Moai - Die Steinkolosse von der Osterinsel

Moai - Die Steinkolosse von der Osterinsel


Moai


Moai´s am  Ahu Nau Nau in der Anakena-Bucht So gut wie jeder kennt sie und jeder weiß auch wie sie aussehen, doch die wenigsten können weder ihre Namen noch ihre genaue Herkunft nennen und wissen schon gar nichts um die Umstände ihrer Herstellung: Die Moai´s - die Steinkolosse von der Osterinsel.

Auf der Osterinsel, eine einsame Insel im Pazifischen Ozean auf der anderen Seite unserer Erdkugel, finden sich etwa 890 monumentale Steinskulpturen (Moai´s) von unterschiedlichen Größen zwischen zwei Meter und fast 22 Metern.

Der sehende MoaiHergestellt, transportiert und aufgestellt wurden die Moai´s mit einfachsten Mitteln; Thor Heyerdahl hat 1956 hierzu Experimente von den Insulanern durchführen lassen. Soweit man heute weiß, wurden die Moai´s nicht unter Zwang hergestellt; es gab unter den Rapa Nui sogar eine spezielle Kaste, die sich auf die Herstellung der Steinkolosse spezialisiert hatte und in der Bevölkerung entsprechend hoch angesehen waren. Die meisten der fast 900 Moai´s wurden aus weichem Tuffgestein gefertigt und stammen aus dem Steinbruch des Rano Raraku. Es wurden auf der Insel allerdings auch 53 (kleinere) Moais - vornehmlich aus der ersten Epoche - gefunden, die aus hartem Basaltgestein, rotem Tuff oder Trachyt hergestellt sind.

Der größte jemals angefangener Moai liegt noch fest im Steinbruch des Rano Raraku verankert und misst stolze 21,60 Meter. Fertig hätte er zwischen 200 und 250 Tonnen gewogen und Forscher bezweifeln, ob er jemals hätte transportiert werden können. Dieser Moai nennt sich Te Tonkanga (oder auch Teto Kena), wird im Volksmund aber El-Gigante genannt. Der größte jemals fertig gestellte Moai steht am Berghang des Rano Raraku und nennt sich Piropiro. Dieser Moai ist insgesamt 11 Meter lang, ist aber rund fünf Meter tief im Sedimentboden eingegraben. Der größte jemals auf einer Ahu-Anlage aufgestellte Moai war 9,80 Meter hoch und liegt zerbrochen auf der Ahu-Anlage Te Pito Kura an der Nordküste der Osterinsel. Er trug allerdings noch einen Pukao (Hut oder Haarschopf) mit einer zusätzlichen Höhe von rund zwei Meter. TOP

liegender Moai am Ahu Tongariki

Wie viele der Moai´s ursprünglich einmal über die Insel verteilt aufgestellt waren kann nur geschätzt werden. Alleine am Rano Raraku befinden sich fast 400 Moai´s, davon waren etwa ein Drittel im Krater und am Aussenhang des Rano Raraku aufgestellt. (Einige Wissenschaftler meinen, sie hätten hier bereits ihren Endstandort gefunden, andere meinen, sie seien nur für den Abtransport abgestellt worden).

Es gibt Wissenschaftler die meinen, von den übrigen rund 500 Moai´s seien lediglich 220 Moai´s an den Küstenlinien aufgestellt gewesen, die restlichen Moai´s (mit Ausnahme Ahu Akivi und Ahu Huri A Urenga) seien beim Transport kaputt gegangen und aufgegeben worden. Andere Wissenschaftler sind allerdings der Meinung, auch die meisten der im Landesinneren liegenden Moai´s hätten ursprünglich einmal gestanden und beispielsweise als Markierungen für Territorialgrenzen fungiert. Die britische Forscherin Katherine Routledge hatte bereits 1915 die Vermutung geäußert, nur die wenigsten Moai´s seien während des Transportes zerbrochen und aufgegeben worden.

