Die Geschichte der Osterinsel ist eine traurige Geschichte

Die Geschichte der Osterinsel ist eine traurige Geschichte


Die Geschichte der Osterinsel


Die Entstehung der OsterinselDie Osterinsel ist von den Fundstücken und Sehenswürdigkeiten her ein einziges Freilichtmuseum und dennoch ist die Geschichte um die Insel im Grunde genommen ein sehr trauriges Kapitel.

In ihrer heutigen Form besteht die Osterinsel seit rund 240.000 Jahren. Damals nämlich wuchs der im Norden liegende "Terevaka" aus dem Pazifik und verband die vorhandenen Vulkane Poike und Rano Kau zur Osterinsel. Die Insel war vor 240.000 Jahren allerdings etwas größer als heute. Das Vulkangestein ist porös und mit den Jahrtausenden hat der Pazifik Teile der Insel regelrecht abgenagt. Sehr deutlich wird dies am Abbruch der Südwestflanke des Rano Kau, deren Abbruchkante heute rund 300 Meter senkrecht in den Pazifik fällt. Die dem Rano Kau vorgelagerten Inseln Motu Kao Kao, Motu Iti und Motu Nui sollen Reste des Vulkans Rano Kau sein.

Von Frankreich ausgegebene Briefmarke "Die Welt der Polynesier" 1991 - hier sind auch Moais von der Osterinsel abgebildetVon Frankreich 1991 ausgegebene Briefmarke "Die Welt der Polynesier" - Motiv von der OsterinselNach den gängigen Theorien wurde die Osterinsel erst vor rund 1.500 Jahren besiedelt. Der überwiegende Teil der Fachwissenschaftler vertreten die Ansicht, dass die Erstsiedler aus Polynesien kamen, der norwegische Abenteurer und Forscher Thor Heyerdahl behauptet allerdings, die Erstsiedler kamen aus dem südamerikanischen Peru. Welche Meinung der Wahrheit am nächsten kommt, ist bis heute nicht erwiesen.

In den mündlichen Überlieferungen der Rapa Nui taucht immer wieder ein Name auf, nämlich der Gründervater der Rapa Nui König "Hotu Matuá". König Hotu Matuá soll die Osterinsel allerdings erst um 1350 n.Chr. mit einem Gefolge von bis zu 200 Untertanen erreicht haben. Die Söhne Hotu Matuás sollen die Gründerväter der unterschiedlichen Stämme gewesen sein. Inwieweit dieser Mythos stimmt, lässt sich heute nicht mehr nachweisen; es gibt hierzu keinerlei Aufzeichnungen oder konkrete Funde.

Nach Meinung der Archäologen soll die heute kahle Osterinsel einmal mit rund 10 Millionen Palmen bewaldet gewesen sein. Als der holländische Admiral Jacob Roggeveen die Osterinsel im Jahre 1722 entdeckte, zeigte sich allerdings eine sehr kahle Landschaft mit Gräsern und einigen Büschen die nicht höher waren als zwei bis drei Meter. Die gängige Theorie zur entwaldeten Insel ist, dass die Insulaner die Palmen zwischen dem 11. bis 16. Jahrhundert abgeholzt haben um ihre Moai´s zu transportieren. Hiernach soll es dann zu einer ökologischen Katastrophe gekommen sein, die Hungersnöte sowie erbitterte Stammesfehden nach sich zogen.

