Die Rongorongo Tafel - D - "échancrée"

Die Rongorongo Tafel - D - "échancrée"


Die Rongorongo Tafel - D - "échancrée" bekannt seit 1868

siehe auch die Fachseiten von Dr. Thomas Barthel
04. - D Tablette échancrée

Schnur aus Menschenhaar bei der Rongorongo Tafel D Größe: 241x121x26 mm
Material: Podocarpus latifolius
Linien: 7+6
Zeichen: 270
Ort: Musée de Papeete, Tahiti

Die Tafel échancrée hat eine Größe von etwa 25 x 13 cm. Laut Th. Barthel handelt es sich um ein Brettchen mit starken Beschädigungen an den ausgebrochenen Schmalseiten und kerbenartigen Verletzungen der Schriftflächen. Das Holz stammt von der Steineibe - Podocarpus latifolia. Wie das Holz des in Südafrika heimischen Baumes auf die Osterinsel kam, ist nicht bekannt. Steven Fischer meint, es sei ein Teil einer Bootsplanke eines europäischen Schiffes gewesen.

Einschließlich der beschädigten Formen sind noch ca. 270 Elemente zu erkennen. Laut Steven Fischer zeigt die Seite a fachmännisch geschnittene (kleine feine) Schriftzeichen, die Seite b dagegen mehr größere, gröbere Schriftzeichen. Fischer meint, die Texte a und b seien deshalb von verschiedenen Autoren verfasst worden.

Aus Bischof Jaussens Aufzeichnungen geht hervor, dass diese Tafel mit einer 16 Meter langen Schnur aus Menschenhaar dicht umwickelt war, die tiefe Kerben im Holz hinterlassen hat. Jaussen: Die Schnur sei vermutlich eine Angelschnur, die Tafel D könnte zuletzt als Angelrolle genutzt worden sein.

Thomas Barthel schreibt, die Rongorongo-Tafel D wurde in der Literatur wegen seines schlechten Zustandes gewöhnlich als Tablette échancrée bezeichnet, eine Namensgebung, die gelegentlich zu Verwechselungen mit dem Exemplar B geführt hat. In den Jaussen Aufzeichnungen ist die Tafel nicht näher benannt. Walter Lehmann nannte sie in seinen Notizen 1917 nach ihrem Entdecker Gaspard Zumbohmsche Tafel, Thomson nach den Anfangsworten von Ure-Vaeikos Gesang – Ka-ihiuga.

Die Tafel "échancrée" ist eines von sieben Tafeln ("A", "B", "C", "D", "E", "F" und "P"), die zwischen 1868 und 1871 in den Besitz von Bischof Jaussen (Tahiti) gelangten. Wann welche Tafeln Bischof Jaussen übergeben wurden, sind sich die Quellen nicht ganz einig. Thomas Barthel schreibt: Nachdem Jaussen ein Tafelfragment (wahrscheinlich 1868, Fragment "F") übergeben wurde und er den Wert der Schriftzeichen erkannte, habe er 1868 die auf der Osterinsel tätigen Missionare veranlasst, zu bergen, was noch zu retten sei. Pater Rousell schickte ihm noch im Jahr 1868 die Tafeln "A", "B", "C", "E" und "P", die wohl im Jahr 1866 von Pater Gaspard Zumbohm eingesammelt worden waren, nach Tahiti. Die letzte Tafel "D" wurde Bischof Jaussen vermutlich 1871 von Pater Zumbohm übergegen, als dieser mit rd. 200 Rapanui von der Osterinsel nach Tahiti emigrieren musste.

Laut Th. Barthel gelangte die Tafel échancrée als erstes Schriftdenkmal der Osterinsel in europäische Hände und wurde von Pater Zumbohm nach Tahiti zum Bischof Jaussen gebracht. Barthel bezieht sich dabei auf eine Notiz Jaussens der sich dabei auf das Jahr 1869 bezieht. Barthel bezweifelt deshalb dessen Korrektheit, weil diese Tafel (und auch andere Tafeln - s.o.) Bischof Jaussen bereits im Jahre 1868 (durch Pater Roussel?) zugeschickt wurde. Die Tafel befindet sich im ständigen Besitz des Congregazione dei Sacri Cuori, Rome, wurde aber 1997 an das Musée de Tahiti et des Îles auf Tahiti ausgeliehen.  TOP

Rongorongo Tafel D - échancrée - Abzeichnung

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