Die Poike-Halbinsel im Osten der Osterinsel

Die Poike-Halbinsel im Osten der Osterinsel


Poike Halbinsel


Poike Halbinsel Die geologisch älteste Region der Osterinsel ist die Poike-Halbinsel im Osten. Die Osterinsel entstand nämlich aus drei verschiedenen Vulkanen, die sich im Laufe von 2,5 Millionen Jahren aus dem drei Kilometer tief liegenden Meeresboden erhoben. Der Poike-Vulkan wie gesagt, durchbrach die Meeresoberfläche vor etwa 2,5 Millionen Jahren. Vor rund einer Million Jahren durchbrach der Vulkan Rano Kau rund 20 Kilometer weiter westlich den Pazifik. Beide Vulkankegel wurden vor rund 250.000 tausend Jahren durch den Vulkan "Terevaka" im Nordwesten miteinander verbunden.

Im Gegensatz zur übrigen Insel ist die Poike-Halbinsel nicht mit Lava-Felsblöcken übersäht und auch nicht so felsig. Das liegt einerseits an seinem Alter, andererseits auch daran, dass der Boden der Halbinsel in früheren Jahrhunderten intensiv bewirtschaftet wurde und dadurch sicherlich die Felsbrocken zur Seite geschafft wurden. Man sagt auch, dass in früheren Jahrhunderten die so genannten "Langohren" (die geistige Elite) ihre Residenz auf dieser Halbinsel hatten. So hat Thor Heyerdahl im Jahre 1955 bei Ausgrabungsarbeiten einen zwei Kilometer langen, vier Meter tiefen und 12 Meter breiten Schutzgraben (den Poike- oder Ikos-Graben) gefunden, der den Langohren als Schutzwall gedient haben muss.

Die Halbinsel ist etwa fünf Kilometer lang und rund vier Kilometer breit. Während die gesamte Insel geradezu mit Sehenswürdigkeiten übersäht ist, ist direkt auf der Halbinsel relativ wenig zu finden. Noch vor der Halbinsel in der Hotu-iti-bucht befindet sich an der südlichen Küste die mit Abstand größte Zeremonie-Anlage Tongariki. Die Ahu-Anlage Tongariki ist rund 150 Meter lang und ist mit 15 Moai´s bestückt. Rund um diese Anlage soll es den größten Ort der Insel gegeben haben (heute ist davon nichts mehr zu sehen).

Die Poike-Halbinsel selbst ist eingezäunt, denn dort befindet sich eine Rinderfarm. Öffentliche Straßen gibt es auf der Halbinsel nicht, es ist aber nicht verboten, durch das Gatter zu den wenigen Sehenswürdigkeiten zu laufen.

Poike: Maunga Puakatiki mit den drei kleinen ErhebungenSofern Sie Zeit haben und Ruhe suchen und gerne in Abgeschiedenheit wandern, dann wählen Sie die Poike-Halbinsel einmal zu Ihrem Ausflugsziel, denn hier her verirren sich die wenigsten. Der höchste Punkt auf der Halbinsel bildet der Maunga Puakatiki. Diese Erhebung ist 370 Meter hoch und hat noch einen trockenen Krater von 80 Meter Durchmesser und sieben Meter Tiefe. Um die Erosion zu stoppen wurde von der chilenischen Forstverwaltung dort oben ein kleiner Eukalyptuswald angelegt.

Die Unterschrift(en) der Rapa Nui unter den Vertrag der Spanier im Jahre 1770Im Auslauf des Maunga Puakatiki erheben sich drei Nebenkrater aus Trachyt, und zwar: Maunga Parehe (225 Meter), Maunga Tea Tea (279 Meter) sowie Maunga Vai A Heva (280 Meter). Auf jedem dieser drei Erhebungen hat der spanische Kapitän Felipe González Ahedo am 10.10.1770 jeweils ein Holzkreuz errichten lassen und damit die Osterinsel für Spanien in Besitz genommen. Er taufte die Insel in einer feierlichen Proklamation auf den Namen "San Carlos". Die neugierigen Rapa Nui schauten dem Treiben der Fremden interessiert zu und freuten sich, als die Arikis in dieser Zeremonie mit einbezogen wurden. Vai A Heva - der gemeißelte SteinSie durften auf einer ihnen vorgelegten Urkunde ihre Zeichen setzen. Damit hatten die Inselbewohner ihre Insel an Spanien abgetreten; die Spanier haben ihr verbrieftes "Recht" allerdings niemals in Anspruch genommen.

