbewohnern führen beim ersten Landgang der Holländer zu einer tödlichen Konfrontation. Etwa 12 Einwohner werden erschossen, unzählige verletzt. Nachfolgende Besucher in der Zeit zwischen 1770 und 1859 erleben ebenfalls Menschenansammlungen ohne Ordnung, begleitet von Missverständnissen bei denen verschiedentlich weitere Inselbewohner sterben.

Zwischen 1771 und 1774 führen die westlichen Clans ("Ko Tu'u") gegen die östlichen Clans ("Hotu-Iti") Krieg. In wechselseitigen Konflikten nehmen sich die Menschen gegenseitig ihre Ressourcen, weitere Moai fallen. Zwischen 1725 und 1835 flackern immer wieder Konflikte auf; sämtliche Ahu-Anlagen werden zerstört; alle Moai fallen.

Die Entführungen durch Sklavenhändler:

Ende 1862, Anfang 1863 entführen peruanische Sklavenhändler insgesamt rund 900 Insulaner, darunter auch die Wissensträger der alten Kultur wie die Königsfamilie und die Priester, um sie in Peru als Arbeitsemigranten einzusetzen. Zuvor (Okt.-Dez. 1862) waren bereits 500 Inselbewohner mit regulären Arbeitsverträgen für Peru verpflichtet worden, 203 davon wurden im Nov. 1862 allerdings mit einer List auf das Schiff "Teresa" gelockt.

Das Sterben durch eine eingeschleppte Pocken-Epidemie:

Wenige Monate nach der gewaltsamen Entführung der Osterinsulaner (1862/63) wird bekannt, dass bereits mehr als 50 % der Insulaner in Peru gestorben sind. Auf Druck der Weltöffentlichkeit ordnet Peru eine Rückführung der polynesischen Arbeitsemigranten an. Bis zur Einschiffung in Peru leben noch 100 Osterinsulaner, 15 Insulaner kommen im Sept. 1863 lebend an und bringen ihre tödliche Pocken-Infektion mit auf die Insel. Zwischen Okt. 1863 und Dez. 1969 sterben daran rd. 1.100 weitere Menschen; die Gesamtbevölkerung reduziert sich auf 650 Personen.

Die Vertreibung der Rapanui:

Der französische Siedler "Dutrou Bornier" vertreibt zwischen 1870 und 1872 weitere 500 Osterinsulaner von der Insel, sei es durch Evakuierung durch die Missionare (275) oder durch Arbeitsvermittlung als Arbeitsemigranten an eine Plantage nach Tahiti. Eine Zählung im Jahre 1878 ergibt, dass nur noch 111 Menschen auf der Osterinsel leben.

Die Annektierung durch Chile:

Nach Tod des französischen Siedlers "Dutrou Bornier" und eine Übergangszeit durch die "Dutrou Bornier"-Erben "Salmon / Brander" sucht die Inselgemeinschaft 1888 Schutz bei Chile. Der am 09. Sept. 1888 vermittelte Nutzungsvertrag interpretiert Chile als Annektion.

Die Ausbeutung der Insel durch Pächter:

Nachdem eine Ansiedlung chilenischer Familien (1888 / 1892) auf der Osterinsel gescheitert ist, verpachtet Chile die Osterinsel 1895 an den chilenischen Kaufmann "Enrique Merlet", der mit seinen Geschäftsnachfolgern "Williamson-Balfour Company" aus der Osterinsel bis 1953 eine "Betreibergesellschaft zur Ausbeutung durch Schafzucht" macht. Die einheimische Bevölkerung bleibt gänzlich ohne Rechte, wenn auch die Gesellschaft 1933 an die Inselbevölkerung 2000 Hektar Land abtreten muss. Zwischen 1953 und 1966 reduziert die chilenische Marine sukzessive den Schafbestand. Der staatliche Verband zur Steigerung der Produktion "CORFO" übernimmt die Farm und macht daraus eine Ranch für Viehzucht und Wiederaufforstung. Die auf der Insel lebenden Rapanui bleiben weiterhin ohne Rechte.

Die Gewährung von Menschenrechten ab 1966:

1964 / 65 nutzt der ethnische Rapanui "Alfonso Rapu Haoa" die große mediale Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit durch die Anwesenheit der kanadischen "METEI"-Expedition sowie die Baupläne eines Flughafens durch Amerikaner und initiiert eine Protestbewegung für mehr Menschenrechte der örtlichen Bevölkerung. Chile gibt dem öffentlichen Druck nach; Eine grundlegende Reformbewegung beschert den Rapanui ab 1966 die chilenische Staatsbürgerschaft und Freiheiten, die bis heute nicht rückgängig gemacht wurden. Mit dem "Indigenen-Gesetz" von 1993, beginnt Chile 1998 mit der Übertragung von Landflächen an die Bevölkerung. Die für die Vaitea-Farm ausgewiesenen Verwaltungsflächen reduzieren sich bis 2012 auf insgesamt 4.597 Hektar Landfläche.

Die Osterinsel versinkt im Müll:

Durch die Sanierung der Landebahn und Öffnung des Flughafens für Touristen im Jahre 1967 befreit sich die Osterinsel aus ihrer Isolation. Auf der Osterinsel steigt der Wohlstand. 1994 löst der Kinofilm "Rapa Nui - Rebellion im Paradies" von Kevin Costner dann eine Touristenflut aus die bis heute anhält und die kleine Insel sukzessive im Müll versinken lässt. Unsachgemäße Entsorgung gefährdet die Qualität des Trinkwassers; die Moderne bringt Drogen, Kriminalität und neue Krankheiten auf die Insel.

Die Osterinsel sieht sich mit einer erneuten Katastrophe konfrontiert, die sie dieses Mal allerdings mit dem Schicksal der gesamten Menschheit teilt.

 

 

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