Die Poike-Halbinsel im Osten der Osterinsel

Die Poike-Halbinsel im Osten der Osterinsel


Poike Halbinsel


Poike Halbinsel Die geologisch älteste Region der Osterinsel ist die Poike-Halbinsel im Osten. Die Osterinsel entstand nämlich aus drei verschiedenen Vulkanen, die sich im Laufe von 2,5 Millionen Jahren aus dem drei Kilometer tief liegenden Meeresboden erhoben. Der Poike-Vulkan wie gesagt, durchbrach die Meeresoberfläche vor etwa 2,5 Millionen Jahren. Vor rund einer Million Jahren durchbrach der Vulkan Rano Kau rund 20 Kilometer weiter westlich den Pazifik. Beide Vulkankegel wurden vor rund 250.000 tausend Jahren durch den Vulkan "Terevaka" im Nordwesten miteinander verbunden.

Im Gegensatz zur übrigen Insel ist die Poike-Halbinsel nicht mit Lava-Felsblöcken übersäht und auch nicht so felsig. Das liegt einerseits an seinem Alter, andererseits auch daran, dass der Boden der Halbinsel in früheren Jahrhunderten intensiv bewirtschaftet wurde und dadurch sicherlich auch das herumliegende Felsgestein zur Seite geschafft wurde.
Schon die Rapa-Nui im 18. und 19. Jahrhundert berichteten den ersten Forschern, dass in früheren Jahrhunderten die so genannten "Langohren" (die geistige Elite) ihre Residenz auf dieser Halbinsel hatten. Im 17. Jahrhundert soll es große Konflikte zwischen den "Langohren" und den "Kurzohren" gegeben haben, in deren Verlauf die Elite versucht hat, sich vor der einfachen Bevölkerung zu schützen. Durch den exzessiven Bau immer größer werdenden Moai und Ahu-Anlagen hatte die Elite nicht darauf geachtet, dass dadurch auch sämtliche Ressourcen (komplette Abholzung der Insel, verbunden mit Erosion des Erdbodens, wenig Wasser, Hungersnöte usw.) aufgebraucht worden waren und die Bevölkerung ihren gewohnten Lebensstandard verlassen mussten. So hat Thor Heyerdahl im Jahre 1955 bei Ausgrabungsarbeiten einen zwei Kilometer langen, vier Meter tiefen und 12 Meter breiten Schutzgraben (den Poike- oder Ikos-Graben) gefunden, der den Langohren als Schutzwall gedient haben soll. TOP

Nordküste Ahu Mahatua Poike-Halbinsel mit dem Jungfrauenbrunnen Poike-Halbinsel mit den Ritualhöhlen Ana More Mata Puku und Ana O Keke
Poike-Graben Poike-Halbinsel mit der Erhebung Puakatiki Poike-Halbinsel - Erusion und Anpflanzungen
Vor der Poike-Halbinsel mit der Ahu-Anlage Tongariki Poike-Halbinsel, darunter der Felsen Marotiri Poike-Halbinsel - Erusion und Anpflanzungen
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Die Halbinsel ist etwa fünf Kilometer lang und rund vier Kilometer breit. Während der übrige Teil der gesamten Osterinsel geradezu mit Sehenswürdigkeiten übersäht ist, ist direkt auf der Halbinsel relativ wenig zu finden.
An der Nordküste, noch vor der Poike-Halbinsel, finden sich die Ahu-Anlage "Mahatua" sowie die "Trompete des Hiro". Die Trompete des Hiro ist eigentlich nur ein vom Meerwasser rund gewaschener Stein mit heraus gewaschenen Löchern, die im ewigen Wind Töne hervorbringen. Die Ahu-Anlage Mahatua ist eine mächtige Ahu-Ruine, die den früheren Rapa-Nui als Grabanlage diente. An der südlichen Küste, noch vor der Poike-Halbinsel – in der Hotu-iti-Bucht, befindet sich die größte Ahu-Anlage der Osterinsel. Sie heißt "Tongariki", soll ursprünglich rd. 250 Meter breit gewesen sein, wurde 1960 durch einen Tsunami komplett auseinander gerissen und 1994/1995 von Japanern auf rd. 150 Meter Breite wieder aufgebaut. Auf ihr stehen heute 15 Moai.