Wanderer finden auf der Nordseite der Halbinsel eine Felsformation die von den Einheimischen "Vai A Heva" oder auch "Roca Tallada" genannt wird. Um eine Felsöffnung in der sich Regenwasser sammelt, haben die Ureinwohner einst ein Gesicht geformt. Die Mundöffnung, über die Thor Heyerdahl auch in seinem Buch "aku-aku" berichtet hat ist so groß, dass sich darin ein Mensch verstecken kann. "Roca Tallada" heißt bei den Rapa Nui übersetzt etwa "der gemeißelte Stein".

Papa Ui Hetu´uPetroglyphen auf dem Papa Ui Hetu'uAuf der nordöstlichen Seite der Halbinsel befindet sich noch ein unscheinbarer aber interessanter Platz, und zwar der so genannte "Papa Ui Hetu´u", wo viele Petroglyphen am Felsgestein angebracht sind, darunter 40 Fischhaken. Von hier aus sollen einst die Vorfahren der Insulaner die Sterne beobachtet haben.

Am nördlichen Küstenrand der Poike-Halbinsel befindet sich die bekannteste Sehenswürdigkeit der Poike-Halbinsel, nämlich die so genannte Jungfrauenhöhle "Ana O Keke". In dieser Höhle sollen in früheren Jahrhunderten junge Mädchen wochen- oder monatelang in vollkommener Dunkelheit gelebt haben, damit sie während der Vogelmann-Prozession am Rano Kau als möglichst weißhäutige Wesen präsentiert werden konnten.

Eingang JungfrauenhöhleDie Jungfrauenhöhle liegt am Steilhang der Nordküste, etwa 150 bis 200 Meter oberhalb der Meeresoberfläche und sollte nur von Menschen besichtigt werden, die trittfest sind und keine Höhenangst haben. Der Weg zur Höhle ist weder befestigt noch für Touristen abgesichert, ein Sturz in die Tiefe könnte tödlich enden. Der Eingang zur Höhle ist relativ niedrig und zumeist mit feucht schlammigen Erdreich umgeben. Wer in die Höhle möchte, muss schon hineinkriechen oder sich mit akrobatischen Küsten auf Händen und stehenden Füßen hinein hangeln.

Gravuren in der JungfrauenhöhleDie Höhle soll insgesamt rund 350 Meter lang sein. Wer zur eigentlichen Grotte (ein kleiner dunkler Raum mit schlechter Luft) der Jungfrauchen möchte, sollte erstens schlank und rank sein, zweitens keine Angstphobien haben und drittens sich auf einen schlammigen Kriechparkur einstellen. Zu den hinteren Höhlenräumen gelangt man nämlich nur, wenn man zwei ganz enge Passagen überwunden hat. Bei einer Passage liegt der Fels sehr tief, bei der anderen handelt es sich um einen langen sehr engen Tunnel, durch den man sich nur durchrobben kann.

Im vorderen Bereich befinden sich interessante Gravuren von der Vegetation, Werkzeug oder andere Zeichen. Außer ihrem Namen und der mystischen Vergangenheit hat die Höhle für den durchschnittlichen Touristen relativ wenig zu bieten. Sofern Sie die Höhle besichtigen möchten, nehmen Sie eine gute Taschenlampe mit frischen Batterien mit. Gehen Sie auf keinen Fall ohne Begleitung tiefer in die Höhle.

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