Rano Kau - Religiöses Zentrum der Make-Make Verehrung und des Vogelmann-Kultes

Rano Kau - Religiöses Zentrum der Make-Make Verehrung und des Vogelmann-Kultes


Rano Kau


Rano Kau mit der Orongo-KultstätteLage Rano KauDer Rano Kau ist einer von drei Vulkanen aus der die Osterinsel entstanden ist. Während sich der Poike-Vulkan im Osten vor rund 2,5 Millionen Jahren aus dem Meer erhob, durchbrach der Rano Kau 20 Kilometer weiter westlich vor rund einer Million Jahre die Meeresoberfläche. Erst der Vulkan Terevaka im Norden, verband vor rund 250.000 Jahren die beiden Vulkane Poike und Rano Kau zur heutigen Osterinsel.

Während der Terevaka-Vulkankegel mit rund 520 Meter die höchste Erhebung auf der Insel ist, misst der Rano Kau an seiner höchsten Stelle rund 320 Meter. Der etwa 1,6 Kilometer und rund 200 tiefe Gipfelkrater ist an der Südwestseite abgebrochen und fällt zur Seeseite rund 300 Meter fast senkrecht in den Pazifik. An der Südspitze vor dem Rano Kau befinden sich die drei Felseninseln Motu Nui, Motu Iti und Motu Kao Kao. Man nimmt an, dass diese Felsen übrig gebliebene Reste des weggebrochenen Rano Kau Vulkans sind.

Der östlich von Hanga Roa gelegene Steinbruch Puna Pau war ursprünglich ein Nebenkrater des Rano Kau. In diesem Steinbruch wurden in früheren Jahrhunderten die roten Pukao´s, also die Hüte (oder Haarschöpfe) der Moai´s hergestellt. Noch heute liegen im/am Puna Pau rund 30 dieser Pukao´s. Ansonsten ist der Puna Pau weitgehend mit Gras zu gewuchert und als Nebenkrater so gut wie nicht mehr zu erkennen.

Im Gipfelkrater des Rano Kau befindet sich ein mit Süßwasser gefüllter See, der allerdings weitgehend versandet und mit der Süßwasser-Schilfpflanze Totora zu gewuchert ist. Dieser See diente den Ureinwohnern in früheren Jahrhunderten als Süßwasserquelle. Die Totora Schilfpflanze stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde, wie in Südamerika auch, zum Bau von Schilfbooten und Schwimmhilfen, aber auch Dachbedeckung genutzt.

runde Steinhäuser auf dem Rano Kau Auf dem Rano Kau befand sich eines der bedeutendsten Kulturstätten der Osterinsel, die sich Orongo nennt. Im Orongo-Dorf befinden sich etwa 70 oval runde Steinhäuser, von denen rund 50 restauriert sind. Diese Steinhäuser sind anders als die Paenga-Häuser ausschließlich aus Steinplatten gefertigt und messen zwischen 6 und 16 Meter. Allgemein wird gesagt, diese Steinhäuser seien die Wohnhäuser der Hohepriester während der Vogelmann-Zeremonien gewesen.

Die Häuser sind (mit zwei Ausnahmen) oval rund mit einer Länge von 6 bis 16 Meter, Breite von bis zu 2,80 Meter und eine Innenraumhöhe von rund 1,40 Meter. Sämtliche Häuser wurden ohne Fenster gebaut, die Eingänge bestehen aus tunnelartigen Durchgängen in einer Größe von etwa 50 x 50 Zentimeter. Zumeist haben diese Häuser lediglich einen Raum, hin und wieder aber auch noch einen kleinen Nebenraum. In einigen der Häuser waren an der Rückseite der Innenräume Steinplatten eingelassen, die bemalt waren, heute leider stark verwittert oder gestohlen sind. Einzelne Originale wurden vom örtlichen Museum gesichert und können teilweise auch besichtigt werden. TOP

