Die Geschichte der Osterinsel ist eine traurige Geschichte
Die Geschichte der Osterinsel
Die Osterinsel ist von den Fundstücken und Sehenswürdigkeiten
her ein einziges Freilichtmuseum und dennoch ist die Geschichte
um die Insel im Grunde genommen ein sehr trauriges Kapitel.
In ihrer heutigen Form besteht die Osterinsel seit rund 240.000
Jahren. Damals nämlich wuchs der im Norden liegende "Terevaka" aus
dem Pazifik und verband die vorhandenen Vulkane Poike und Rano
Kau zur Osterinsel. Die Insel war vor 240.000 Jahren allerdings
etwas größer als heute. Das Vulkangestein ist porös
und mit den Jahrtausenden hat der Pazifik Teile der Insel regelrecht
abgenagt. Sehr deutlich wird dies am Abbruch der Südwestflanke
des Rano Kau, deren Abbruchkante heute rund 300 Meter senkrecht
in den Pazifik fällt. Die dem Rano Kau vorgelagerten Inseln
Motu Kao Kao, Motu Iti und Motu Nui sollen Reste des Vulkans
Rano Kau sein.
 Nach den gängigen Theorien wurde die Osterinsel erst vor
rund 1.500 Jahren besiedelt. Der überwiegende Teil der Fachwissenschaftler
vertreten die Ansicht, dass die Erstsiedler aus Polynesien kamen,
der norwegische Abenteurer und Forscher Thor
Heyerdahl behauptet
allerdings, die Erstsiedler kamen aus dem südamerikanischen
Peru. Welche Meinung der Wahrheit am nächsten kommt, ist
bis heute nicht erwiesen.
In den mündlichen Überlieferungen der Rapa Nui taucht
immer wieder ein Name auf, nämlich der Gründervater
der Rapa Nui König "Hotu
Matuá". König
Hotu Matuá soll die Osterinsel allerdings erst um 1350
n.Chr. mit einem Gefolge von bis zu 200 Untertanen erreicht haben.
Die Söhne Hotu Matuás sollen die Gründerväter
der unterschiedlichen Stämme gewesen sein. Inwieweit dieser
Mythos stimmt, lässt sich heute nicht mehr nachweisen; es
gibt hierzu keinerlei Aufzeichnungen oder konkrete Funde.
Nach Meinung der Archäologen soll die heute kahle Osterinsel
einmal mit rund 10 Millionen Palmen bewaldet gewesen sein. Als
der holländische Admiral Jacob
Roggeveen die Osterinsel
im Jahre 1722 entdeckte, zeigte sich allerdings eine sehr kahle
Landschaft mit Gräsern und einigen Büschen die nicht
höher waren als zwei bis drei Meter. Die gängige Theorie
zur entwaldeten Insel ist, dass die Insulaner die Palmen zwischen
dem 11. bis 16. Jahrhundert abgeholzt haben um ihre Moai´s
zu transportieren. Hiernach soll es dann zu einer ökologischen
Katastrophe gekommen sein, die Hungersnöte sowie erbitterte
Stammesfehden nach sich zogen.
Auf der Osterinsel zeigen sich unendlich viele Spuren einer
untergegangenen Hochkultur, die die Einwohner um 1722 weder erklären
noch leben konnten. Admiral
Jacob Roggeveen fand Menschen vor, deren Boote in einem schlechten
Zustand waren und nachfolgende Besucher berichten sogar lüber
die Inselbewohner, die sich
in einem
schlechten
Zustand zeigten und nur einige wenige Steinwerkzeuge besaßen.