Wie alt die Moai´s sind kann nicht mit letzter Sicherheit bestimmt werden. Die Archäologen sind sich einig, dass die Osterinsel etwa im 4. oder 5. Jahrhundert n.Chr. besiedelt wurde und dass die Ureinwohner hiernach auch relativ schnell angefangen haben Altäre und die ersten Statuen zu fertigen. Sicher ist, dass sich der Typus der Moai´s im Laufe der Jahrhunderte verändert hat und die ersten Moai´s sich oft nur noch als Fundamentsteine der Ahu-Anlagen wiederfinden. Die Moai´s der mittleren Schaffensperiode (die mit runden oder eckigen Köpfen und Augenhöhlen) sollen etwa ab dem 12. bis 13. Jahrhundert n.Chr. entstanden sein, die moderneren Moai´s (vornehmlich am Rano Raraku) etwa ab dem 15./16. Jahrhundert n.Chr. TOP

verschiedene Moais

Die Moai´s der mittleren Schaffensperiode wurden nicht nur auf speziell für sie angefertigte und befestigte Altarplätze gestellt; zur Unterstreichung ihrer Wichtigkeit erhielten viele zusätzlich noch einen Pukao (Hut oder Haarschopf, da ist sich die Wissenschaft nicht sicher) und Augen aus weißem Korallenkalk und Obisidian-Glas. Auge eines Moai´s das 1978 an der Ahu-Anlage Nau Nau gefunden wurdeUm die Existenz derartiger Augen weiß man erst seit dem Fund eines Auges im Jahre 1978 durch den Archäologen Sergio A Rapu. Die Moai´s der letzten Schaffensperiode (also die am Hang des Rano Raraku) haben zumeist keine Augenhöhlen und waren auch nicht zum Tragen der Pukao´s konzipiert.

Thor Heyerdahl meint, der Urvater aller Moai (Vorlagen) sei der Moai "Hoa-haka-nana-ia" gewesen. Dieser Moai hat lediglich eine Größe von 2,42 Meter und stand bis 1868 im Dorf Orongo und gleichnamige Kultstätte am Rano Kau in einem Steinhaus. Dieser Moai ist aus Granitstein gefertigt und der einzige Moai, der auf dem Rücken mit Vogelmann-Motiven verziert ist. Der Moai "Hoa-haka-nana-ia" soll eines der bedeutendsten religiösen Gegenstände überhaupt gewesen sein. Er wurde 1868 durch den archäologisch interessierten Arzt J.L. Plamer nach England gebracht und steht heute im Britischen Museum.

Transport der Moai - Filmversion von Kevin KostnerZum Aushebeln und Transportieren eines bis zu 40 Tonnen schweren Steinkolosses waren nach Meinung vieler tausende von Baumstämmen notwendig, die unter dem rollenden Gewicht des Steinriesen sicherlich schnell zerbröselten und durch neue Stämme ersetzt werden mussten. Thor Heyerdahl hat allerdings das Geheimnis um den Transport und um das Aufstellen der Moai´s durch praktische Versuche glaubwürdig lösen können.

Dennoch: fragt man die Insulaner so heißt es aus den Legenden, die Moai´s seien zu ihrem Bestimmungsort gelaufen. Kevin Costner hat diese Idee in seinem Film von 1994 "Rapa Nui – Rebellion im Paradies" aufgegriffen und in Szene gesetzt. TOP

Moai-Abbildungen auf 6 von 7 Pesos-Münzen von der OsterinselAuf den Pesos-Münzen der Osterinsel (eine Sammler-Edition) sind auf sechs von sieben Münzen Moais abgebildet. Lediglich die 200 Pesos-Münze zeigt auf der Vorderseite einen Hammerhai und auf der Rückseite eine Paina-Figur. Die 500 Pesos-Münze zeigt als einzige Münze eine Moai-Gruppe, und diese auf der Vorderseite. Die fünf "kleinsten" Pesos-Münzen mit den Nennwerten 100 Pesos, 50 Pesos, 10 Pesos, 5 Pesos, sowie 1 Peso zeigen auf der Rückseite der jeweiligen Münze einen Moai-Kopf.

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