aku aku - die persönlichen Geister der Osterinsulaner

aku aku - die persönlichen Geister der Osterinsulaner


aku aku - die persönlichen Geister der Osterinsulaner


Moai Kavakava als Schutz vor aku-aku-hausgeisterAku-Aku-Geister? - Schutz boten die Moai KavakavaIm Glauben der Rapa Nui ganz tief verwurzelt waren die Existenz von Naturgöttern, die so genannten "Aku Akus". So wie die westliche Welt gerne von "Schutzengel" spricht oder den Freitag den 13. beklagt, so selbstverständlich war es für die Rapa Nui, dass sich auf der Insel Aku Akus aufhalten; der norwegische Abenteurer und Forscher Thor Heyerdahl widmet den Aku Akus mit "aku-aku - Das Geheimnis der Osterinsel", ein ganzes Buch.

Aku Aku Darstellung an der Ahu-Anlage Ra'ai

Thor Heyerdahl leitete 1955/56 eine Expedition auf der Osterinsel und er beschreibt, dass die Insulaner selbst zu dieser Zeit noch einen Heiden Respekt vor diesen Geistern hatten. Die Insulaner wagten nicht, sich in der Nacht alleine über die Insel zu bewegen und fürchteten, mit Tabus belegte Regionen oder Gegenstände zu betreten oder gar wegzunehmen.

Der Schweizer Ethnologe Alfred Métraux schreibt in seinem Buch "Die Osterinsel", die Volkskunde sei überreich an Geschichten über "tatane", eine Umschreibung für Aku Aku und nach Meinung Métrauxs eine Ableitung vom französischen "Satan". Die am meisten gefürchteten Geister erscheinen in der Form halbverwester Leichname: die Nasenflügel sind hochgezogen und der Mund ist fleischlos. Unter der eingetrockneten haut treten die Rippen hervor; das hakenförmige Brustbein scheint den Bauch zu bedrohen, dem die Eingeweide fehlen.

moai kavakava als Schutz vor aku-akusmoai kavakava - als aku-aku-schutz in den WohnhöhlenDie Aku-Aku-Geister von denen die Mythen auf der Osterinsel erzählen, trugen oft menschliche Züge und viele waren dem Menschen auch wohlgesonnen. Sie konnten heiraten, Kinderzeugen, leiden und auch sterben. Sie konnten dem Menschen in verschiedenen Formen wie erscheinen, wie beispielsweise als Tiere, Bäume, Sträucher, Steine oder andere Gestalten. Die Ureinwohner schrieben diesen Dämonen oder "niedrigen Göttern" auch wichtige Erfindungen zu.

" So sollen die beiden weiblichen Dämonen "Eidechsenfrau" und "Meerschwalbenfrau" den Insulanern die Zubereitung der >pua<, des aus der >Curcuma< gewonnenen Farbstoffes gelehrt haben. Die ersten Angelhaken sollen von >Ure<, einer Art launischen, nicht näher fassbarem Kulturheros, geschnitzt worden sein. Ein Mythos berichtet, wie ein Feldbauer von einem Vogelgeist eine neue Art der Yams-Wurzel erhielt. ..."

Neben den gutgesinnte Aku-Akus gab es aber auch böse Dämonen die man zu fürchten hatte. Zu Anbeginn der Zeit hielten 30 Dämonen die Bewohner der Insel in Furcht und Schrecken. Die Einwohner wurden dann durch den Helden Raraku von ihnen in einem Anfall von rasendem Wahnsinn befreit, so die Legenden

Nichts und niemand konnte aber einen Insulaner davon abbringen, an die Existenz der Aku Akus zu glauben. Jeder war überzeugt davon, wenn man sich den Zorn eines Aku Akus zuzieht, dann kann dies mit dem Tode enden. Forscher und Reisende berichten immer wieder davon, dass es den Insulanern tatsächlich schlecht ging sobald sie meinten, sie hätten ein Tabu gebrochen und sich den Zorn eines Aku Akus zugezogen. In unserer modernen Welt erklärt man diese Gegebenheiten als psychosomatische Phänomene.

Nach Glauben der Ureinwohner hat jeder auf der Insel einen Aku Aku. Aku Akus wandern in den Hütten hin und her; Tiere haben einen Aku Aku, ja und selbst Steine, Bäume und andere Gegenstände haben Aku Akus. Um sich den Zorn dieser Geister nicht zuzuziehen, müssen sie (beispielsweise mit Nahrung) bei guter Laune gehalten werden, denn ein übel gelaunter Aku Aku bestraft, selbst bei einer unbeabsichtigten Überschreitung eines Tabus, sofort.

Die Insulaner waren fest davon überzeugt, dass die Aku Akus sich für andere unsichtbar machen, aber ihrem Eigentümer in jeder Gestalt erscheinen konnten. So konnten sie beispielsweise in Menschengestalt auftauchen, aber auch in Form von anderen Gegenständen bis hin zu Fliegen, Kakerlaken oder Krabben.

Gegen die Macht der bösen Aku Akus konnte man sich in einem gewissen Umfang schützen. Die bösen Aku Akus erschraken nämlich fürchterlich, wenn sie ihr eigenes Ebenbild erblickten, denn dann wurden sie ihrer Macht beraubt. Kavakava Figur als Schutz vor aku-aku-HausgeisterKavakava Figur als Schutz vor aku-aku-HausgeisterDies soll auch der Grund gewesen sein, warum die Ureinwohner in ihren Hütten die geschnitzten Moai Kavakava Figuren aufgehangen haben.

In den Berichten der ersten Missionare ist zu lesen, dass durch diesen Glauben allerdings auch die Ordnung auf der Osterinsel aufrechterhalten werden konnte. Als sie den Ureinwohnern nämlich erzählten, dass ihr neuer Gott im christlichen Glauben alle Sünden vergibt, stiegen die Diebstähle merklich an.

Alfred Métraux fand bei seiner Forschungsreise im Jahre 1934 heraus, dass nach Meinung der Insulaner die Aku Akus unterschiedlich mächtig sein konnten. Höher gestellte Aku Akus hatten sich die Insel aufgeteilt und wachten über die dort lebenden Bewohner. Diese konnten den Status eines Gottes erreichen, die anderen waren Geister und Dämonen, einige davon Geister von verstorbenen Ahnen. Die von Métraux befragten Insulaner konnten ihm eine Liste mit rund 100 Tatane oder AkuAkus aufzählen und dennoch sei die Liste in keiner Weise vollständig.

Die britische Forscherin Katherine Routledge stellte bei ihrer Expedition 1914/15 eine Liste von mehr als 90 Aku-Akus zusammen, jede mit ihrem Wohnsitz. Der Missionar Pater Sebastian Englert beschrieb alte Lieder, in denen Legenden erschienener Aku Akus besungen werden. Thor Heyerdahl beschrieb, dass nach Meinung der Insulaner die Aku Akus auch vererbt werden konnten und dass die neuere Generation der Menschen teilweise unter die ihnen aufgebürdete Last gelitten hat, denn immerzu musste der Aku Aku bei guter Laune gehalten werden. TOP

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