Schon damals berichteten die Ureinwohner, ihre Vorfahren die
Langohren und die Kurzohren hätten
um 1680 einen großen
Krieg ausgetragen in deren Verlauf sämtliche Langohren vernichtet
wurden. Die Wissenschaft geht davon aus, dass es diese Auseinandersetzung
tatsächlich gegeben hat und das es sich bei den Langohren
um die geistige Elite der Insel gehandelt hat. In vielen Veröffentlichungen
ist zu lesen, dass zu diesem Zeitpunkt die Herstellung der Moai´s eingestellt
wurde und dass ab diesem Zeitpunkt auch sämtliche
Moai´s von ihren Ahu-Plattformen geworfen
wurden. Ersteres wird wohl stimmen, denn die "Moai-Fabrik" am
Rano Raraku sieht heute noch so aus, als hätten die Handwerker
ihre Arbeitsstelle von heute auf morgen verlassen. Thor
Heyerdahl berichtet, dass es selbst im Jahre
1955 am Rano Raraku noch hunderte von Steinwerkzeugen gegeben
habe, die sich zwischen den halbfertigen
Moai´s befunden hätten.
Die Moai´s wurden nachweislich allerdings nicht während
oder kurz nach dem großen Krieg um 1680 umgeworfen. Die
europäischen
Besucher berichten übereinstimmend, dass es im 18. und sogar
zum eingehenden 19. Jahrhundert noch aufrecht stehende Moai´s
gegeben hat. Die heutige Wissenschaft vermutet, dass im Verlauf
der immer wieder aufkeimenden Stammesfehden nach und nach auch
die Moai´s umgeworfen wurden. Zusätzlich soll die
von den Europäern eingeschleppte Krankheit Syphilis ursächlich
dafür gewesen sein, dass auch noch die letzten Moai´s
von ihren Podesten gezogen wurden. Nach Glauben der Rapa Nui
hatten die Moai´s eine göttliche Kraft (Mana), die
beschützen oder bestrafen konnte und scheinbar hatten die
Moai´s ihre Kraft verloren oder die Insulaner wollten sich,
durch den Umsturz der Moai´s, gegen die Strafen der Kolosse
schützen.
Die von den Rapa Nui selbst verursachten Katastrophen mit der
Abholzung ihrer Insel sowie die komplette Auslöschung der
geistigen Elite war aber nichts zu dem, was die Europäer
den Insulanern an Katastrophen bringen sollten: Speziell im 19.
Jahrhundert brachten die Europäer den Rapa Nui zunächst
Syphilis dann die Verschleppung der Einwohner nach Peru und Tahiti
wobei die wenigen Rückkehrer die Pocken und später
die Lepra einschleppten. Katholische Missionare veranlassten
in ihrem Übereifer die Vernichtung der Rongorongo-Schrifttafeln.
Im Jahre 1877 befanden sich auf der Osterinsel nur noch 36
Rapa Nui, die länger als eine Generation dort gelebt hatten.
Selbst bis ins späte 20.
Jahrhundert hatten die Rapa Nui
unter ihren fremden Herrschern zu leiden. Nachdem Chile die Insel
1888 annektiert
hatte und es 1915 einen Aufstand
der Rapa Nui gegeben hatte,
herrschte auf der Osterinsel bis 1965 das
Kriegsrecht. Die Insulaner standen lange unter Quarantäne
und durften bis 1956 nicht
aufs chilenische Festland; die chilenische Staatsbürgerschaft
und Pässe gab es erst 1966. Den
kulturellen Wert der Osterinsel wurde von Chile erst in den 1970er
Jahren erkannt. Seit 1975 wird die Muttersprache
Rapanui wieder
in den Schulen unterrichtet, seit 1984 wurde Rapanui und die
lokale Folklore sogar zu Pflichtfächern in den Schulen.
Noch im 21. Jahrhundert gibt es auf der Osterinsel Unruhen unter
den heimischen Rapa Nui. Protestaktionen gegen die chilenische
Regierung wechseln sich mit blutigen Niederschlagungen von Aufständischen
ab. Eine radikal angehauchte Gruppe fordert die Unabhängigkeit
der Osterinsel; gemäßigte Gruppen und auch der überwiegende
Teil der Rapa Nui sind allerdings der Meinung, dass die Insel
nur mithilfe der chilenischen Wirtschaftskraft fortbestehen kann.
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