Bischof Etienne Jaussen - erste Versuche die Rongorongo Schrift zu entziffern

Bischof Etienne Jaussen - erste Versuche die Rongorongo Schrift zu entziffern


Bischof Etienne Jaussen - erste Versuche die Rongorongo Schrift zu entziffern


Bischof Etienne Jaussen aus TahitiDer Humanist und Sprachwissenschaftler Eitienne Jaussen, Bischof auf Tahiti war Amtsvorgesetzter der Missionare die im 19. Jahrhundert versuchten, die Rapanui auf der Osterinsel zum Christentum zu bekehren. Jaussen wurde am 15. Februar 1849 zum Apostolischen Vikar von Tahiti berufen und führte seine Amtsgeschäfte bis zum Jahre 1884. Während dieser Zeit nannte man ihn Tepano Jaussen, "Tepano" eine tahitische Aussprache für "Etienne". Jaussen kannte bei seiner Amtseinführung die Problematik der augenscheinlich wilden Osterinsulaner, waren doch Bischof E. Rouchouze 1843 mit 24 Mönchen und Nonnen bei ihrem Missionierungsversuch gescheitert und für immer verschollen.

Andererseits war Jaussen einer der führenden Köpfe als es darum ging, die Weltöffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass Sklavenjäger in den Jahren 1859 bis 1863 immer mehr Ureinwohner der Osterinsel zu den Guano-Abbauflächen (Chincha-Inseln - Peru) verschleppt hatten. Er forderte die Rückführung der Rapanui und hatte einen maßgeblichen Einfluss darauf, dass die peruanische Regierung letztlich die Freilassung der versklavten Rapanui anordnete.

Am 3. Januar 1864 schickte Bischof Jaussen den ehemaligen Laienprediger Pater Eygene Eyraud mit einem erneuten Missionierungsauftrag auf die Osterinsel. Aufgrund von immer heftiger werdenden Übergriffen der Insulaner musste Eyraud neun Monate später seinen Auftrag zunächst abbrechen, kam aber im März 1866 wieder und blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1868. Zur Unterstützung beorderte Jaussen den Missionar Hippolyte Roussel mit auf die Osterinsel, der nach einer 10-jährigen Missionarsarbeit auf den Gambier-Inseln die Sprache der Mangareva kannte, eine Sprache die der Sprache der Rapanui sehr nahe kommt. Außerdem beteiligten sich Kaspar Zumbohm und Theodore Escolan noch an der Missionarsarbeit; diese mussten jedoch am 20. Februar 1871 die Mission auf der Osterinsel aufgeben, weil der Tyrann Jean-Baptiste Dutrou-Bornier alle Rapanui von der Osterinsel in ein Getto nahe Hanga Roa vertrieben hatte und ihnen nun die gesamte Lebensgrundlage nehmen wollte.

Durch Pater Eygene Eyraud erfuhr Bischof Jaussen erstmalig im Jahre 1864 von den RongoRongo Schrifttafeln. Der 1866 zur Unterstützung entsandte Pater Zumbohm berichtete seinem Bischof auf Tahiti, dass die Eingeborenen auf der Insel ihre "Herdfeuer jetzt mit Rongo-Rongo Brettern heizen." Nachdem Jaussen 1868 in den Besitz eines Fragments (wahrscheinlich Fragment Chauvet) kam, forderte er seine Missionare Zumbohm und Roussel auf, von den Schrifttafeln zu retten was noch zu retten sei und ihm einige Exemplare zu übersenden. Hierbei handelte es sich um die Rongorongo-Schrifttafeln A - "Tahua", B - "Aruku-Kurenga", C - "Mamari", D - "échancrée", E - "Keiti", (möglicherweise) F - "Fragment Chauvet", sowie P - "große Leningradtafel". Fortan versuchte Jaussen, die Schrift auf den Tafeln zu entschlüsseln. Durch diesen glücklichen Umstand sind einige der insgesamt nur 26 erhaltenen Schrifttafeln erhalten geblieben. Der in Tahiti lebenden Rapanui "Ure Va‘e Iko" - Taufname - "Metoro" las Jaussen Texte vor; Kontroll-Lesungen brachten aber unterschiedliche Aussagen. Diese Arbeit somit zwar nicht von Erfolg gekrönt und viele seiner Aufzeichnungen sind auch von offensichtlichen Fehlern durchsetzt, doch hat der Nachwelt es Jaussen zu verdanken, dass Zeitzeugen zu den Schrifttafeln noch befragt werden konnten. Jaussen hinterließ zum Thema Rongorongo-Schrifttalfeln zu dem Briefe und Notizen seiner Missionare von der Osterinsel. Diese Notizen gaben nachfolgende Forscher wertvolle Informationen und Rückschlüsse für ihre Entschlüsselungsarbeit.

Durch Jaussens Arbeit ist beispielsweise bekannt, dass es sich bei den Rongorongo Schriftzeichen offensichtlich nicht um die Niederschrift von reinen Geschichten und Geschehnissen handelt sondern um Zeichen zum Rezitieren von göttlichen Aussagen während zeremonieller Handlungen. Außerdem bilden Jaussens Aufzeichnungen das Wissen um die frühen Götter der Rapanui. TOP

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