Die Poike-Halbinsel selbst ist eingezäunt, denn dort befindet sich eine Rinderfarm. Eine teils asphaltierte Straße führt (etwa) entlang des ehemaligen Poike-Grabens (siehe Karte). Direkt auf der Halbinsel gibt es keine öffentlichen Straßen, es ist aber nicht verboten, durch das Gatter zu den wenigen Sehenswürdigkeiten zu laufen.

Poike: Maunga Puakatiki mit den drei kleinen ErhebungenSofern Sie Zeit haben und Ruhe suchen und gerne in Abgeschiedenheit wandern, dann wählen Sie die Poike-Halbinsel einmal zu Ihrem Ausflugsziel, denn hier her verirren sich die wenigsten. Der höchste Punkt auf der Halbinsel bildet der Maunga Puakatiki. Diese Erhebung ist 370 Meter hoch und hat noch einen trockenen Krater von 80 Meter Durchmesser und sieben Meter Tiefe. Um die Erosion zu stoppen wurde von der chilenischen Forstverwaltung dort oben ein kleiner Eukalyptuswald angelegt. TOP

Die Unterschrift(en) der Rapa Nui unter den Vertrag der Spanier im Jahre 1770Im Auslauf des Maunga Puakatiki erheben sich drei Nebenkrater aus Trachyt, und zwar: Maunga Parehe (225 Meter), Maunga Tea Tea (279 Meter) sowie Maunga Vai A Heva (280 Meter). Auf jedem dieser drei Erhebungen hat der spanische Kapitän Felipe González Ahedo am 10.10.1770 jeweils ein Holzkreuz errichten lassen und damit die Osterinsel für Spanien in Besitz genommen. Er taufte die Insel in einer feierlichen Proklamation auf den Namen "San Carlos". Die neugierigen Rapa Nui schauten dem Treiben der Fremden interessiert zu und freuten sich, als die Arikis in dieser Zeremonie mit einbezogen wurden. Vai A Heva - der gemeißelte SteinSie durften auf einer ihnen vorgelegten Urkunde ihre Zeichen setzen. Damit hatten die Inselbewohner ihre Insel an Spanien abgetreten; die Spanier haben ihr verbrieftes "Recht" allerdings niemals in Anspruch genommen.

Wanderer finden an der südlichen Seite des größten der drei Nebenkrater "Maunga Vai A Heva" eine Felsformation die von den Einheimischen "Vai A Heva" oder auch "Roca Tallada = der gemeißelte Stein" genannt wird. Um eine, etwa zwei Meter breite und auch wohl zwei Meter tiefe Felsöffnung, haben die frühen Rapanui einst ein Gesicht geformt. In dieser Öffnung sammelt sich regelmäßig Regenwasser. Dieses Naturbecken wird wegen seiner relativen Nähe zu den Ritualhöhlen Ana O Keke (Jungfrauenhöhle) und Ana More Mata Puku (Neru-Höhle der Jünglinge) auch "Jungfrauenbrunnen" genannt. Die Mundöffnung, über die Thor Heyerdahl auch in seinem Buch "aku-aku" berichtet hat ist so groß, dass sich darin ein Mensch verstecken kann. TOP

Papa Ui Hetu´uPetroglyphen auf dem Papa Ui Hetu'uAuf der nordöstlichen Seite der Halbinsel befindet sich noch ein unscheinbarer aber interessanter Platz, und zwar der so genannte "Papa Ui Hetu´u". Hier sind im Felsgestein viele Petroglyphen eingeschlagen, darunter 40 Fischhaken. Von hier aus sollen einst die Rapa-Nui die Sterne beobachtet haben.

