Moai - Die Thor Heyerdahl Experimente

Moai - Die Thor Heyerdahl Experimente


Wie wurden die Moai´s erstellt, transportiert und aufgestellt?


Moai - FabrikImmer wieder ist zu lesen, es sei den Menschen ein Rätsel, wie die Moai´s auf der Osterinsel erstellt, transportiert und aufgestellt werden konnten. Dabei haben praktische Versuche während der Archäologischen Forschungsarbeiten von Thor Heyerdahl im Jahre 1955 / 56 bereits gezeigt, wie es funktioniert hat:

Thor Heyerdahl hatte während seiner Expedition 1955 / 56 auch immer wieder die Ureinwohner für Helferarbeiten verpflichtet. In seinem Buch aku-aku – Das Geheimnis der Osterinsel beschreibt er, wie er sich durch seinen ewigen Berater Pedro Atan dazu inspirieren lässt, mithilfe der Insulaner Experimente mit und an den Moai´s durchzuführen. Dabei meinte Atan (der im Buch mehr oder weniger als Großmaul und Dummschwätzer dargestellt ist), er sei mit seinen drei Brüdern Langohr-Nachkommen in direkter Linie und nur die Langohren hätten das Wissen um die Herstellung, den Transport und das Aufstellen der Moai´s. 1955 - Thor Heyerdahl im Versuch, einen Moai aus Stein zu schlagen

Bei der Frage von Thor Heyerdahl an Pedro Atan, ob die Nachkommen der Langohren ihm einen Moai aus dem Rano Raraku Steinbruch schlagen könnten, erhielt er spontan die Antwort: "Kein Problem". Heyerdahl beschreibt die einleitende Zeremonie und das Singen von einem speziellen Bildhauerlied, das Einsammeln hunderter Steinmeißel und das Schärfen dieser Meißel mit wenigen Hieben. Im Steinbruch stimmten die sechs Steinmetze das Bildhauerlied an und fröhlich los ging es in einem rhythmischen "klack, klack, klack".

Nach drei Tagen ließ das Tempo der Steinmetze merklich nach und der Versuch wurde abgebrochen; nicht weil die Einheimischen sich vor einer unlösbaren Aufgabe sahen, sondern weil sie nicht geübt seien und sich ihre Hände zerschunden hatten. Theorie - Transport der Moai´sGeübte Steinmetze, so eine Hochrechnung Thor Heyerdahls und seiner Mannschaft, hätten für die Fertigung eines drei Meter langen Moai´s nicht länger als 15 Monate benötigt; größere Moai´s proportional länger. Auch das Glätten der Oberflächen sei kein Problem gewesen, nämlich mittels Bimssteinklötzen, die die alten Steinkünstler überall im Steinbruch hatten liegen lassen.

Auch der Transport eines 25 Tonnen schweren Moai´s ging erstaunlich einfach und war für die Einheimischen kein Problem. Der Familienoberhaupt der Langohren erzählte zunächst von einer Ypsilon Konstruktion aus Holz mit Querbalken, die wie ein Art Schlitten benutzt werden konnte. 1955 Versuch - Moai Transport mit 180 InsulanerIm Versuch jedoch konnten 180 Insulaner einen 25 Tonnen Koloss ..."wie eine Seifenkiste"... hinter sich her ziehen. In Heyerdahls Hochrechnung konnten bei einem proportionalen Anstieg der ziehenden Helfer auch größere Moai´s ohne Probleme an ihren Bestimmungsort bewegt werden. TOP

Und selbst das Aufstellen eines Moai´s war für die Langohrenbrüder und deren Helfer kein Problem. Innerhalb von nur 18 Tagen hatten lediglich 12 Osterinsulaner einen 25 Tonnen schweren Steinkoloss aufgestellt. Dem Aufstellen war, wie beim Anfertigen des Versuchs-Moai´s eine Zeremonie vorausgegangen. Thor Heyerdahl schreibt in seinem Buch: 1955 - Moai Aufstellen"Wir verstanden nur, dass der Refrain von einem Moai erzählte, der Kon-Tikis Befahl gemäß auf einem Ahu zu Anakena aufgestellt werden sollte. Die bestrickende Melodie unterschied sich völlig vom Lied der Bildhauer; der Rhythmus war mitreißend."

Als Hilfsmittel benötigten die Insulaner lediglich drei lange Holzstämme, Taue und jede Menge kleiner Kiesel und größerer Natursteine. Die Hebel wurden unter dem am Boden liegenden Moai geschoben, je 4 Mann hängten sich am Ende eines jeden Hebels und der Anführer legte Millimeter um Millimeter erst kleine, dann größere und dann große Steine unter dem sich hebenden Moai. Heyerdahl schreibt in seinem Buch: "Aber das Unmerkliche wurde zu Millimetern, die Millimeter zu Zentimetern und die Zentimeter schließlich zu einem halben Meter." Am 18. Tag hatten die Männer schließlich den Koloss aufgestellt, und das, ohne größere Mühe.

Der wiederaufgerichtete Moai (Ahu Ature Huki) steht seither in der Anakena-Bucht in Sichtweite der Ahu-Anlage Nau Nau. Die Anakena-Bucht war 1955 / 56 auch Standort des Heyerdahl-Lagers und ist die schönste Bucht der ganzen Osterinsel. Hier in dieser Bucht soll auch der Gründervater aller Rapa Nui "König Hotu Matuá" mit seinem Gefolge gelandet sein. An der Ahu-Anlage Nau Nau hat der Archäologe Sergio A. Rapu 1978 das berühmte Moai-Auge aus weißem Korallengestein gefunden. TOP

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