Ahu Akivi - Die sieben Kundschafter von der Osterinsel

Ahu Akivi - Die sieben Kundschafter von der Osterinsel


Ahu Akivi


Ahu Akivi mit den 7 KundschafternAhu Anlage AkiviEine interessante Zeremonie-Anlage auf der Osterinsel ist auch der Ahu Akivi. Die Anlage, auf dem sieben Moai´s stehen, hat eine Gesamtlänge von 70 Metern. Die Moai´s haben eine Höhe von jeweils vier Metern. Auf dem ersten Blick wirkt diese Anlage nicht besonders spektakulär, doch sie ist in vielerlei Hinsicht interessant:

Zunächst ist die Anlage einer der ganz wenigen Ahu-Anlagen, die nicht an der Küste aufgestellt wurden, sondern 2,5 Kilometer weit im inneren der Insel. In manchen Reiseführern und in vielen Internet-Veröffentlichungen ist zwar zu lesen, dass dies die einzige Anlage auf der Insel sei die nicht an der Küste aufgestellt wurde, doch das ist nicht richtig. Als Beispiel sei die Anlage "Ahu Huri A Urenga" genannt; lesen Sie dazu auch unseren Beitrag "Moai´s im Landesinneren".

Moai´s auf dem Ahu Akivi schauen auf den PazifikEs scheint so, als würden diese Moai´s (als einzige Moai´s auf der ganzen Osterinsel - wenn man den im 20. Jahrhundert aufgestellten Moai in Hanga Roa einmal unberücksichtigt lässt) auf den Pazifik schauen doch Forscher meinen, die Ausrichtung hätte einerseits astronomische Gründe und andererseits würden sie lediglich auf den Ort geschaut haben, der in ihrer Nähe errichtet war.

Die sieben Kundschafter der OsterinselDie Ahu Anlage Akivi ist eine von nur acht Ahu-Anlagen, die in WEST / OST Richtung ausgerichtet sind. Wenn die Sonne direkt im Rücken der Moai´s aufgeht, bzw. die Moai´s in direkter Linie den Sonnenuntergang sehen können, dann sind im Frühjahr und im Herbst sowohl die Tage und Nächte gleich lang. Die Anlage muss in früheren Jahrhunderten also eine astronomische Bedeutung gehabt haben. Hinter der Anlage finden sich noch die Ruinen eines Krematoriums. Somit wurde diese Anlage allerdings auch für einen Totenkult genutzt.

William Mulloy 1960 bei der Restaurierung des Ahu AkiviGlaubt man den Legenden und mündlichen Überlieferungen der Ureinwohner, so ist die Anzahl "sieben" (sieben Moai´s) nicht zufällig gewählt. Bei diesen Moai´s, die alle in etwa eine Größe haben, soll es sich um die sieben Kundschafter des Gründervaters "Hotu Matuá" handeln. In einer von mehreren Legenden heißt es, Prinz Matuá sei von seinem Vater aufgefordert worden, das Land zu verlassen. Matuá befragte daraufhin zunächst einen Priester der ihm berichtete, er habe seine Seele übers Meer geschickt und dabei ein Paradies gesehen vor deren Küste drei kleine Insel lägen, die er als seine verschollenen Enkel mit Namen "Nui", "Iti" und "Kaokao" wiedererkannt habe. Briefmarke mit den 7 Kundschaftern der Anlage Ahu Akivi auf der OsterinselPrinz Matu´a schickte daraufhin sieben Kundschafter übers Meer die nach dem besagten Paradies suchen sollten und wurden dann mit der Insel Rapanui fündig. Zu Ehren dieser Kundschafter sollen deshalb sieben Moai´s auf der Anlage Akivi aufgestellt worden sein.

Der Ahu Akivi (oder auch A Kivi) befindet sich etwa 10 Kilometer nördlich von Hanga Roa. Untersuchungen haben ergeben, dass die älteste Plattform etwa um 800 n.Chr. errichtet worden sein muss und zwischen 1300 und 1400 n.Chr. auf ihre heutige Größe ausgebaut wurde. Briefmarke Osterinsel - Motiv - die sieben KundschafterAn der Anlage Akivi wurden in einer Tiefe von 2,5 Metern auch die bisher ältesten Nachweise für eine eindeutige Besiedlung gefunden. William Mulloy ist dort auf einen gepflasterten Platz gestoßen, der zwischen 1000 und 1200 n.Chr. angelegt wurde.

Die Ahu-Anlage Akivi wurde 1960 von dem bekannten Archäologen, dem US-Amerikaner William Mulloy, und seinem Kollegen Gonzalo Figuerosa restauriert und wieder aufgestellt. Mulloy und Figuerosa versuchten dabei, die traditionellen Bauweisen zu beachten bzw. einzusetzen. 500 Pesos Münze mit dem Abbild der Moais vom Ahu AkiviBeim Wiederaufbau der Plattform haben sich die Forscher allerdings nicht ganz an die Originalversion gehalten. Die Ahu-Anlage Akivi ist die einzige Anlage auf der ganzen Osterinsel deren Rampe mit Steinen ererichtet ist, die nicht von der Osterinsel stammen. Bei diesen Steinen handelt es sich um Balaststeine, die ein Schiff im 19. Jahrhundert auf der Insel zurückgelassen hatte.

Die Restaurierung und der Wiederaufbau der Anlage wurde von der Fulbright-Stiftung sowie mit Zuschüssen der Universität Wyoming, der Universität Chile sowie des Internationalen Fonds für Denkmalpflege finanziert. Mulloy war unter anderem ein Mitglied der Thor Heyerdahl Expedition im Jahre 1955/56.

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