Am nördlichen Küstenrand der Poike-Halbinsel befindet sich die bekannteste Sehenswürdigkeit der Poike-Halbinsel, nämlich die so genannte Jungfrauenhöhle "Ana O Keke". In dieser Höhle sollen in früheren Jahrhunderten junge Mädchen wochen- oder monatelang in vollkommener Dunkelheit gelebt haben, damit sie während der Vogelmann-Prozession am Rano Kau als möglichst weißhäutige Wesen präsentiert werden konnten.

Eingang JungfrauenhöhleDie Jungfrauenhöhle liegt am Steilhang der Nordküste, etwa 90 Meter oberhalb der Meeresoberfläche und sollte nur von Menschen besichtigt werden, die trittfest sind und keine Höhenangst haben. Der Weg zur Höhle ist weder befestigt noch für Touristen abgesichert, ein Sturz in die Tiefe könnte tödlich enden. Der Eingang zur Höhle ist relativ niedrig und zumeist mit feucht schlammigen Erdreich umgeben. Wer in die Höhle möchte, muss schon hineinkriechen oder sich mit akrobatischen Küsten auf Händen und stehenden Füßen hinein hangeln. TOP

Gravuren in der JungfrauenhöhleDie Höhle soll insgesamt rund 350 Meter lang sein. Wer zur eigentlichen Grotte (ein kleiner dunkler Raum mit schlechter Luft) der Jungfrauchen möchte, sollte erstens schlank und rank sein, zweitens keine Angstphobien haben und drittens sich auf einen schlammigen Kriechparkur einstellen. Zu den hinteren Höhlenräumen gelangt man nämlich nur, wenn man zwei ganz enge Passagen überwunden hat. Bei einer Passage liegt der Fels sehr tief, bei der anderen handelt es sich um einen langen sehr engen Tunnel, durch den man sich nur durchrobben kann.

Im vorderen Bereich befinden sich interessante Gravuren von der Vegetation, Werkzeug oder andere Zeichen. Außer ihrem Namen und der mystischen Vergangenheit hat die Höhle für den durchschnittlichen Touristen relativ wenig zu bieten. Sofern Sie die Höhle besichtigen möchten, nehmen Sie eine gute Taschenlampe mit frischen Batterien mit. Gehen Sie auf keinen Fall ohne Begleitung tiefer in die Höhle.

Höhle der JünglingeSchaut man vom Höhlenausgang weiter nach Westen, sieht man in der Ferne die Nordküste der Osterinsel, an der auch der Sandstrand von Anakena liegt. Behält man die gleiche Blickrichtung, schaut aber lediglich nach unten, so liegt in 60 Meter Entfernung (10 Meter oberhalb des Meeresspiegels) eine weitere Höhle, nämlich die Neru-Höhle der Jünglinge "Ana More Mata Puku". In dieser Höhle sollen zum Zeitpunkt des Vogelmann-Kultes ausgewählte Jünglinge in absoluter Dunkelheit gehalten worden sein, um auf entsprechende Ritualhandlungen während der jährlichen Vogelmann-Wahl vorbereitet zu werden.
Im Gegensatz zur Ana O Keke Höhle handelt es sich bei dieser Höhle lediglich um eine, vom Felsgestein überragende, Ausbuchtung von 6 Meter Breite und 6 Meter Tiefe. Nach hinten verjüngt sich die Höhle auf gut 3,25 Meter, die Deckenhöhe beträgt zwischen 1,30 Meter und 1,50 Meter. Außer einige aufgereihte glatt-runde Steine auf den Höhlenboden sowie einige grobe Felsritzungen an der rechten Höhlenwand, gibt es hier nichts zu sehen.
Der Abstieg zur Höhle der Jünglinge sollte nicht ohne einen erfahrenden Führer vorgenommen werden.
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