Gedenk-Briefmarke Republik Tschad von 1999: Wunder der Welt der vergessenen Kulturen - Die OsterinselAuf der Osterinsel zeigen sich unendlich viele Spuren einer untergegangenen Hochkultur, die die Einwohner um 1722 weder erklären noch leben konnten. Admiral Jacob Roggeveen fand Menschen vor, deren Boote in einem schlechten Zustand waren und nachfolgende Besucher berichten sogar lüber die Inselbewohner, die sich in einem schlechten Zustand zeigten und nur einige wenige Steinwerkzeuge besaßen. Schon damals berichteten die Ureinwohner, ihre Vorfahren die Langohren und die Kurzohren hätten um 1680 einen großen Krieg ausgetragen in deren Verlauf sämtliche Langohren vernichtet wurden. Die Wissenschaft geht davon aus, dass es diese Auseinandersetzung tatsächlich gegeben hat und das es sich bei den Langohren um die geistige Elite der Insel gehandelt hat. In vielen Veröffentlichungen ist zu lesen, dass zu diesem Zeitpunkt die Herstellung der Moai´s eingestellt wurde und dass ab diesem Zeitpunkt auch sämtliche Moai´s von ihren Ahu-Plattformen geworfen wurden. Ersteres wird wohl stimmen, denn die "Moai-Fabrik" am Rano Raraku sieht heute noch so aus, als hätten die Handwerker ihre Arbeitsstelle von heute auf morgen verlassen. Thor Heyerdahl berichtet, dass es selbst im Jahre 1955 am Rano Raraku noch hunderte von Steinwerkzeugen gegeben habe, die sich zwischen den halbfertigen Moai´s befunden hätten.

Die Moai´s wurden nachweislich allerdings nicht während oder kurz nach dem großen Krieg um 1680 umgeworfen. Die europäischen Besucher berichten übereinstimmend, dass es im 18. und sogar zum eingehenden 19. Jahrhundert noch aufrecht stehende Moai´s gegeben hat. Die heutige Wissenschaft vermutet, dass im Verlauf der immer wieder aufkeimenden Stammesfehden nach und nach auch die Moai´s umgeworfen wurden. Zusätzlich soll die von den Europäern eingeschleppte Krankheit Syphilis ursächlich dafür gewesen sein, dass auch noch die letzten Moai´s von ihren Podesten gezogen wurden. Nach Glauben der Rapa Nui hatten die Moai´s eine göttliche Kraft (Mana), die beschützen oder bestrafen konnte und scheinbar hatten die Moai´s ihre Kraft verloren oder die Insulaner wollten sich, durch den Umsturz der Moai´s, gegen die Strafen der Kolosse schützen.

Die von den Rapa Nui selbst verursachten Katastrophen mit der Abholzung ihrer Insel sowie die komplette Auslöschung der geistigen Elite war aber nichts zu dem, was die Europäer den Insulanern an Katastrophen bringen sollten: Speziell im 19. Jahrhundert brachten die Europäer den Rapa Nui zunächst Syphilis dann die Verschleppung der Einwohner nach Peru und Tahiti wobei die wenigen Rückkehrer die Pocken und später die Lepra einschleppten. Katholische Missionare veranlassten in ihrem Übereifer die Vernichtung der Rongorongo-Schrifttafeln. Im Jahre 1877 befanden sich auf der Osterinsel nur noch 36 Rapa Nui, die länger als eine Generation dort gelebt hatten.

Selbst bis ins späte 20. Jahrhundert hatten die Rapa Nui unter ihren fremden Herrschern zu leiden. Nachdem Chile die Insel 1888 annektiert hatte und es 1915 einen Aufstand der Rapa Nui gegeben hatte, herrschte auf der Osterinsel bis 1965 das Kriegsrecht. Die Insulaner standen lange unter Quarantäne und durften bis 1956 nicht aufs chilenische Festland; die chilenische Staatsbürgerschaft und Pässe gab es erst 1966. Den kulturellen Wert der Osterinsel wurde von Chile erst in den 1970er Jahren erkannt. Seit 1975 wird die Muttersprache Rapanui wieder in den Schulen unterrichtet, seit 1984 wurde Rapanui und die lokale Folklore sogar zu Pflichtfächern in den Schulen.

Noch im 21. Jahrhundert gibt es auf der Osterinsel Unruhen unter den heimischen Rapa Nui. Protestaktionen gegen die chilenische Regierung wechseln sich mit blutigen Niederschlagungen von Aufständischen ab. Eine radikal angehauchte Gruppe fordert die Unabhängigkeit der Osterinsel; gemäßigte Gruppen und auch der überwiegende Teil der Rapa Nui sind allerdings der Meinung, dass die Insel nur mithilfe der chilenischen Wirtschaftskraft fortbestehen kann. TOP

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