Der Tyrann der Rapa-Nui - Jean Baptiste Dutroux-Bornier

Der Tyrann der Rapa-Nui - Jean Baptiste Dutroux-Bornier


Jean Baptiste Dutroux-Bornier


Jean Baptiste Dutroux-BornierAls wenn die Not der Rapa-Nui durch Versklavung und Einschleppung von Krankheiten wie Syphilis, den Pocken oder Lepra nicht schon schlimm genug gewesen wäre, nein, zur Krönung musste sich dann noch ein einziger Mann über die Insel erheben der keine Skrupel hatte um auch noch die letzten Ureinwohner von der Insel zu vertreiben. Gemeint ist der Tahiti-Franzose Jean-Baptiste Dutrou-Bornier.

Jean-Baptiste Dutrou-Bornier war ein Glücksritter der es mit dem Gesetz nicht so genau nahm. Er diente als Artillerie-Offizier im Krimkrieg und fuhr dann zur See. Dutrou-Bornier kaufte im Jahre 1865 einen Teil des Schoners Tampico, verließ in Frankreich Frau und Kind und betrieb im pazifischen Raum unter anderem Waffenhandel. In Peru wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt, wurde aber auf Fürsprache des Französischen Konsuls freigelassen. Dutrou-Bornier segelte nach Tahiti um Arbeitskräfte für peruanische Plantagen zu rekrutieren.

Im November 1866 transportierte Dutrou-Bornier mit seinem Schoner Personen und Waren zur Osterinsel, darunter auch die zwei Missionare Kaspar Zumbohm und Theodore Escolan, die Pater Eugéne Eyraud zur Hilfe der kranken Rapa Nui angefordert hatte. Im März 1867 steuerte Dutrou-Bornier erneut die Osterinsel an, um Arbeiter anzuwerben, verlor allerdings aufgrund von Betrügereien und Spielschulden seinen Anteil am Schoner Tampico. Er erwarb die Yacht Aora'i, segelte im April 1868 erneut zur Osterinsel, doch dort ging die Yacht in Flammen auf.

Dutrou-Bornier bleibt auf der Insel und richtet sich zunächst bei Mataveri ein. Im Auftrag seines britisch-tahitischen Geschäftspartners John Brander fängt er an, den noch auf der Insel lebenden Rapa Nui ihre Landrechte abzukaufen, um darauf eine Schaffarm zu errichten. 1869 heiratet er eine Rapa Nui Frau und ruft sich selber zum König aus. Die Loyalität einiger Rapa Nui sichert er sich mit dem Versprechen zu, sie könnten unter seiner Herrschaft ihren alten Glauben wieder annehmen. Er gründet einen Staatsrat dessen Präsidentschaft er übernimmt und ernennt den deutschen Missionar Kaspar Zumbohm zu seinem Generalsekretär. Als dieser sich weigert die Verträge zu unterzeichnen die er den Rapa Nui abgepresst hat um sich deren Land anzueignen, greift Dutrou-Bornier 1870 zur Gewalt.

Er lässt 247 Rapa Nui als Plantagenarbeiter nach Tahiti umsiedeln, vertreibt die übrige Landbevölkerung in die Stadt Hanga Roa und trennt die Insel und Hanga Roa durch einen Stacheldrahtzaun. Unter drakonischen Strafen ist es den Rapa Nui fortan verboten die übrige Insel zu betreten. Damit nimmt er den verbliebenden Menschen auf der Osterinsel ihre Lebensgrundlage. Unter Protest verlassen die Missionare Escolan und Roussel mit 168 Rapa Nui die Insel und flüchten nach Tahiti. Die Ureinwohner die zurückbleiben sind zumeist nur noch Ältere Männer. Dutrou-Bornier vergrößert sukzessive seine Farm und holt sich dafür fremde Arbeitskräfte auf die Insel. TOP

1876 kommt Dutrou-Bornier ums Leben. Einige Quellen sagen es sei ein Unfall gewesen, andere Quellen sagen, Dutrou-Bornier hätte den Bogen überspannt und infolge einer Auseinandersetzung mit einigen Rapa Nui sei er erschlagen worden. Ein Jahr später verstirbt auch Dutrou-Borniers Geschäftspartner John Brander, allerdings eines natürlichen Todes.

Außer einen schlechten Namen in der Weltgeschichte ist dem Jean-Baptiste Dutrou-Bornier nichts geblieben. Weder seine erste Frau in Frankreich noch seine zweite Frau auf der Osterinsel konnten sich Rechte an der Insel sichern.

Alexander Salomon jr.In einem langen Rechtsstreit vor französischen Gerichten wird das Land den Erben des John Brander zugesprochen. Da John Brander eine Tochter des englisch-jüdischen Kaufmanns Alexander Salmon geheiratet hatte und beide Familien in engen Geschäftsbeziehungen standen, übernimmt der Sohn Salmo´s (Alexander Ariipaea Vehiaitipare Salmon Jr.) die Besitztümer, da sein Vater bereits verstorben war.

Als der französische Anthropologe Alphonse Pinart 1877 auf die Insel kommt, zählt er noch genau 111 Bewohner, davon gerade einmal 36 Rapa Nui.

Im Oktober 1878 macht sich Alexander Salmon jr. auf den Weg zur Osterinsel um dort die Schaffarm mit 20 Tahitianern und eine unbekannte Anzahl an Rapa Nui Arbeitern weiter zu verwalten. 1885 kaufte er weitere Flächen der Osterinsel auf, läßt den dort lebenden Menschen aber mehr Freiräume. Salomon fördert den Export seiner Schafswolle, aber auch den Tourismus. Unter anderem ermutigt er die Rapa Nui, die ursprünglichen Holz-Kunstwerke und Rongorongo-Tafeln nach zu schnitzen, um sie den Besuchern zu verkaufen. Salmon verkauft die Brander Osterinsel Beteiligungen am 2. Januar 1888 an die chilenische Regierung und trit somit auch seine Rechte an der Insel ab. TOP

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