Moai aus dem Steinhaus R-13Immer wieder ist zu lesen, dass die Bedeutung des Orongo-Kultplatzes auf dem Rano Kau erst im 16. und 17. Jahrhundert zugenommen und den Moai-Kult mehr oder weniger abgelöst hat. Betrachtet man aber die Gesamtheit aller Hinterlassenschaften der Rapa Nui am Rano Kau Berg, so erscheint dies doch eher unwahrscheinlich. So hat beispielsweise der Archäologe Edwin Ferdon eine Steinsetzung mit Löchern freigelegt, die er als ein frühes Observatorium identifizieren konnte. In diesen Löchern wurden Schattenstäbe eingeklemmt und damit konnte die Sommer- und Wintersonnenwende ermittelt werden. 1956 hat das Team von Thor Heyerdahl zwei kleinere Ahu-Anlagen (allerdings ohne Moai´s) entdeckt. Im Britischen Museum steht (nach Meinung vieler Archäologen) der Ur-Vater aller Moai´s (Hoa-haka-nana-ia). Er wurde 1868 vom britischen Arzt Palmer im Steinhaus Nr. R-13 gefunden und nach England verschifft. Zeichnung eines Tottoos eines Rapa Nui, das die Fortschaffung des Moai zeigtDieser Moai ist 2,30 Meter groß, rund 4 Tonnen schwer und (im Gegensatz zu den meisten anderen Moai´s) aus hartem Basaltgestein. Der "Hoa-haka-nana-ia" ist auch der einzige Moai, der am Rücken mit Vogelmann-Petroglyphen verziert ist ***. Dieses Ereignis war für die Insulaner so einschneidend, dass sich zu mindestens ein Rapanui ein Tattoo darüber hat anfertigen lassen. Die hier gezeigte Zeichnung wurde 1899 von Hjalmar Stolpe (Tätowierung der Oster-Insulaner) veröffentlicht. *** = Es gibt ähnlich "wichtige" Moais, und zwar die sieben Meter großen Maois "RR-001-156" sowie "RR-001-157" im Vulkankegel des Rano Raraku, die, wie der Hoa-haka-nana-ia einen dreilinigen Gürtel haben und auch mit Petroglyphen verziert sind, allerdings keine Vogelmann-Motive. TOP

Petroglyphen auf dem Rano KauPetroglyphen auf dem Rano KauNoch beeindruckender sind allerdings die vielen Petroglyphen am Berg des Rano Kau. Auf mehr als 50 Felsblöcken sind über 200 Darstellungen unterschiedlichster Motive eingeschlagen. Während viele der rund 5000 Petroglyphen auf der Insel nur als Einritzungen dargestellt sind, wurden viele dieser Petroglyphen dreidimensional aus dem Fels hervorgehoben. Forscher schätzen, dass hier wegen der Gleichförmigkeit der Abbildungen eine bestimmte Handwerker- oder vielleicht auch Priesterkaste am Werk gewesen sein muss. Die häufigsten Motive sind Darstellungen vom Vogelmann oder vom Schöpfergott Make-Make, dann folgen weitere Vogel-Darstellungen, Meerestiere wie der Wale, Tunfische oder Schildkröten. Es finden sich Ao-Tanzpaddel und Motive die nicht zu identifizieren sind. TOP

Der Orongo-Kultplatz am Rano Kau ist heute eines der wichtigsten Touristenziele auf der Osterinsel. Die Kultstätte liegt etwa 8 Kilometer von Hanga Roa entfernt. Eine gut ausgebaute Asphaltstraße führt PKW-Fahrer bis zu einem naheliegenden Parkplatz. Das Conaf-Büro am Fuß des Rano KauDas Conaf-Büro am Fuß des Rano KauDer weitere Zugang zum Orongo-Kultplatz ist ebenso asphal- tiert. Wer zur Kultstätte möchte und sich am Flughafen noch keine Eintrittskarte (Zugang zum Nationalpark -Stand 2013- = 60 $) gelöst hat, kann diese am Fuße des Rano Kau (im Conaf-Büro) erwerben. Diese Karte erlaubt dann den Zugang zu allen Sehenswürdigkeiten auf der gesamten Insel. Das bedeutet allerdings nicht, dass man auf den Moai und den Anlagen herumklettern darf. Durch die Vielzahl der Besucher wird heute versucht, die Kultstätten durch Abgrenzungen zu schützen. Inseln vor dem Rano Kau VulkanSie sollten sich den Aufstieg zum Oronog-Kultplatz gönnen, denn von hier aus haben Sie einen fantastischen Ausblick auf den Pazifischen Ozean und auf die vorgelagerten Felseninseln Moto Nui, Motu Iti und Motu Kao Kao. TOP

König Hotu Matua am Kraterrand des Rano KauDer Legende nach soll sich der Gründer-König "Hotu Matuá" in den letzten Jahren seines Lebens am östlichen Abhang des Rano-Kau-Kraters aufgehalten haben. Diese Stelle nennt sich "Vai Atare", wird allerdings von den Touristen weniger beachtet. Die Legende besagt: Als König Hotu Matuá im hohen Alter bemerkte dass er nicht mehr lange leben würde, ging er zur schmalen Orongo Klippe an der Südwestspitze der Insel und blickte gen Westen in seine ursprüngliche Heimat. Hotu Matuá soll in einem Königsgrab bei Akahanga beigesetzt worden sein.

An der westlichen Seite der Zufahrtsstraße steht eine Säule die von den Insulanern "Mare Hono" genannt wird. Diese Säule soll eines der letzten Hinterlassenschaften Hotu Matuás sein. Archäologen fanden an dieser Stelle auch Reste von Paenga-Häuser. In den 1990er Jahren gab es um diese Region eine große Aufregung unter den Insulanern. Die chilenische Regierung wollte hier ursprünglich einen Leuchtturm aufstellen. TOP

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